Jüngste Untersuchungen zu zwei tödlichen Unfällen im Wislentunnel bei Worb haben ergeben, dass menschliche Faktoren und nicht Mängel in der Tunnelsicherheit die Ursache waren. Diese Ergebnisse basieren auf einer detaillierten Analyse von Polizeiberichten und der weit verbreiteten Besorgnis der Öffentlichkeit über die Sicherheit des Tunnels.
Wichtige Erkenntnisse
- Zwei tödliche Unfälle im Wislentunnel wurden durch menschliche Faktoren verursacht.
- Ein Unfall resultierte aus einer Schwäche, der andere aus dem Einschlafen am Steuer.
- Polizeiliche Ermittlungen fanden keine Verbindung zwischen den beiden Vorfällen.
- Eine Sicherheitsinspektion bestätigte keine signifikanten Mängel im Tunnel.
- Der Zustand des Fahrers trägt zu fast einem Viertel aller Unfälle im Kanton bei.
Untersuchungen kommen zu dem Schluss: Menschliche Faktoren sind schuld
Am 1. April und 13. Mai 2025 ereigneten sich im Wislentunnel zwei schwere Frontalkollisionen. Diese Vorfälle führten dazu, dass viele die Sicherheit des 460 Meter langen Tunnels in Frage stellten. Die Behörden leiteten eine gründliche Untersuchung ein, um die genauen Ursachen zu ermitteln.
Lukas Bähler, Leiter der Abteilung Verkehrstechnik und Sicherheit beim kantonalen Tiefbauamt, bestätigte die Ergebnisse der Untersuchung. Er erklärte, dass die Unfallprotokolle ausgewertet und die Untersuchungen abgeschlossen seien. Die Ergebnisse zeigen eindeutig keinen Zusammenhang zwischen den beiden separaten Vorfällen.
Unfallstatistik
- Erster Unfall: 1. April 2025
- Zweiter Unfall: 13. Mai 2025
- Tunnellänge: 460 Meter
Keine Sicherheitsmängel im Wislentunnel festgestellt
Anfänglich gab es Spekulationen, dass der Tunnel selbst Sicherheitsprobleme aufweisen könnte. Die Polizeiberichte und nachfolgenden Inspektionen haben diese Bedenken jedoch ausgeräumt. Der Wislentunnel spielte bei der Verursachung beider Unfälle keine Rolle.
Laut Herrn Bähler leitete die Kantonspolizei nur den ersten Fall an die Staatsanwaltschaft weiter. Dieses Verfahren wurde später nach dem Tod des Fahrers, der verdächtigt wurde, den ersten Unfall verursacht zu haben, eingestellt. Beide Untersuchungen sind nun abgeschlossen und bestätigen das Fehlen eines Sicherheitsproblems im Wislentunnel.
„Die Untersuchungen sind abgeschlossen und zeigen klar, dass es kein Sicherheitsproblem im Wislentunnel gibt“, sagte Lukas Bähler.
Spezifische Ursachen jeder tödlichen Kollision
Beim ersten Unfall Anfang April war ein Fahrer beteiligt, der Berichten zufolge eine Schwäche erlitt und in den Gegenverkehr geriet. Der Beifahrer in diesem Fahrzeug starb noch am Unfallort. Der Fahrer verstarb etwa zwei Wochen später im Krankenhaus.
Die zweite Kollision, die Mitte Mai stattfand, wurde auf Müdigkeit oder Einschlafen am Steuer zurückgeführt. Ein Fahrer starb bei diesem Vorfall, und drei weitere Personen, darunter der Fahrer des zweiten Wagens, erlitten Verletzungen, teilweise schwere.
Menschliches Versagen bei Unfällen
Der Zustand des Fahrers ist ein wesentlicher Faktor für die Verkehrssicherheit. Faktoren wie Müdigkeit, Ablenkung, Krankheit oder Beeinträchtigung können die Reaktionszeiten und die Entscheidungsfähigkeit drastisch reduzieren und zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr führen.
Fahrerzustand ein Hauptfaktor bei kantonalen Unfällen
Die Unfallstatistik des Kantons beleuchtet ein breiteres Problem. Herr Bähler stellte fest, dass der Zustand des Fahrers in 22 Prozent aller im Kanton erfassten Unfälle die Ursache ist. Diese Kategorie umfasst eine Reihe menschlicher Faktoren wie:
- Einfluss von Alkohol oder Medikamenten
- Starke Müdigkeit
- Ablenkung des Fahrers
- Plötzliche Schwäche oder Krankheit
Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung des Bewusstseins des Fahrers und des verantwortungsvollen Verhaltens am Steuer. Das menschliche Element bleibt ein kritischer Bestandteil der Verkehrssicherheit in der gesamten Region.
Öffentliche Wahrnehmung und Tunnelsicherheitsinspektionen
Trotz der offiziellen Ergebnisse haben einige Anwohner rund um Worb Unbehagen bezüglich des Tunnels geäussert. Anekdotische Beweise deuten darauf hin, dass einige Fahrer den Wislentunnel seit den Unfällen gemieden haben. Diese Wahrnehmung ist nicht ungewöhnlich; eine vor Jahren von der deutschen Prüforganisation DEKRA durchgeführte Umfrage ergab, dass fast die Hälfte aller Fahrer, 46 Prozent, beim Durchfahren von Tunneln „immer“ oder „manchmal“ Angst empfinden.
Um öffentliche Bedenken auszuräumen und eine umfassende Sicherheit zu gewährleisten, wurden der Wislentunnel, seine Umfahrungsstrasse und die beiden Kreisel einer gründlichen Sicherheitsinspektion unterzogen. Diese Inspektion erfolgte, obwohl die Unfallprotokolle keine inhärenten Sicherheitsmängel aufzeigten.
Die Inspektionsergebnisse bestätigten die ursprünglichen Feststellungen zusätzlich. Herr Bähler bestätigte, dass die Inspektion auch keine signifikanten Mängel in der Tunnelinfrastruktur feststellte. Dies sollte der Öffentlichkeit hinsichtlich der strukturellen Integrität und Betriebssicherheit des Wislentunnels Beruhigung verschaffen.




