Janssen, ein Pharmaunternehmen, schliesst seinen Berner Standort, was zum Verlust von rund 500 Arbeitsplätzen führt. Die Entscheidung markiert das Ende der Impfstoffentwicklung und -produktion an diesem über 125 Jahre alten Standort.
Wichtige Erkenntnisse
- Janssen stellt den Betrieb in Bern ein.
- Rund 500 Mitarbeitende, darunter über 300 Festangestellte und 200 Temporärkräfte, verlieren ihre Arbeitsplätze.
- Die Schliessung folgt Rückschlägen in der Impfstoffforschung und der Einstellung der lentiviralen Vektorproduktion.
- Verbleibende Aktivitäten werden bis Ende 2026 in die Niederlande verlagert.
- Die Entscheidung hat Bedenken hinsichtlich der Impfstoffproduktionskapazitäten der Schweiz ausgelöst.
Berner Standort steht vor vollständiger Schliessung
Das Janssen-Werk in Bern-Bümpliz wird alle Operationen einstellen. Dieser Schritt betrifft einen erheblichen Teil der Belegschaft. Über 300 festangestellte Mitarbeitende und rund 200 temporäre Arbeitskräfte sind von dieser Schliessung betroffen.
Viele dieser Mitarbeitenden haben dem Unternehmen jahrzehntelange Dienste geleistet. Die Nachricht hat bei der Belegschaft erheblichen Schock und Enttäuschung ausgelöst.
Kurzinfo
Der Janssen-Standort in Bern blickt auf eine über 125-jährige Geschichte in der pharmazeutischen Produktion und Forschung zurück.
Forschungsrückschläge und Produktionsänderungen
Die Entscheidung zur Schliessung des Berner Standorts folgt einer Reihe von Herausforderungen. Ein Schlüsselfaktor war ein erheblicher Rückschlag in den Forschungsbemühungen des Unternehmens. Ein neuer Impfstoff zur Bekämpfung von E. coli-Bakterien zeigte in klinischen Studien nicht die erwartete Leistung.
Gleichzeitig wurde die Produktion von lentiviralen Vektoren, einem entscheidenden Bestandteil einiger fortschrittlicher Therapien, am Berner Standort eingestellt. Diese kombinierten Faktoren führten zu einer Neubewertung der Berner Operationen.
„Die Stimmung ist schlecht, viele sind schockiert“, erklärte ein Mitarbeiter und betonte die tiefgreifenden Auswirkungen auf langjährige Mitarbeiter, einige mit 25 Dienstjahren.
Verlagerung in die Niederlande
Janssen, eine Tochtergesellschaft des US-Pharmariesen Johnson & Johnson, konsolidiert seine Aktivitäten in der Impfstoffentwicklung und -produktion. Die verbleibenden Funktionen aus Bern werden in eine neue, grössere Einrichtung in den Niederlanden verlagert.
Dieser Übergang soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Verlagerung stellt einen strategischen Schritt für das Unternehmen dar, um seine Operationen in einem neuen europäischen Zentrum zu zentralisieren.
Hintergrund
Während der COVID-19-Pandemie galt der Berner Standort von Janssen als wichtiger Beitrag zu den Impfstoffbemühungen. Diese Geschichte macht die aktuelle Schliessung für die Region und die breitere Pharmalandschaft besonders ergreifend.
Auswirkungen auf die Schweizer Impfstoffkompetenz
Die Schliessung des Janssen-Standorts wirft Fragen nach den langfristigen Fähigkeiten der Schweiz in der Impfstoffproduktion auf. Nach der Pandemie gab es starke Forderungen, die Kompetenz des Landes in diesem kritischen Bereich zu stärken.
Das Bundesamt für Gesundheit hat sein Bedauern über die Entscheidung von Janssen ausgedrückt. Es hält jedoch daran fest, dass die nationale Strategie zur Sicherung der Impfstoffkompetenz unberührt bleibt. Die Regierung anerkennt die Bedeutung der heimischen Pharmakompetenzen.
Frühere Konsultationen und Bedenken
Die jüngste Ankündigung folgt auf frühere Anzeichen von Problemen. Im vergangenen Sommer leitete Janssen einen Konsultationsprozess in seinem Werk in Bern-Bümpliz ein. Damals waren bis zu 300 Stellen gefährdet.
Diese erste Phase ermöglichte Diskussionen mit Mitarbeitenden und Interessengruppen. Letztendlich führten diese Konsultationen zur endgültigen Entscheidung, den gesamten Berner Betrieb zu schliessen, wodurch der Umfang der Arbeitsplatzverluste auf 500 erweitert wurde.
- Das Scheitern der E. coli-Impfstoffforschung war ein wichtiger Auslöser.
- Die Produktion von lentiviralen Vektoren wurde eingestellt.
- Das Unternehmen zentralisiert seine Operationen in einer neuen niederländischen Einrichtung.
Die Schliessung stellt eine bedeutende Veränderung für die Pharmaindustrie in Bern dar. Sie unterstreicht die dynamische Natur der Arzneimittelforschung und -herstellung, wo strategische Entscheidungen tiefgreifende lokale wirtschaftliche und soziale Folgen haben können.




