Mondelez International hat 65 Millionen Schweizer Franken in seine Toblerone-Produktionsstätte in Bern-Brünnen, Schweiz, investiert. Diese bedeutende Investition zielt darauf ab, die Produktionskapazität der Schokoladenmarke um 30 Prozent zu steigern und ihr Engagement für den Schweizer Standort zu bekräftigen. Die Ankündigung erfolgt inmitten globaler Diskussionen über «Swissness» und lokale Produktion.
Wichtige Erkenntnisse
- Mondelez investierte 65 Millionen Schweizer Franken in das Toblerone-Werk in Bern-Brünnen.
- Die Investition wird die Produktionskapazität um 30 Prozent steigern.
- Eine neue, flexible Produktionslinie integriert KI-gesteuerte Smart-Kameras zur Qualitätskontrolle.
- Der Schritt bekräftigt Toblerones Bekenntnis zu seinen Schweizer Ursprüngen.
- Die Diskussionen über die Beschaffung von Rohstoffen, insbesondere Butter, dauern an.
Neue Produktionslinie steigert Effizienz und Kapazität
Das Herzstück der 65-Millionen-Franken-Investition ist eine neue, fortschrittliche Produktionslinie. Diese hochmoderne Maschine übernimmt mehrere kritische Schritte in der Schokoladenproduktion. Dazu gehören das Conchieren, ein für die Verfeinerung von Textur und Geschmack der Schokolade entscheidender Prozess, sowie das Kühlen und Verpacken.
Die neue Linie wird derzeit getestet. Der volle Betrieb wird in den kommenden Monaten erwartet, sobald alle Systeme perfekt laufen. Diese Erweiterung wird die vier bestehenden Produktionslinien im Werk Bern-Brünnen ergänzen und eine erhebliche Steigerung der Produktion gewährleisten.
Faktenblatt: Toblerone-Produktion
- Aktuelle Tagesproduktion: 4 Millionen Toblerone-Riegel
- Zeit von flüssiger Schokolade zum fertigen Produkt: Ca. eine Stunde
- Kapazitätssteigerung: 30 Prozent mit der neuen Linie
Fortschrittliche Technologie zur Qualitätskontrolle
Ein bemerkenswertes Merkmal der neuen Produktionslinie ist die Integration von Smart-Kameras. Diese Kameras nutzen künstliche Intelligenz, um die Produktqualität zu überwachen. Dieser technologische Fortschritt stellt sicher, dass jeder Toblerone-Riegel den hohen Standards der Marke entspricht.
Laut einem Mondelez-Sprecher bietet die neue Linie eine höhere Flexibilität. Sie kann fast alle Toblerone-Produktvarianten herstellen, eine Fähigkeit, die die älteren Linien nicht besitzen. Diese Anpassungsfähigkeit ermöglicht es dem Unternehmen, effizienter auf Marktanforderungen zu reagieren.
Ein Bekenntnis zum Schweizer Erbe
Die Investition von Mondelez, einem US-amerikanischen Lebensmittelkonzern, der Toblerone 2012 erwarb, sendet eine klare Botschaft. Sie unterstreicht das Engagement des Unternehmens, die Toblerone-Produktion in der Schweiz aufrechtzuerhalten. Dieses Engagement ist besonders bedeutsam angesichts früherer Bedenken, dass die Produktion ins Ausland verlagert werden könnte.
«Wenn es ein Produkt gibt, das weltweit für die Schweiz steht, dann ist es Schokolade. Und unter den Schweizer Schokoladen nimmt Toblerone einen besonderen Platz ein», sagte Guy Parmelin, Bundespräsident und Wirtschaftsminister, bei der Einweihung. «Es ist ein Stück Schweizer Geschichte. Und ein Symbol der Swissness par excellence.»
Die Verbindung der Marke zur Schweiz ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Attraktivität. Das Label «Swissness» ist bekannt dafür, die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten zu erhöhen. Die Einhaltung strenger Swissness-Richtlinien, die vorschreiben, dass 80 Prozent der Rohstoffe für Lebensmittel aus der Schweiz stammen müssen, ist für Marken wie Toblerone entscheidend.
Toblerones Berner Wurzeln
Toblerone wurde 1908 von Theodor Tobler und Emil Baumann im Berner Länggassquartier kreiert. Die Fabrik zog 1985 nach Bern-Brünnen um. Die Marke befindet sich seit 1990 in amerikanischem Besitz, zuerst bei Philip Morris und dann bei Mondelez International.
Rohstoffbeschaffung bleibt Diskussionspunkt
Trotz der Investitionen in die Schweizer Produktion bleibt die Beschaffung von Rohstoffen ein Diskussionspunkt. Kürzlich geriet Mondelez wegen Plänen, 924 Tonnen Butter zu importieren, in die Kritik. Dies geschah, obwohl die Schweiz über reichliche inländische Butterreserven verfügte.
Toblerone enthält einen geringen Anteil an Butterfett, typischerweise zwischen 1,6 und 3 Prozent. Lokale Bauern äusserten sich enttäuscht über die Importentscheidung. Mondelez erklärte, dass es sowohl inländische als auch internationale Lieferanten für Rohstoffe berücksichtigt, einschliesslich Faktoren wie Nachhaltigkeit, Qualität, Innovation und Kosten.
Während Details aus Wettbewerbsgründen vertraulich bleiben, hob Mondelez seinen Erfolg hervor, einen erheblichen Teil der Zutaten von Schweizer Lieferanten zu beziehen. Dazu gehört der Grossteil des in der Toblerone-Produktion verwendeten Schweizer Milchpulvers.
Zukunftsaussichten für Toblerone in Bern
Die 65-Millionen-Franken-Investition festigt Berns Rolle als globales Kompetenzzentrum von Toblerone. Die neue Anlage sichert die kontinuierliche Präsenz und das Wachstum der Marke in ihrem Ursprungsland. Dieser Schritt ist eine positive Entwicklung für die lokale Wirtschaft und für die weltweite Anerkennung Schweizer Schokolade.
Die erhöhte Kapazität und die technologischen Upgrades positionieren Toblerone, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Sie ermöglichen auch eine grössere Produktdiversifizierung. Das Engagement des Unternehmens für Bern signalisiert eine starke Zukunft für den ikonischen dreieckigen Schokoriegel.




