Bern war Gastgeber der jährlichen Prix Suisse Gala, einer Veranstaltung, die Schweizer Errungenschaften und Innovationen würdigt. Dieses Jahr wurde der Unternehmer Willy Michel für seine Lebensleistung im Bereich der Medizintechnik geehrt. Der Abend umfasste auch eine Rede der Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, die über globale Konflikte und Gerechtigkeit sprach.
Wichtige Erkenntnisse
- Willy Michel erhielt den Prix Suisse für seine Arbeit in der Medizintechnik, indem er Disetronic und Ypsomed gründete.
- Amal Clooney sprach während der Gala über ihre Arbeit zu Kriegsverbrechen und Menschenrechten.
- Bundesrat Albert Rösti lobte Michel und äusserte sich zur Wirtschaftspolitik.
- Die Veranstaltung brachte Schweizer politische und wirtschaftliche Führungspersönlichkeiten zusammen.
Amal Clooney spricht über Menschenrechte
Die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney eröffnete die Gala mit einer eindringlichen Rede. Sie sprach über ihre Erfahrungen mit internationaler Justiz, einschliesslich des Milošević-Prozesses in Den Haag. Ihre Rede beleuchtete auch die Notlage einer verfolgten philippinischen Journalistin und die Schwere von Kriegsverbrechen im Sudan.
Clooney, 47, erzählte Geschichten von immensem Mut, wie die einer jesidischen Frau, die gegen einen IS-Täter aussagte. Das Publikum, bestehend aus rund 400 Schweizer politischen und wirtschaftlichen Führungspersönlichkeiten, hörte aufmerksam zu. Bundesrat Albert Rösti, alt Bundesrätin Ruth Metzler und Nationalratspräsidentin Maja Riniker waren unter den Anwesenden.
„Aber Sie sind eigentlich hier, um ein Galadinner zu geniessen“, bemerkte Amal Clooney und anerkannte den starken Kontrast zwischen ihren Geschichten und der festlichen Atmosphäre. Dann machte sie eine humorvolle Bemerkung darüber, wie sie mit der Schwere ihrer Arbeit umgeht: „Mein Mann hat eine Tequila-Firma gegründet.“
Sie betonte, dass ihre wahre Widerstandsfähigkeit aus ihren Beziehungen stamme, insbesondere zu ihren Kindern und ihrem Ehemann, dem Schauspieler George Clooney. Clooney schlug vor, ihren Mann nächstes Jahr einzuladen, um ihren Standpunkt zu demonstrieren, was mit enthusiastischem Applaus aufgenommen wurde. Ihr 30-minütiger Auftritt endete mit ihrem Abgang von der Bühne.
Interessanter Fakt
Amal Clooney ist eine britisch-libanesische Anwältin, die sich auf internationales Recht und Menschenrechte spezialisiert hat. Sie hat Klienten in hochkarätigen Fällen vor dem Internationalen Strafgerichtshof und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vertreten.
Willy Michel mit Prix Suisse geehrt
Nach Clooneys Rede verlagerte sich der Fokus auf die Verleihung des Prix Suisse. Willy Michel, ein angesehener Unternehmer aus Burgdorf, erhielt die Auszeichnung für sein lebenslanges Engagement in der Medizintechnik. Michel gründete zwei bedeutende Unternehmen, Disetronic und Ypsomed, beide Pioniere auf ihrem Gebiet.
Sein Ehrgeiz begann mit der Vision, die kleinste und zuverlässigste Insulinpumpe zu entwickeln. Über mehrere Jahrzehnte entwickelte sich diese Idee zu zwei grossen Konzernen. Ypsomed beispielsweise meldete im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von rund 750 Millionen Schweizer Franken.
Bundesrat Albert Rösti hielt die Laudatio und lobte Michels Unternehmergeist und seine philanthropischen Bemühungen. Rösti nutzte die Plattform auch, um sich gegen übermässige Regulierung auszusprechen und dies mit einer bevorstehenden Volksabstimmung über die Juso-Erbschaftssteuerinitiative zu verknüpfen.
Hintergrund zum Prix Suisse
Der Prix Suisse wird von der Stiftung 'Initiative Schweiz' finanziert. Diese Stiftung, die mit den Vermögenswerten des letzten Mäzens des Möbelhauses Pfister gegründet wurde, unterstützt nun innovative Projekte und Ideen in der ganzen Schweiz. Seit 2021 hat sie den Prix Suisse an namhafte Schweizer Persönlichkeiten verliehen, darunter den Unternehmer Peter Spuhler und den Skirennfahrer Marco Odermatt.
Michels Vision und Zukunftspläne
Michel, 78, äusserte sich bescheiden zu seinen Errungenschaften und erklärte, dass die im Preisvideo dargestellten Erfolge „etwas übertrieben“ seien. Er beschrieb Unternehmertum als einen ihm innewohnenden Charakterzug. Im Jahr 2025 kaufte er die Diabetes-Sparte von Ypsomed zurück und demonstrierte damit sein anhaltendes Engagement in der Branche.
Auf seine Pläne für die kommenden Jahre angesprochen, sprach Michel zunächst davon, kürzerzutreten und persönlichen Interessen wie Reisen und Lesen nachzugehen. Dann jedoch begann er eine detaillierte Liste zukünftiger Projekte, die seinen anhaltenden Tatendrang offenbarten. Er fügte auch eine politische Note hinzu, indem er seine Unterstützung für eine moderate Erbschaftssteuer bekundete, aber drohte, nach Italien auszuwandern, falls die Juso-Initiative angenommen wird.
- Michels unternehmerische Reise:
- Gründete Disetronic und Ypsomed.
- Fokus auf innovative medizinische Geräte wie Insulinpumpen.
- Ypsomed erwirtschaftete 2024/25 750 Millionen CHF.
- Kaufte die Diabetes-Sparte von Ypsomed 2025 zurück.
Der Abend unterstrich das Engagement der Schweiz, sowohl humanitäre Bemühungen als auch wirtschaftliche Innovationen anzuerkennen. Die Mischung aus ernsten globalen Themen und lokalem Unternehmenserfolg sorgte für eine nachdenkliche Gala.
Die Veranstaltung endete mit Diskussionen unter den angesehenen Gästen, die über die vielfältigen Beiträge zur Schweizer Gesellschaft und zum globalen Wohl nachdachten.




