Führende Schweizer Wirtschaftsverbände fordern die Regierung auf, den administrativen Aufwand und die Vorschriften deutlich zu reduzieren. Sie behaupten, dass der Abbau von Bürokratie den Unternehmen jährlich bis zu 30 Milliarden Schweizer Franken einsparen könnte, wodurch Ressourcen im Umfang von 55.000 Vollzeitstellen freigesetzt würden.
Dieser Vorstoss kommt von wichtigen Akteuren wie Economiesuisse, dem Schweizerischen Arbeitgeberverband, dem Schweizerischen Gewerbeverband und dem Schweizer Bauernverband. Sie argumentieren, dass übermässige Vorschriften das Wirtschaftswachstum behindern und es Unternehmen in einem Hochlohnland wie der Schweiz erschweren, erfolgreich zu sein.
Wichtige Erkenntnisse
- Schweizer Unternehmen könnten jährlich 30 Milliarden Franken durch Bürokratieabbau einsparen.
- Diese Reduktion würde Kapazitäten für 55.000 Vollzeitstellen freisetzen.
- Vier grosse Verbände fordern einen Stopp neuer Nachhaltigkeitsvorschriften.
- Sie plädieren für ein Überdenken der Umwelt- und Energievorschriften.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Bürokratie
Eine in Bern vorgestellte Studie beleuchtet die erheblichen finanziellen und personellen Kosten, die mit dem aktuellen Regulierungsniveau verbunden sind. Unternehmen sehen sich mit erheblichen Ausgaben konfrontiert, nur um einer wachsenden Zahl von Vorschriften nachzukommen.
Der Bericht deutet darauf hin, dass die aktuelle Legislaturperiode eine Zunahme der Vorschriften mit sich gebracht hat, entgegen allen Bemühungen, das Geschäftsumfeld zu optimieren. Dieser Trend ist für die Verbände ein grosses Anliegen.
Fakten-Check
- 30 Milliarden CHF: Geschätzte jährliche Einsparungen durch reduzierten Bürokratieaufwand.
- 55.000: Anzahl der Vollzeitstellen, die freigesetzt werden könnten.
- Vier: Anzahl der grossen Wirtschaftsverbände, die diese Initiative anführen.
Wachstum und Innovation ersticken
Die Verbände argumentieren, dass diese Belastungen nicht nur Geld kosten, sondern auch Innovation und Wachstum ersticken. Unternehmen müssen erhebliche Zeit und Ressourcen für administrative Aufgaben aufwenden, anstatt sich auf ihre Kerngeschäftsaktivitäten zu konzentrieren oder in neue Projekte zu investieren.
Diese Situation ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) herausfordernd, denen oft die umfangreichen Rechts- und Verwaltungsabteilungen grösserer Konzerne fehlen.
„Überbordende Vorschriften und hohe Bürokratiekosten belasten die Unternehmen und hemmen das Wachstum“, heisst es in einem gemeinsamen Kommuniqué der Verbände.
Forderungen nach staatlichem Handeln
Die Wirtschaftsführer fordern den Bundesrat nun auf, seine erklärte Absicht, die Unternehmen zu entlasten, in konkrete Massnahmen umzusetzen. Sie betonen, dass Versprechen von greifbaren politischen Änderungen gefolgt werden müssen.
Konkret fordern sie ein Moratorium für neue Nachhaltigkeitsvorschriften. Sie streben auch eine grundlegende Überprüfung bestehender Umwelt- und Energievorschriften an, da einige möglicherweise übermässig restriktiv oder ineffizient sind.
Hintergrund
Die Schweiz ist bekannt für ihre starke Wirtschaft und hohe Löhne. Die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit erfordert jedoch ein Geschäftsumfeld, das Effizienz und Innovation fördert. Das Argument ist, dass die aktuellen Regulierungstrends diesen Wettbewerbsvorteil gefährden.
Der Bundesrat hat die Notwendigkeit, Unternehmen zu unterstützen, bereits anerkannt, was diesen Aufruf zum Handeln für die Wirtschaftsverbände zeitgemäss und dringend macht.
Spezifische politische Forderungen
Die Verbände fordern nicht nur eine allgemeine Deregulierung. Sie haben spezifische Bereiche im Auge, in denen sie Änderungen für am dringendsten und wirkungsvollsten halten:
- Nachhaltigkeitsvorschriften: Ein vorübergehender Stopp neuer Vorschriften, damit Unternehmen sich an bestehende anpassen können.
- Umwelt- und Energiegesetze: Eine Überprüfung, um sicherzustellen, dass sie wirksam sind und Unternehmen nicht übermässig belasten.
- Administrativvereinfachung: Massnahmen zur Reduzierung des Papierkrams und zur Straffung der Genehmigungsverfahren in allen Sektoren.
Diese Forderungen spiegeln den Wunsch nach einem pragmatischeren Regulierungsansatz wider, der gesellschaftliche Ziele mit wirtschaftlichen Realitäten in Einklang bringt.
Das breitere wirtschaftliche Umfeld
Der Vorstoss zur Deregulierung erfolgt zu einer Zeit, in der die Schweizer Wirtschaft verschiedenen Herausforderungen gegenübersteht, darunter der globale Wettbewerb und die Notwendigkeit, sich an neue Technologien anzupassen. Die Reduzierung interner Hindernisse könnte einen entscheidenden Impuls geben.
Die Fähigkeit Schweizer Unternehmen, international wettbewerbsfähig zu bleiben, hängt von ihrer Effizienz und Flexibilität ab. Übermässige Bürokratie kann diese Vorteile untergraben.
Auswirkungen auf die Beschäftigung
Die Behauptung, dass 55.000 Vollzeitstellen freigesetzt werden könnten, ist bedeutsam. Dies deutet darauf hin, dass Ressourcen, die derzeit für die Einhaltung von Vorschriften aufgewendet werden, für produktive Aktivitäten umverteilt werden könnten, was potenziell zu Arbeitsplatzschaffung oder erhöhter Produktivität führen könnte.
Eine solche Verschiebung könnte verschiedene Sektoren, von der Fertigung bis zu den Dienstleistungen, begünstigen, indem Unternehmen mehr in ihre Belegschaft oder in Forschung und Entwicklung investieren können.
Wirtschaftlicher Überblick
- Die Schweiz ist ein Hochlohnland, was Effizienz für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend macht.
- Globaler Wirtschaftsdruck verleiht den nationalen Reformbemühungen Dringlichkeit.
- Reduzierte Verwaltungskosten können zu erhöhten Investitionen und Arbeitsplatzwachstum führen.
Die Wirtschaft hofft, dass die Regierung diesen Forderungen nachkommt und sinnvolle Reformen umsetzt. Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Schweiz ein attraktiver und dynamischer Standort für Unternehmen jeder Grösse bleibt.
In Zukunft wird sich zeigen, ob der Bundesrat mit konkreten Massnahmen reagiert, die die Bedenken dieser einflussreichen Wirtschaftsorganisationen aufgreifen. Der fortlaufende Dialog zwischen Regierung und Industrie wird entscheidend sein für die Gestaltung der zukünftigen Regulierungslandschaft.




