Bern wird diesen Sommer sein erstes stationäres Hospiz für Erwachsene eröffnen. Die neue Einrichtung in Oranienburg an der Schänzlistrasse 15 wird eine langjährige Lücke in der palliativen Versorgung im Kanton schliessen. Dies ist ein bedeutender Fortschritt für die Sterbebegleitung in der Region.
Wichtige Erkenntnisse
- Berns erstes Hospiz für Erwachsene öffnet diesen Sommer in Oranienburg.
- Es wird neun Einzelzimmer für Patienten in ihrer letzten Lebensphase bieten.
- Die Einrichtung wird als dreijähriges Pilotprojekt mit kantonaler Unterstützung betrieben.
- Die Finanzierung ist auf Spenden angewiesen, wobei die anfängliche kantonale finanzielle Zusage den Zugang für alle sichert.
- Das Projekt schliesst eine kritische Lücke, da Bern bisher kein spezielles Hospiz für Erwachsene hatte.
Neues Zuhause in Oranienburg
Das Hospiz Bern wird den Betrieb im Gebäude Oranienburg aufnehmen. Dieser Standort wurde durch eine Nutzungsvereinbarung mit der Diaconis Stiftung, der das Grundstück gehört, gesichert. Der ursprüngliche Plan für einen Standort im ehemaligen Altersheim Mon Soleil verzögerte sich aufgrund von Einsprachen.
Regula Mader, Präsidentin der Stiftung Hospiz Mon Soleil Bern, zeigte sich zufrieden mit dem gewählten Standort. Sie betonte die Bedeutung des Standorts Oranienburg für die Pilotphase. Das Hospiz soll allen Menschen zugänglich sein, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren Überzeugungen.
Kurzfakten
- Standort: Oranienburg, Schänzlistrasse 15, Bern
- Anzahl Zimmer: Neun Einzelzimmer für Patienten
- Dauer des Pilotprojekts: Drei Jahre
- Dienstleister: Stiftung Hospiz Mon Soleil Bern
Schliessung einer kritischen Versorgungslücke
Die Eröffnung des Hospizes Bern schliesst direkt eine erhebliche Lücke in den Gesundheitsdienstleistungen. Zuvor verfügte der Kanton Bern über kein spezielles stationäres Hospiz für Erwachsene. Experten schätzen, dass im gesamten Kanton etwa 50 Hospizbetten für Erwachsene benötigt werden, idealerweise regional verteilt.
Diese neue Einrichtung wird spezialisierte Palliativpflege und Sterbebegleitung bieten. Sie richtet sich an erwachsene Patienten in ihrer letzten Lebensphase, wenn eine Krankenhausbehandlung nicht mehr notwendig ist und eine häusliche oder Pflegeheimversorgung nicht möglich ist. Viele Patienten sind diejenigen, deren Leben durch Krankheit abrupt verändert wurde.
„Wir freuen uns sehr, in Oranienburg einen guten Standort für die Pilotphase des Hospizes Bern gefunden zu haben und in wenigen Monaten starten zu können. Das Hospiz Bern steht allen Menschen offen – unabhängig von Glaube, sozialer oder kultureller Herkunft.“ — Regula Mader, Präsidentin der Stiftung Hospiz Mon Soleil Bern
Umfassende Einrichtungen und Dienstleistungen
Das Hospiz Bern ist darauf ausgelegt, eine unterstützende und fürsorgliche Umgebung zu bieten. Es verfügt über neun individuelle Patientenzimmer. Darüber hinaus stehen Gemeinschafts- und Aufenthaltsbereiche für Patienten, ihre Familien und Besucher zur Verfügung. Ein Garten bietet auch einen friedlichen Aussenbereich.
Das Hospiz wird seine Hauswirtschafts- und Catering-Dienstleistungen von Diaconis beziehen. Diese Zusammenarbeit gewährleistet einen effizienten Betrieb und eine qualitativ hochwertige Unterstützung für Patienten und Personal. Das Betriebskonzept ist vollständig entwickelt, und die Personalrekrutierung läuft derzeit, um sich auf die Eröffnung im Sommer vorzubereiten.
Was ist ein stationäres Hospiz?
Ein stationäres Hospiz bietet professionelle Palliativpflege und Begleitung für erwachsene Patienten in ihrer letzten Lebensphase. Es bietet eine persönliche, fürsorgliche Umgebung, wenn Krankenhausaufenthalte nicht mehr erforderlich sind und häusliche Pflege oder Pflegeheimunterstützung unzureichend sind. Der Fokus liegt auf Komfort, Würde und Lebensqualität.
Kantonale Unterstützung und Finanzierungsherausforderungen
Das Projekt Hospiz Bern hat zusammen mit 'La Passerelle' in Corgémont die Genehmigung für ein dreijähriges Pilotprojekt von der kantonalen Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) erhalten. Die GSI hat eine spezielle Finanzierung zugesagt, um sicherzustellen, dass alle Personen Zugang zur Hospizversorgung haben, unabhängig von ihrer finanziellen Situation.
Trotz dieser kantonalen Unterstützung bleibt die Stiftung Hospiz Mon Soleil Bern auf Spenden angewiesen. Regula Mader bestätigte, dass es keine direkte Startfinanzierung vom Kanton Bern gibt. Dies unterstreicht den anhaltenden Bedarf an öffentlichen und privaten Beiträgen, um diese wichtigen Dienstleistungen aufrechtzuerhalten.
Netzwerk von Hospizen im Kanton Bern
Das Hospiz Bern ist Teil einer grösseren Initiative zur Etablierung einer umfassenden Hospizversorgung im gesamten Kanton. Fünf Hospizprojekte für Erwachsene haben die Interessengemeinschaft Hospiz Kanton Bern gegründet. Diese Projekte zielen darauf ab, das gesamte Kantonsgebiet abzudecken und den regionalen Zugang zu spezialisierter Sterbebegleitung zu gewährleisten.
Das Netzwerk umfasst:
- Hospiz Biel-Bienne: Für die Region Biel-Seeland
- Hopespiz: Im Oberland gelegen
- Nangijala: Für die Region Schwarzenburg
- La Passerelle: Dem Berner Jura gewidmet
- Hospiz Bern: Für die Region Bern-Mittelland
Diese koordinierte Anstrengung wird sicherstellen, dass mehr Bewohner Zugang zu der mitfühlenden Pflege erhalten, die sie auf ihrer letzten Reise benötigen. Die Stiftung verhandelt weiterhin die letzten Punkte ihrer Gesamtfinanzierung, um die langfristige Stabilität zu sichern.




