Bern, Schweiz – Der Tod von Saluk, einem Seehund im Tierpark Bern, war nicht auf menschliches Versagen zurückzuführen. Zu diesem Schluss kommt der Berner Stadtrat nach einer detaillierten Untersuchung des Vorfalls. Saluk starb, nachdem er nach einer Operation zur Entfernung eines Fremdkörpers aus seinem Magen nicht mehr aus der Narkose erwachte.
Wichtigste Erkenntnisse
- Seehund Saluk starb nach einer Operation wegen eines verschluckten Fremdkörpers.
- Der Berner Stadtrat schloss menschliches Versagen als Todesursache aus.
- Ein Silikonteil der Dichtung der neuen Seehundanlage wurde verschluckt.
- Die Ursache für das Ablösen der Dichtung war eine unerwartete Materialunverträglichkeit.
- Die neue Anlage des Tierparks gilt trotz des Vorfalls als vorbildlich.
Untersuchung von Saluks Tod
Saluk, der männliche Seehund, hatte in kurzer Zeit erheblich an Gewicht verloren. Dies veranlasste die Tierärzte des Tierparks Bern zu einer gründlichen Untersuchung. Dabei wurde ein Fremdkörper im Magen des Tieres entdeckt.
Es wurde beschlossen, eine Operation zur Entfernung des Objekts durchzuführen. Leider erholte sich Saluk nicht von der während des Eingriffs verabreichten Narkose, was zu seinem Tod führte.
Faktencheck
Der von Saluk verschluckte Fremdkörper war ein Silikonteil. Er stammte von einer Dichtung in der neu renovierten Seehundanlage des Tierparks Bern.
Fragen eines Stadtratsmitglieds
Nach Saluks Tod reichte Tobias Sennhauser, ein Berner Stadtrat der Gruppe 'Tier im Fokus', eine Interpellation ein. Er suchte Antworten zu den Umständen des Vorfalls.
Sennhauser fragte, warum der Fremdkörper erst entdeckt wurde, nachdem Saluk stark an Gewicht verloren hatte. Er erkundigte sich auch nach der Möglichkeit menschlichen Versagens während der medizinischen Behandlung. Des Weiteren wurden Fragen zur Verantwortung der am Bau der neuen Seehundanlage beteiligten Firmen aufgeworfen.
Hintergrund zur Anlage
Der Tierpark Bern hatte kürzlich eine neu renovierte Seehundanlage eröffnet. Sie wurde als besonders moderne Einrichtung beworben. Der Vorfall betraf ein Teil der Fensterdichtung, das sich von dieser neuen Struktur gelöst hatte.
Antwort und Ergebnisse des Stadtrats
Der Berner Stadtrat hat nun seine offizielle Antwort vorgelegt. Darin heisst es, dass ein Fremdkörper im Magen, der keine unmittelbaren Beschwerden verursacht, bei der täglichen Tierpflege und tierärztlichen Routinekontrollen schwer zu entdecken ist.
Die Voruntersuchungen deuten darauf hin, dass kein menschliches Versagen bei Saluks medizinischer Behandlung seinen Tod direkt verursacht hat. Diese Feststellung beantwortet eine zentrale Frage von Stadtrat Sennhauser.
"Die bisherigen Untersuchungen haben zum Zwischenergebnis geführt, dass kein menschliches Versagen bei Saluks medizinischer Behandlung die Todesursache war", erklärte der Berner Stadtrat in seiner öffentlichen Antwort.
Materialprobleme und Anlagenstandards
Der Stadtrat erläuterte weiter die Ursache der abgelösten Dichtung. Sie wurde einer unerwarteten Materialunverträglichkeit zugeschrieben. Der Tierpark Bern und die beteiligten Firmen haben eine gemeinsame Analyse eingeleitet, um dieses Problem vollständig zu verstehen. Strukturelle Anpassungen werden derzeit vorgenommen, um ähnliche Vorfälle zu verhindern.
Trotz des tragischen Ereignisses hält der Berner Stadtrat daran fest, dass die neue Seehundanlage im Tierpark vorbildlich ist. Sie glauben, dass sie die Tierschutzanforderungen erfüllt und sogar übertrifft.
Risikobewertung
Die Tierparkleitung räumt ein, dass ein Restrisiko beim Bau solcher Anlagen nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Sie weist jedoch darauf hin, dass der Vorfall mit Saluk die schwerwiegenden Folgen verdeutlicht, die diese Risiken haben können.
Engagement für den Tierschutz
Der Berner Stadtrat, die Tierparkdirektion und alle beteiligten Mitarbeiter drückten ihr tiefes Bedauern über den Vorfall aus. Sie betonten ihr Engagement für das Wohlergehen der ihnen anvertrauten Tiere.
Die Erklärung des Stadtrats unterstreicht, dass selbst mit umfassendem Fachwissen und wissenschaftlicher Hingabe Risiken in keiner Form der Tierhaltung vollständig ausgeschlossen werden können, unabhängig vom hohen Mass an Sorgfalt.
- Die neue Seehundanlage erfüllt die Tierschutzstandards.
- Eine gemeinsame Analyse mit den Baufirmen läuft noch.
- Strukturelle Anpassungen an der Anlage werden vorgenommen.
Öffentliche Reaktion und Zukunftsaussichten
Der Tod von Saluk löste eine öffentliche Diskussion über Wildtiere in Zoos und Tierparks aus. Viele drückten ihre Trauer aus, während andere die Ethik der Haltung von Wildtieren in Gefangenschaft debattierten.
Der Tierpark überprüft weiterhin seine Praktiken und Infrastruktur. Ziel ist es, die höchsten Sicherheits- und Wohlfahrtsstandards für alle seine Bewohner zu gewährleisten. Dieses Engagement erstreckt sich darauf, aus unglücklichen Ereignissen wie Saluks Tod zu lernen, um zukünftige Abläufe zu verbessern.




