Der Schweizer Bundesrat beabsichtigt, die administrativen Verfahren für Landwirte zu vereinfachen. Diese Initiative zielt darauf ab, die Ernährungssicherheit der Schweiz zu stärken und landwirtschaftlichen Betrieben mehr operative Freiheit zu gewähren. Die Regierung plant zudem, die Marktbeobachtung zu intensivieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Bundesrat strebt eine Reduzierung des administrativen Aufwands für Landwirte an.
- Ziel ist die Stärkung der Ernährungssicherheit und der landwirtschaftlichen Nachhaltigkeit in der Schweiz.
- Direktzahlungen werden stärker ergebnisorientiert ausgerichtet, und die Milchpreisstützung könnte erhöht werden.
- Neue Politiken betonen die gemeinsame Verantwortung von Landwirten, Detailhändlern und Konsumenten.
- Die Finanzierung der Landwirtschaft bleibt von 2030 bis 2033 stabil und entspricht dem Niveau von 2029.
Neuer Rahmen für die Agrarpolitik
Bundesrat Guy Parmelin, der sowohl Landwirtschaftsminister als auch Bundespräsident ist, präsentierte die Eckwerte der Agrarpolitik ab 2030. Diese Kernelemente stellte er auf einer Pressekonferenz in Bern vor.
Der Vorschlag der Regierung betont eine gemeinsame Verantwortung für Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft. Diese Verantwortung erstreckt sich nicht nur auf die Landwirte, sondern auch auf Detailhändler und Konsumenten im ganzen Land.
Wussten Sie schon?
Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) beauftragt, bis September 2026 einen Vernehmlassungsentwurf vorzubereiten. Dieser Entwurf wird die für die neue Agrarpolitik erforderlichen Gesetzesänderungen detailliert darlegen.
Direktzahlungen und Wirtschaftliche Unterstützung
Ein zentraler Bestandteil des neuen Massnahmenpakets ist die stärkere Ergebnisorientierung der Direktzahlungen an Landwirte. Diese Umstellung soll spezifische Ergebnisse anreizen, anstatt lediglich pauschale Subventionen zu gewähren.
Zusätzlich plant die Regierung, die Unterstützung für Milchpreise zu erhöhen. Diese Massnahme soll die wirtschaftliche Lage der Milchwirtschaft verbessern, die ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Landwirtschaft ist.
„Die Zukunft unserer Ernährungssicherheit liegt darin, unsere Landwirte zu stärken und gleichzeitig nachhaltige Praktiken zu gewährleisten. Dies erfordert eine gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten, von der Produktion bis zum Konsum.“
— Bundesrat Guy Parmelin, an einer Pressekonferenz in Bern
Umfassendere Massnahmen für Nachhaltigkeit
Die vorgeschlagenen Änderungen umfassen eine breite Palette zusätzlicher Massnahmen zur Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken. Diese Initiativen decken verschiedene Aspekte der Landwirtschaft und des Umweltschutzes ab.
Ein wichtiger Bereich ist die Festlegung von Zielvereinbarungen mit Detailhändlern. Diese Vereinbarungen sollen eine bessere Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette fördern und nachhaltigere Einkaufspraktiken anregen.
Hintergrund
Die Diskussionen des Bundesrates konzentrierten sich darauf, wie die Schweizer Landwirtschaft im kommenden Jahrzehnt am besten unterstützt werden kann. Ziel ist es, einen robusten Rahmen zu schaffen, der die wirtschaftliche Tragfähigkeit für Landwirte mit dem Umweltschutz in Einklang bringt.
Schutz von Kulturen und Insekten
Die Regierung beabsichtigt auch, Massnahmen zum besseren Schutz von Kulturen einzuführen. Dazu gehören Strategien zur Sicherung der Pflanzengesundheit und zur Reduzierung von Verlusten durch Schädlinge oder Krankheiten.
Entscheidend ist, dass die neue Politik auch den Schutz von Insektenpopulationen in den Fokus rückt. Insekten spielen eine entscheidende Rolle in landwirtschaftlichen Ökosystemen, insbesondere durch die Bestäubung, was ihre Erhaltung für die langfristige Ernährungssicherheit unerlässlich macht.
- Förderung nachhaltiger Produktionsmethoden.
- Gezielte Unterstützung des Pflanzenbaus für die menschliche Ernährung.
- Stärkung der allgemeinen Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Systeme.
Finanzielle Verpflichtung und Gesetzgebungszeitplan
Der Bundesrat hat sich verpflichtet, eine stabile finanzielle Zuweisung für die Landwirtschaft beizubehalten. Das Budget für die Jahre 2030 bis 2033 wird dem Finanzierungsniveau von 2029 entsprechen.
Diese Verpflichtung bietet finanzielle Planbarkeit für Landwirte und unterstützt die langfristige Umsetzung des neuen Politikrahmens. Sie stellt sicher, dass notwendige Investitionen getätigt werden können.
Der Gesetzgebungsprozess für diese Änderungen soll sich in den nächsten Jahren entfalten. Das Schweizer Parlament wird voraussichtlich 2028 den vollständigen Vorschlag debattieren. Dieser Zeitplan ermöglicht eine gründliche Überprüfung und öffentliche Konsultation.
Nächste Schritte
Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) muss bis September 2026 einen detaillierten Vorschlag zur öffentlichen Konsultation erarbeiten. Diese Periode wird es Interessengruppen, einschliesslich Bauernverbänden und Umweltorganisationen, ermöglichen, Feedback zu geben.
Die endgültige Politik wird die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft prägen und Herausforderungen wie Klimawandel, Verlust der Biodiversität und Marktvolatilität angehen. Die Regierung strebt einen ausgewogenen Ansatz an, der die Landwirte unterstützt und gleichzeitig die Verbraucherforderungen nach nachhaltigen und sicheren Lebensmitteln erfüllt.
Diese umfassende Reform spiegelt eine proaktive Haltung der Schweizer Regierung wider, um die Vitalität und Nachhaltigkeit ihres Agrarsektors für die kommenden Jahrzehnte zu sichern. Die Betonung von Bürokratieabbau und ergebnisorientierter Unterstützung markiert einen bedeutenden Wandel.




