Ein anonymer Aufruf zu einem mehrtägigen Bauernprotest auf dem Berner Bundesplatz kursiert seit Ende Dezember in den sozialen Medien. Die ursprünglich für den 12. Januar 2026 geplante Demonstration ist nun unsicher, wobei die Stadtverwaltung keine unmittelbaren Pläne für Montagabend bestätigt.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein anonymer Organisator, 'Wilhelm Tel', rief zu einem mehrtägigen Bauernprotest in Bern auf.
- Der Protest war ursprünglich vom 12. Januar 2026 bis zum 16. Januar 2026 angesetzt.
- Die Berner Stadtpolizei gibt an, dass für Montagabend keine Demonstration geplant ist.
- Die Organisatoren schlagen einen möglichen Start bereits am Freitag vor.
- Bauern nennen hohe Arbeitsbelastung, niedrige Löhne und Hofschliessungen als Gründe für den Protest.
Unsicherheit um Bundesplatz-Demonstration
Der geplante Bauernprotest, angekündigt von einem anonymen Facebook-Nutzer namens 'Wilhelm Tel', hat grosse Aufmerksamkeit erregt. Der ursprüngliche Aufruf sah ein fünftägiges, viertägiges Lager direkt auf dem Bundesplatz vor, beginnend am Montagabend.
Jüngste Gespräche zwischen den Stadtbehörden und den Organisatoren deuten jedoch auf einen anderen Zeitplan hin. Norbert Esseiva, Leiter der Stadt- und Gewerbepolizei, bestätigte, dass für Montagabend keine Demonstration geplant ist.
Fakt: Dauer des Protests
Der ursprüngliche Aufruf sah einen Protest vom 12. Januar 2026, 17 Uhr, bis zum 16. Januar 2026, 9 Uhr, vor.
„Wir hatten am Freitag ein Treffen mit den Organisatoren der angekündigten Demonstration“, so Esseiva. Während Massnahmen besprochen werden, ist der aktuelle Stand, dass eine Versammlung auf dem Bundesplatz am Montag nicht stattfinden wird.
Die Behörden rechnen nun damit, dass Massnahmen bereits am Freitag stattfinden könnten. Die genaue Form und der Zeitpunkt des Protests bleiben unklar und lassen viele Fragen offen.
Nachrichten und Forderungen des Organisators
Der anonyme Organisator, 'Wilhelm Tel', war für direkte Kommentare schwer zu erreichen. Am Montagmorgen wurde ein Video mit dem Titel „Bern wir kommen“ veröffentlicht, das die fortgesetzte Absicht zum Protest signalisiert.
Am Vorabend teilte der Organisator Pläne mit, ein Lager auf einem Bauernhof in Kehrsatz, Kanton Bern, einzurichten. Dies deutet auf einen möglichen Sammelpunkt abseits des unmittelbaren Stadtzentrums hin.
Hintergrund: Der Bundesplatz
Der Bundesplatz in Bern ist ein prominenter öffentlicher Platz vor dem Bundeshaus. Er ist ein häufiger Ort für nationale Demonstrationen und öffentliche Versammlungen in der Schweiz.
Der ursprüngliche Facebook-Beitrag erläuterte die Ziele des Protests. Die Teilnehmer wollten diskutieren, „was es für eine nachhaltige Landwirtschaft braucht“. Ziel war es, diese entwickelten Forderungen am Ende des Protests dem Bundesrat zu präsentieren.
Der Aufruf warnte auch vor möglichen Verkehrsbehinderungen in der ganzen Schweiz aufgrund von Traktorbewegungen. Er bat die Öffentlichkeit um Verständnis und forderte die Polizei auf, den Teilnehmern freie Fahrt zu ermöglichen.
Gründe für die Beschwerden der Bauern
Die Hauptgründe für den geplanten Protest liegen in erheblichen Herausforderungen, mit denen der Agrarsektor konfrontiert ist. Die Bauern heben eine hohe Arbeitsbelastung in Verbindung mit einer unzureichenden Vergütung für ihre Bemühungen hervor.
Ein weiteres grosses Anliegen ist der anhaltende Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe. Der anonyme Organisator erklärte: „Wir sind nicht länger bereit, zuzusehen, wie jährlich 1,4 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe schliessen.“ Diese Statistik unterstreicht den wirtschaftlichen Druck auf Schweizer Bauern.
„Wir sind nicht länger bereit, zuzusehen, wie jährlich 1,4 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe schliessen.“
Der Protest soll laut, aber friedlich verlaufen. Die Organisatoren betonten ihr Engagement für Gewaltlosigkeit und konzentrierten sich darauf, auf ihre Notlage aufmerksam zu machen.
Logistik und Gemeinschaftsunterstützung
Der Aufruf von 'Wilhelm Tel' enthielt auch einige logistische Details für das geplante Lager. Der Organisator kündigte an, mit einer „grossen Feldküche“ anzureisen. Diese Küche würde einfache, herzhafte Mahlzeiten servieren.
Auf der Speisekarte standen traditionelle Gerstensuppe, Kartoffeln und Linsen. Weitere Infrastruktur für den Protest sollte von den teilnehmenden Bauern selbst mitgebracht werden, was ein Gefühl der Gemeinschaft und des gemeinsamen Engagements förderte.
Der erste Bericht der Agrarzeitung „Schweizer Bauer“ deutete auf die Authentizität des Protests hin. Sogar die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA führte die Veranstaltung in ihrer Agenda auf, was den weit verbreiteten Glauben an ihre Legitimität vor der Klarstellung der Stadt unterstreicht.
Die sich entwickelnde Situation vor Ort in Bern wird bestimmen, ob und wann diese Bauern ihre Anliegen auf den Bundesplatz bringen. Die Landwirtschaftsgemeinschaft bleibt hoffnungsvoll, dass ihre Stimmen gehört werden.




