Die Sozialdemokratische Partei (SP) und die Grünen im Kanton Bern haben ihren gemeinsamen Wahlkampf für die bevorstehenden kantonalen Wahlen im März lanciert. Ihre Plattform betont Solidarität, Klimaschutz und Verlässlichkeit als Kernwerte für die Zukunft des Kantons. Die Parteien streben an, eine Mehrheit im Regierungsrat, der Berner Exekutive, zurückzugewinnen.
Wichtige Erkenntnisse
- SP und Grüne setzen im Wahlkampf auf Solidarität, Klima und Verlässlichkeit.
- Ihr Ticket umfasst Evi Allemann, Aline Trede, Reto Müller und Hervé Gullotti.
- Das Hauptziel ist die Sicherung einer Mehrheit im Regierungsrat.
- Sie kritisieren die aktuelle Politik, die Steuersenkungen gegenüber öffentlichen Dienstleistungen bevorzugt.
- Schwerpunkte sind bezahlbarer Wohnraum, Gesundheitswesen und Energiewende.
Rotgrün stellt gemeinsames Wahlticket vor
Das Bündnis von SP und Grünen, bekannt als Rotgrün, präsentierte sein Vierer-Ticket für die Regierungsratswahlen. Das Team umfasst die amtierende Regierungsrätin Evi Allemann (SP), die sich zur Wiederwahl stellt. Begleitet wird sie von Nationalrätin Aline Trede (Grüne), dem Langenthaler Stadtpräsidenten Reto Müller (SP) und dem Gemeindepräsidenten von Tramelan und ehemaligen Grossrat Hervé Gullotti (SP).
Diese Koalition strebt eine Verschiebung des politischen Gleichgewichts im Kanton an. Der Berner Regierungsrat hat eine mehrheitlich bürgerliche Mehrheit. Das rotgrüne Bündnis erklärt explizit sein Ziel, die Kontrolle über die Exekutive zurückzugewinnen, eine anspruchsvolle Aufgabe angesichts der politischen Landschaft des Kantons.
Wahl-Snapshot
- Datum: Kantonale Wahlen im März
- Bündnis: SP und Grüne (Rotgrün)
- Motto: "Zäme witercho" (Gemeinsam weiterkommen)
- Kandidierende: Evi Allemann, Aline Trede, Reto Müller, Hervé Gullotti
Den Status Quo herausfordern
Hervé Gullotti sprach die Schwierigkeiten an, in einem Kanton mit starker bürgerlicher Präsenz Wahlkampf zu führen. Er bemerkte, dass die Linke historisch gesehen mit grossen Herausforderungen konfrontiert war. Gullotti betonte die Bedeutung der Förderung progressiver Positionen, insbesondere wenn Rechtspopulismus in ganz Europa an Bedeutung gewinnt.
Das rotgrüne Bündnis kritisiert die aktuelle bürgerliche Politik. Sie argumentieren, dass diese Politik die Bedürfnisse der allgemeinen Bevölkerung ausser Acht lässt. Insbesondere verweisen sie auf Budgetkürzungen, die mit angeblichen Sparmassnahmen gerechtfertigt werden, während gleichzeitig Unternehmen und wohlhabenden Personen Steuervorteile gewährt werden.
"In einer Zeit, in der die Rechte mit Populismus in ganz Europa einen Aufschwung erlebt, ist es notwendiger denn je, linke Positionen zum Erfolg zu verhelfen."
Priorisierung von Sozialleistungen und öffentlichen Diensten
SP und Grüne versprechen, sich für eine Gesellschaft einzusetzen, die auf Solidarität basiert. Ihre Plattform umfasst Verpflichtungen zu einem umfassenden Gesundheitssystem und bezahlbaren Krankenkassenprämien. Sie priorisieren auch den Klimaschutz und den Übergang zu erneuerbaren Energien.
Der Kampagnenslogan "zäme witercho", was "gemeinsam weiterkommen" bedeutet, fasst ihre Vision zusammen. Sie glauben, dass ein starker Kanton die Menschenwürde respektiert, Sicherheit gewährleistet, verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen schafft und Gleichheit fördert. Diese Prinzipien werden als entscheidend für die Förderung von Sicherheit, Vertrauen und nachhaltigen Perspektiven angesehen, insbesondere in unsicheren globalen Zeiten.
Der Berner Regierungsrat
Der Regierungsrat ist die Exekutive des Kantons Bern. Er besteht aus sieben Mitgliedern, die vom Volk gewählt werden. Der Rat ist für die tägliche Verwaltung des Kantons und die Umsetzung der vom Grossrat verabschiedeten Gesetze zuständig.
Wichtige öffentliche Anliegen ansprechen
Regierungsrätin Evi Allemann identifizierte die wachsende Knappheit an bezahlbarem Wohnraum als grosse Herausforderung. Sie betonte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Kanton, Gemeinden und Privatwirtschaft. Ein aktiver und ausgewogener Ansatz in der Wohnungs- und Raumplanung ist unerlässlich, um vielfältige Wohnbedürfnisse zu erfüllen.
Nationalrätin Aline Trede betonte, dass Gesundheit und Klima die grössten Anliegen der Bevölkerung sind. Laut jüngsten Umfragen belasten diese Themen die Bewohner stark. Trede argumentierte, dass Klimaschutz nicht aufgeschoben werden kann. Sie hob die Anfälligkeit Berns für den Klimawandel hervor, insbesondere in seinen Bergregionen und bei städtischen Hitzewellen, was sofortiges Handeln erfordert.
Die Energie- und Verkehrswende muss sozialverträglich und effizient umgesetzt werden. Das bedeutet, dass Klimapolitik nicht unverhältnismässig vulnerable Bevölkerungsgruppen belasten darf, während gleichzeitig Umweltziele erreicht werden.
Klimaauswirkungen in Bern
- Grosse Bergregionen sind empfindlich gegenüber Temperaturänderungen.
- Städtische Gebiete erleben zunehmende Hitzewellen.
- Schnelles Handeln ist für die Energie- und Verkehrswende erforderlich.
Investitionen in einen starken Kanton
Reto Müller unterstrich die Abhängigkeit der Wirtschaft von einem starken und leistungsfähigen Staat. Er erklärte, dass der Kanton keine Aktiengesellschaft sei und auch nicht als solche geführt werden sollte. Während ein Unternehmen sich aus unrentablen Bereichen zurückziehen kann, kann und sollte der Staat dies nicht tun.
Müller plädierte für gezielte Investitionen anstelle von Steuersenkungen. Er ist der Meinung, dass diese Investitionen sich auf Bereiche konzentrieren sollten, die den Kanton stärken: Gesundheit, soziale Dienste, Bildung, Mobilität, Sport und Kultur. Er betrachtet Sport und Kultur nicht als Kostenfaktoren, sondern als wesentliche Standortfaktoren, die die Attraktivität und Lebensqualität des Kantons steigern.
Der Kanton muss Bedingungen schaffen, die bestehende Arbeitsplätze erhalten und die Schaffung neuer erleichtern. Dazu gehört die Förderung des Übergangs zu sauberen Technologien, was Müller als entscheidend für zukünftiges Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit betonte.




