Der Berner Stadtrat hat eine substanzielle Gebührenbefreiung für das Berner Stadtfest 2026 in Höhe von rund 400'000 Schweizer Franken genehmigt. Dieser Entscheid, der mit 57 zu 17 Stimmen angenommen wurde, soll die Durchführbarkeit des Festivals sichern und die Innenstadt vom 19. bis 21. Juni in eine lebendige Festzone mit freiem Eintritt für alle verwandeln.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Berner Stadtrat genehmigte eine Gebührenbefreiung von 400'000 CHF für das Stadtfest 2026.
- Die Befreiung umfasst die Nutzung öffentlicher Flächen, Beschilderung, Strassenreinigung und Polizeidienste.
- Das Festival, das vom 19. bis 21. Juni stattfindet, bietet freien Eintritt und ein Budget von 1,4 Millionen CHF.
- Abweichende Stimmen äusserten Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von Sponsoren und der Repräsentation.
- Das Motto der Veranstaltung lautet «Feiere das Vertraute, entdecke das Unbekannte».
Stadtrat genehmigt finanzielle Unterstützung für Grossanlass
Die Abstimmung des Berner Stadtrats am Donnerstag festigte die Unterstützung für das bevorstehende Stadtfest. Die Organisatoren werden für mehrere wichtige Dienstleistungen keine Gebühren entrichten müssen. Dazu gehören die Nutzung öffentlicher Flächen, notwendige Beschilderungen, Strassenreinigungsarbeiten und die Polizeipräsenz während der Veranstaltung.
Diese finanzielle Entlastung ist entscheidend für die Durchführung des Festivals. Der Gemeinderat hatte die Befreiung zuvor beantragt und dabei das erhebliche öffentliche Interesse an der Veranstaltung angeführt. Er erklärte, dass die Durchführung des Festivals ohne diesen Einnahmeverzicht nicht möglich wäre.
Festival-Finanzen
- Gesamte Gebührenbefreiung: 400'000 CHF
- Geschätztes Gesamtbudget: 1,4 Millionen CHF
- Hauptfinanzierungsquellen: Sponsoring und Standmieten
Finanzierungsmodell und Budgetübersicht
Das Budget des Festivals beläuft sich auf rund 1,4 Millionen Schweizer Franken. Diese Summe wird vom organisierenden Verein verwaltet. Die Hauptfinanzierungsquellen stammen aus Unternehmenssponsoring und Mietgebühren für Marktstände und Verkaufsflächen. Dieses Modell ist üblich für grosse öffentliche Veranstaltungen, die freien Zugang bieten.
Ziel ist es, eine inklusive Veranstaltung zu schaffen, die für alle zugänglich ist. Freier Eintritt bedeutet, dass finanzielle Barrieren Bewohner oder Besucher nicht daran hindern, an den Festlichkeiten teilzunehmen. Dies steht im Einklang mit dem Argument des öffentlichen Interesses, das vom Gemeinderat vorgebracht wurde.
Debatte über Art und Inklusivität des Festivals
Trotz der deutlichen Mehrheit war die Entscheidung nicht einstimmig. Mehrere Fraktionen äusserten ihren Widerstand. Die Fraktionen GB/JA und AL/PdA/TIF stimmten dagegen.
Ihre Hauptsorge galt der Abhängigkeit des Festivals von Sponsorengeldern. Sie argumentierten, dass eine Veranstaltung, die stark von privaten Sponsoren finanziert wird, die breitere Gemeinschaft möglicherweise nicht ausreichend repräsentiert. Dies warf Fragen zur grundlegenden Unterstützung des Festivals auf.
"Die Opposition war grundsätzlich gegen die Gebührenbefreiung für ein Festival, das nicht breit abgestützt ist und auf Sponsorengelder angewiesen ist."
Forderungen nach vielfältiger Repräsentation
Die Fraktion GB/JA stimmte insbesondere gegen die Massnahme, weil ihre vorgeschlagenen Bedingungen nicht berücksichtigt wurden. Sie hatten Auflagen vorgelegt, die darauf abzielten, die Vielfalt und Repräsentation im Festivalprogramm zu erhöhen. Eine zentrale Forderung war, dass mindestens 50 Prozent der auftretenden Personen sich als Frauen, inter-, nicht-binäre, trans- oder agender Personen identifizieren.
Dies unterstreicht eine wachsende Nachfrage nach inklusiveren Programmen bei öffentlichen Veranstaltungen. Befürworter dieser Bedingungen glauben, dass Stadtfeste die Vielfalt der Bevölkerung widerspiegeln sollten, der sie dienen. Sie argumentieren, dass öffentliche Gelder, auch in Form von Befreiungen, Veranstaltungen unterstützen sollten, die sich für Gleichberechtigung einsetzen.
Berner Festivalgeschichte
Im Gegensatz zu einigen anderen Schweizer Städten hat Bern keine lange Tradition häufiger Stadtfeste. Frühere Veranstaltungen fanden 1991, 2016 und 2022 statt. Das Festival 2026 setzt diesen jüngeren Trend intermittierender Grossveranstaltungen fort.
Festivalthema und geplante Attraktionen
Das Berner Stadtfest 2026 trägt das Motto «Feiere das Vertraute, entdecke das Unbekannte». Das Thema deutet auf eine Mischung aus traditionellen Elementen und neuen Erfahrungen hin.
Die Besucher können ein breites Spektrum an Aktivitäten erwarten. Geplant sind Live-Konzerte auf mehreren Bühnen. Verschiedene Märkte werden Waren und Kunsthandwerk anbieten. Kulinarische Köstlichkeiten werden von zahlreichen Anbietern auf den Plätzen und in den Gassen der Stadt erhältlich sein. Dies verspricht ein reichhaltiges kulturelles und gastronomisches Erlebnis für alle.
Transformation der Innenstadt
Das Festival zielt darauf ab, die Berner Innenstadt in eine einzige grosse Festzone zu verwandeln. Dies beinhaltet die Nutzung mehrerer wichtiger öffentlicher Räume. Ziel ist es, eine lebendige Atmosphäre zu schaffen, in der Menschen zusammenkommen, Musik geniessen, Märkte erkunden und lokale sowie internationale Speisen probieren können. Die Politik des freien Eintritts ist zentral für diese Vision und sichert eine breite Beteiligung.
- Konzerte: Mehrere Bühnen mit vielfältigen musikalischen Darbietungen.
- Märkte: Stände mit lokalen Produkten, Kunsthandwerk und Souvenirs.
- Kulinarisches Angebot: Eine grosse Auswahl an Speisen und Getränken.
- Öffentliche Räume: Aktivierung von Stadtplätzen und engen Gassen.
Die Organisatoren hoffen, dass dieser Ansatz sowohl Bewohner als auch Touristen anziehen wird. Er bietet die Möglichkeit, den lebendigen Gemeinschaftsgeist Berns zu erleben. Das Festival bietet auch eine Plattform für lokale Künstler, Unternehmen und Kulturgruppen, um ihre Talente und Produkte zu präsentieren.
Blick auf Juni 2026
Mit der nun bestätigten Gebührenbefreiung kann das Organisationskomitee mit der detaillierten Planung fortfahren. Der Fokus wird sich auf die Finalisierung des Programms, die Sicherung von Künstlern und die Koordination der Logistik verlagern. Die Veranstaltung wird ein wichtiges Highlight im Berner Kulturkalender sein.
Die Entscheidung des Stadtrats spiegelt das Engagement wider, grosse öffentliche Versammlungen zu unterstützen. Diese Veranstaltungen fördern den Gemeinschaftsgeist und ziehen Besucher an. Trotz der finanziellen Auswirkungen und der damit verbundenen Debatte ist die Mehrheit der Meinung, dass die Vorteile die Kosten überwiegen.
Das Berner Stadtfest 2026 verspricht ein unvergessliches Ereignis zu werden. Es wird Menschen aus allen Gesellschaftsschichten zusammenbringen. Die Mischung aus vertrauten Traditionen und neuen Entdeckungen untermauert sein übergreifendes Thema. Diese Feier wird zweifellos einen bleibenden Eindruck in der Stadt und bei ihren Besuchern hinterlassen.




