Der Berner Stadtrat hat den aktuellen Personalbestand für Kommunikation und Marketing innerhalb der Stadtverwaltung offiziell als angemessen erklärt. Diese Stellungnahme ist eine Antwort auf eine Interpellation von FDP-Stadtrat Thomas Hofstetter, der die Notwendigkeit von fast 27 Vollzeitstellen für diese Aufgaben in Frage stellte.
Wichtigste Erkenntnisse
- Der Berner Stadtrat hält 26,85 Vollzeitstellen in der Kommunikation für angemessen.
- Die Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie beschäftigt das meiste Kommunikationspersonal.
- Stadtrat Hofstetter schlug einen Richtwert von einer Kommunikationsstelle pro 10.000 Einwohner vor.
- Der Stadtrat betont die gesetzliche Pflicht eines demokratischen Staates, seine Bürger zu informieren.
Kommunikationsressourcen der Stadtverwaltung
Die Berner Stadtverwaltung beschäftigt derzeit insgesamt 26,85 Vollzeitäquivalente (VZÄ) für Kommunikations- und Marketingaufgaben. Diese Zahl wurde vom Stadtrat in seiner detaillierten Antwort auf die Anfrage mitgeteilt.
Der grösste Teil dieser Ressourcen ist in der Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie angesiedelt. Diese Direktion setzt 5,7 Vollzeitstellen für ihre Kommunikationsarbeit ein.
Aufschlüsselung des Kommunikationspersonals
- Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie: 5,7 VZÄ
- Informationsdienst: 5,5 VZÄ
- Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün: 4,0 VZÄ
Dicht gefolgt vom Informationsdienst, der 5,5 VZÄ ausmacht. Die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün unterhält ebenfalls eine bedeutende Kommunikationspräsenz mit 4,0 Vollzeitstellen.
Die Interpellation und Gegenargumente
FDP-Stadtrat Thomas Hofstetter initiierte die Diskussion, indem er sich auf eine Richtlinie bezog. Er schlug vor, dass etwa eine Kommunikationsstelle pro 10.000 Einwohner ein geeigneter Richtwert wäre. Für Bern würde dies bei seiner Bevölkerungszahl etwa 15 Stellen bedeuten.
Der Stadtrat vertritt jedoch eine andere Ansicht. Er erklärte, dass es keine Anzeichen für eine Überbesetzung gebe. Die Antwort des Stadtrats unterstreicht die grundlegende Rolle der öffentlichen Kommunikation in einer demokratischen Gesellschaft.
„Ein demokratischer Staat hat eine gesetzliche Pflicht, seine Bevölkerung zu informieren. Behörden müssen Herausforderungen frühzeitig erkennen und eine öffentliche Debatte ermöglichen, unter anderem indem sie Entscheidungen verständlich vermitteln.“
Diese Aussage unterstreicht die Überzeugung des Stadtrats, dass effektive Kommunikation nicht nur optional, sondern eine rechtliche und funktionale Notwendigkeit für eine transparente Regierungsführung ist.
Warum Kommunikation für den öffentlichen Dienst unerlässlich ist
Der Stadtrat betonte, dass die Arbeit der Stadtverwaltung der Öffentlichkeit dient. Dieser Dienst erfordert angemessene Kommunikation, um sicherzustellen, dass die Bürger über Entscheidungen, Herausforderungen und Möglichkeiten informiert sind.
Gesetzliche Informationspflicht
Das Schweizer Recht, ähnlich wie in vielen demokratischen Nationen, schreibt vor, dass Regierungsstellen ihre Bürger informieren müssen. Dies gewährleistet Transparenz, ermöglicht die öffentliche Beteiligung und trägt dazu bei, das Vertrauen zwischen Regierung und Bürgern aufrechtzuerhalten. Klare Kommunikation verhindert Missverständnisse und fördert ein informiertes bürgerschaftliches Engagement.
Rechtzeitige und klare Kommunikation hilft der Öffentlichkeit, komplexe Verwaltungsprozesse und politische Änderungen zu verstehen. Sie ermöglicht es den Einwohnern, sich sinnvoll an der lokalen Regierung zu beteiligen und Beamte zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Rolle der öffentlichen Information in einer modernen Stadt
Im heutigen schnelllebigen Informationsumfeld stehen Stadtverwaltungen vor steigenden Anforderungen. Sie müssen nicht nur Informationen verbreiten, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung steuern und mit verschiedenen Gemeinschaften in Kontakt treten.
Das Argument des Stadtrats konzentriert sich auf die Idee, dass eine robuste Kommunikation es den Behörden ermöglicht, Probleme proaktiv anzugehen. Sie fördert den öffentlichen Diskurs und stellt sicher, dass Regierungsentscheidungen nicht nur getroffen, sondern auch von den Betroffenen verstanden werden.
Effektive Kommunikationsstrategien umfassen mehr als nur Pressemitteilungen. Sie beinhalten die Verwaltung digitaler Plattformen, die Beantwortung von Bürgeranfragen und die Erläuterung komplexer Stadtentwicklungsprojekte oder Umweltinitiativen.
Ausblick
Die Debatte zwischen dem Stadtrat und Stadtrat Hofstetter beleuchtet unterschiedliche Perspektiven auf Verwaltungseffizienz versus öffentliche Transparenz. Während einige Kommunikationsrollen als Overhead betrachten könnten, behauptet der Stadtrat deren integralen Charakter für das demokratische Funktionieren.
Die Verteidigung des Personalbestands in der Kommunikation durch den Stadtrat spiegelt ein Engagement für seine rechtliche und bürgerliche Pflicht wider. Sie unterstreicht die Bedeutung, die der Information und Beteiligung der Berner Bürger an der Stadtverwaltung beigemessen wird.




