Der Berner Tierpark Dählhölzli steht vor einer bedeutenden Transformation. Das Stadtberner Stimmvolk wird im Juni über umfangreiche Umbaupläne entscheiden. Die vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, die Einrichtungen zu modernisieren, das Tierwohl zu verbessern und das Besuchererlebnis zu steigern, nachdem der Stadtrat die Pläne stark befürwortet hat.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Berner Stimmvolk entscheidet im Juni über die Entwicklungspläne des Tierparks Dählhölzli.
- Der Stadtrat genehmigte die Zonenplanänderungen mit 61 zu 3 Stimmen.
- Die Pläne umfassen den Ersatz des alten Bauernhofgebäudes, einen neuen Haupteingang und einen neuen Familientierpark.
- Das Projekt legt Wert auf Tierwohl, Nachhaltigkeit und moderne Infrastruktur.
- Eine frühere Kontroverse um den Streichelzoo führte zu einer öffentlichen Petition.
Umfassende Neugestaltung für den Tierpark Dählhölzli
Der Tierpark Dählhölzli, eine beliebte Attraktion in Bern, sucht die öffentliche Zustimmung für eine umfassende Neugestaltung. Die Pläne umfassen den Ersatz des aktuellen Bauernhofgebäudes, den Bau eines neuen Haupteingangsgebäudes an der Aare und die Schaffung eines neuen Familientierparkbereichs zwischen diesen Strukturen. Diese Änderungen sollen den Tierpark auf zeitgemäße Standards bringen.
Stadtpräsidentin Marieke Kruit betonte die strategische Bedeutung dieser Abstimmung. Sie erklärte, dass die Entscheidung die zukünftige Entwicklung des Tierparks innerhalb klar festgelegter Parameter definieren würde. Es gehe bei dem Projekt nicht um eine unbegrenzte Expansion, sondern um eine gezielte Anpassung an aktuelle Anforderungen.
Wussten Sie schon?
Der Berner Stadtrat genehmigte die Zonenplanänderungen für die Entwicklung des Tierparks Dählhölzli mit einer deutlichen Mehrheit von 61 Ja-Stimmen, 3 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen. Diese breite Zustimmung deutet auf eine starke politische Unterstützung für die vorgeschlagenen Renovierungen hin.
Fokus auf Tierwohl und Nachhaltigkeit
Ein Kernaspekt der vorgeschlagenen Entwicklung ist ein erneuertes Engagement für Tierwohl und nachhaltige Praktiken. Die aktualisierte Infrastruktur zielt darauf ab, artgerechte Tierunterkünfte zu schaffen, die Energieeffizienz zu verbessern und Maßnahmen zum Hochwasserschutz und zur Klimaanpassung umzusetzen.
Stadtratsmitglieder hoben diese Vorteile während der Diskussionen hervor. Salome Mathys von der Grünliberalen Partei bemerkte, dass sich der Tierpark in Richtung eines größeren Tierwohls und moderner, nachhaltiger Einrichtungen entwickeln könnte. Die Einbeziehung eines neuen Familientierparks signalisiert auch das Engagement des Zoos, den Bedürfnissen der Gemeinschaft gerecht zu werden.
„Es ist eine strategische Weichenstellung“, sagte Stadtpräsidentin Marieke Kruit. „Es geht darum, wie sich der Tierpark unter klar definierten Rahmenbedingungen weiterentwickeln kann.“
Umgang mit früheren Bedenken
Der Vorschlag kommt nach einer Zeit öffentlicher Debatten über das Angebot des Tierparks. Im Jahr 2023 kündigte die Tierparkleitung die Schliessung ihres Streichelzoos an. Diese Entscheidung löste einen erheblichen öffentlichen Aufschrei aus und führte zu einer Petition, die von über 5.000 Personen, organisiert von der SVP und ihren Partnern, unterzeichnet wurde.
Die Initiative wurde schliesslich zurückgezogen, nachdem der Tierpark sein Engagement für die Beibehaltung von Kinderaktivitäten bestätigt hatte. Der geplante neue Familientierpark ist eine direkte Reaktion auf dieses öffentliche Feedback und stellt sicher, dass familienfreundliche Angebote ein zentraler Bestandteil des Dählhölzli-Erlebnisses bleiben.
Hintergrund zum Tierpark Dählhölzli
Der Tierpark Dählhölzli, offiziell Tierpark Bern genannt, liegt an der Aare in Bern, Schweiz. Er ist bekannt für seine naturnahen Gehege und seinen Fokus auf Artenschutz. Der Tierpark ist ein beliebtes Ziel für Einheimische und Touristen und bietet eine einzigartige Gelegenheit, Wildtiere in einer Umgebung zu beobachten, die sich in die natürliche Landschaft einfügt.
Die Debatte um die Modernisierung des Tierparks
Während die Mehrheit des Stadtrats die Pläne unterstützte, äusserten einige Stimmen grundlegende Kritik. Tobias Sennhauser von der Organisation 'Tier im Fokus' argumentierte, dass das Kernziel des Projekts darin bestehe, die Attraktivität des Tierparks zu steigern und mehr Besucher anzuziehen. Er schlug vor, dass Zoos in ständigem Wettbewerb stünden, was sie dazu antreibe, neue Attraktionen und Erlebnisse zu schaffen.
Sennhauser beschrieb dies als ein „Wettrüsten nicht zugunsten der Tiere, sondern der Zoos.“ Er ist der Meinung, dass das Dählhölzli primär den Tieren und dem Artenschutz dienen sollte. Aus seiner Sicht sind neue Tiergehege oder ein neuer Eingang dafür nicht notwendig.
- Projektziele: Moderne Infrastruktur, verbessertes Tierwohl, Energieeffizienz, Hochwasserschutz, Klimaanpassung.
- Gemeinschaftliche Auswirkungen: Fortsetzung familienfreundlicher Angebote, einschliesslich eines neuen Familientierparks.
- Umweltfokus: Nachhaltige Praktiken in neue Bauten integriert.
Die bevorstehende Volksabstimmung wird ein entscheidender Moment für den Tierpark Dählhölzli sein. Sie wird die Richtung seiner zukünftigen Entwicklung bestimmen und die Bedürfnisse seiner tierischen Bewohner mit den Erwartungen seiner Besucher und der breiteren Gemeinschaft in Einklang bringen. Das Ergebnis wird eine der beliebtesten Institutionen Berns für die kommenden Jahrzehnte prägen.




