Die Grüne Partei in der Schweizerischen Bundesversammlung bereitet sich auf einen bedeutenden Übergang in ihrer parlamentarischen Führung vor. Schlüsselfiguren wie Aline Trede und Balthasar Glättli könnten bald ihre eidgenössischen Ämter aufgeben, um Positionen in kantonalen und städtischen Regierungen zu übernehmen. Dieser potenzielle Wechsel folgt auf jüngste politische Erfolge der Partei.
Wichtige Erkenntnisse
- Aline Trede und Balthasar Glättli, prominente Mitglieder der Grünen Partei, könnten die Bundesversammlung verlassen.
- Trede kandidiert für die Berner Kantonsregierung; Glättli strebt die Zürcher Stadtregierung an.
- Ihr Ausscheiden würde ein Vakuum an erfahrener Führung innerhalb der Grünen Fraktion schaffen.
- Die Partei ist überzeugt, über eine starke Basis erfahrener Mitglieder und fähiger Nachfolger zu verfügen.
- Der Fokus liegt auf der schnellen Integration neuer Nationalratsmitglieder für zukünftige politische Herausforderungen.
Potenzielles Ausscheiden wichtiger Grüner Persönlichkeiten
Aline Trede, 42, amtiert derzeit als Fraktionschefin der Grünen Partei. Sie strebt an, bis Ende März einen Sitz in der Berner Kantonsregierung zu sichern, um Christine Häsler, 62, die in den Ruhestand tritt, zu ersetzen. Trede war bereits von 2013 bis 2015 und ununterbrochen seit 2018 im Nationalrat tätig.
Balthasar Glättli, 54, ein weiteres langjähriges Mitglied, könnte noch früher in die Zürcher Stadtregierung eintreten. Er ist seit über 14 Jahren Mitglied des Nationalrats. Glättli hatte bedeutende Rollen inne, darunter Fraktions- und Parteipräsident. Sein potenzieller Wechsel nach Zürich ist vom Wunsch getrieben, Klimapolitik direkt auf kommunaler Ebene umzusetzen.
Balthasar Glättli erklärte: „In Bern setzen wir Ziele; in Zürich kann ich sie umsetzen – zum Beispiel mit dem Ausbau der Solarenergie.“
Diese potenziellen Abgänge verdeutlichen einen breiteren Trend. Auch Parteipräsidentin Lisa Mazzone, 38, ist nicht mehr im Parlament. Dies wirft Fragen nach der Fähigkeit der Partei auf, ihre Agenda innerhalb der Bundesgesetzgebung effektiv zu steuern.
Kurzinfo
Die Fraktion der Grünen Partei hat viele Mitglieder mit mindestens sechs Jahren Erfahrung, was eine solide Grundlage für eine neue Führung bietet.
Führungswechsel und Nachfolgepläne
Trotz der bevorstehenden Veränderungen äussert Fraktionschefin Trede Zuversicht in die Bereitschaft der Partei. Sie verweist auf eine robuste interne Struktur. Die Partei verfügt über vier Vizepräsidenten innerhalb der Fraktion, die alle über beträchtliche Erfahrung verfügen. Zusätzlich tragen langjährige Kantonalpräsidenten zum Führungspool bei.
Die Mehrheit der Mitglieder der Grünen Fraktion ist seit mindestens sechs Jahren im Amt. Diese Erfahrungsbasis ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Kontinuität. Trede bestätigte auch, dass die Vorbereitungen für den Wahlkampf 2027 bereits im Gange sind.
Aline Trede bekräftigte: „Wir sind gut aufgestellt. Wir haben vier Vizepräsidenten in der Fraktion, die bereits viel Erfahrung haben, und langjährige Kantonalpräsidenten.“
Ein Hauptaugenmerk der Partei liegt darauf, dass neue Nationalratsmitglieder schnell integriert werden. Sie müssen sich rasch in die parlamentarische Arbeit einarbeiten. Auch die Platzierung in den richtigen Kommissionen ist entscheidend. Diese Strategie zielt darauf ab, sie motiviert und effektiv auf die Wahlen 2027 vorzubereiten.
Hintergrundinformationen
Die Grüne Partei erzielte 2019 bedeutende Wahlerfolge, wodurch viele neue Gesichter in den Nationalrat einzogen. Diese Mitglieder haben nun fast sechs Jahre Erfahrung gesammelt und bilden eine neue Generation erfahrener Politiker.
Neue Gesichter am Horizont
Die Grüne Partei hat bereits einige Übergänge erlebt. Anfang Dezember 2025 trat Rudi Berli, 63, der Fraktion bei. Dies folgte auf die Wahl von Nicolas Walder, 59, in die Genfer Regierung. Weitere Änderungen werden bis Ende April 2026 erwartet, wenn Felix Wettstein, 68, zurücktritt. Laura Gantenbein, 36, Solothurner Kantonsrätin, soll seine Nachfolgerin werden.
Für Balthasar Glättli ist seine potenzielle Nachfolgerin in Bern Anna-Béatrice Schmaltz, 33. Glättli bemerkt, dass der Zustrom neuer Grüner Mitglieder im Jahr 2019 bedeutet, dass viele nun über erhebliche Erfahrung verfügen. Er deutet an, dass etablierte Persönlichkeiten dieser neuen Generation manchmal „im Weg stehen“.
Potenzielle Nachfolgerinnen für Aline Trede
- Natalie Imboden (55): Sie war die erste in der Reihe, Trede nachzufolgen, und diente 2022 kurzzeitig im Nationalrat. Imboden hat jedoch signalisiert, dass sie keine Rückkehr in die Bundesversammlung anstrebt.
- Andrea de Meuron (53): Als Grossrätin aus Thun könnte de Meuron potenziell nach Bern wechseln. Sie ist im Herbst auch Kandidatin für das Stadtpräsidium von Thun. Sollte sich die Gelegenheit ergeben, würde sie diese ernsthaft in Betracht ziehen, da sie glaubt, dass dies Thun zugutekäme.
- Magdalena Erni (23): Falls sowohl Imboden als auch de Meuron ablehnen, ist Erni, die ehemalige Präsidentin der Jungen Grünen, die Nächste in der Reihe. Sie erlangte nationale Bekanntheit durch ihr Engagement für die Umweltverantwortungsinitiative.
Diese Zeit markiert eine entscheidende Phase für die Grüne Partei, da sie den Abgang erfahrener Führungskräfte bewältigt. Sie bietet auch die Möglichkeit, neue Talente zu integrieren und ihre zukünftige politische Ausrichtung zu festigen.
Die Fähigkeit der Partei, diese Übergänge zu managen, wird entscheidend für ihren anhaltenden Einfluss in der Schweizer Bundespolitik sein.




