Stephanie Gartenmann, eine 23-jährige aus Lauterbrunnen, hat ihren Sitz als jüngstes Mitglied des Berner Grossen Rates eingenommen. Als Vertreterin der Schweizerischen Volkspartei (SVP) bringt Gartenmann acht Jahre politisches Engagement in ihre neue Rolle ein und betont dabei fiskalische Verantwortung und kantonale Autonomie.
Wichtige Erkenntnisse
- Stephanie Gartenmann, 23, ist die jüngste Grossrätin in Bern.
- Sie ist seit acht Jahren politisch aktiv und trat der Jungen SVP bei, ohne dass ihre Eltern anfänglich davon wussten.
- Gartenmann setzt sich für Berns fiskalische Unabhängigkeit und ein starkes föderalistisches System ein.
- Sie ist auch Generalsekretärin der Jungen SVP Schweiz.
Eine neue Stimme im Berner Grossen Rat
Stephanie Gartenmanns erste Session als Grossrätin hat sich bereits als ereignisreich erwiesen. Sie zeigte besonderes Interesse an der Diskussion über die Konzession für die Kraftwerke Oberhasli. „Eine solche Konzession wird einmal in 80 Jahren erteilt“, bemerkte Gartenmann und hob die langfristigen Auswirkungen der getroffenen Entscheidungen hervor.
Ihr Eintritt ins Kantonsparlament markiert einen bedeutenden Moment, da sie eine jüngere Generation in einem Gremium vertritt, in dem die Mehrheit der Mitglieder über 50 Jahre alt ist. Trotz ihrer Jugend ist Gartenmann keine Unbekannte in der politischen Arena.
Kurzfakten zu Stephanie Gartenmann
- Alter: 23 Jahre
- Heimatort: Lauterbrunnen, Berner Oberland
- Partei: Schweizerische Volkspartei (SVP)
- Aktuelle Rolle: Grossrätin, Generalsekretärin Junge SVP Schweiz
- Politische Erfahrung: 8 Jahre aktiv
Frühes politisches Engagement und familiärer Einfluss
Gartenmanns politische Reise begann in jungen Jahren, beeinflusst durch das Engagement ihrer Eltern in der SVP. Sie erinnert sich, schon als Kind an Parteiversammlungen teilgenommen zu haben, was ihr frühes Verständnis des politischen Diskurses prägte. „Ich habe schon als Kind immer meine Meinung geäussert“, sagte sie und reflektierte ihre natürliche Neigung zur öffentlichen Diskussion.
Ihre Entscheidung, der Jungen SVP beizutreten, traf sie nach der Teilnahme an einer Jugendsession, ein Schritt, den sie eigenständig unternahm. Ihre Eltern waren Berichten zufolge überrascht von ihrem ernsthaften Engagement in der Politik, einem Weg, den sie mit Hingabe verfolgt hat.
„Ich habe schon als Kind immer meine Meinung geäussert.“ — Stephanie Gartenmann
Nationale Erfahrung und ideologische Haltung
Bevor sie dem Berner Grossen Rat beitrat, sammelte Gartenmann beträchtliche Erfahrungen auf nationaler Ebene. Sie ist mit der Parteiführung der Jungen SVP und verschiedenen politischen Dossiers vertraut. Sie trat auch in Medienforen und im Medienzentrum des Bundeshauses auf und zeigte dabei ihre Sicherheit im öffentlichen und medialen Umfeld.
Seit 2024 ist Gartenmann Generalsekretärin der Jungen SVP Schweiz. In dieser Zeit gab es interne Parteidiskussionen, einschliesslich Forderungen, dass sich die Junge SVP Schweiz von bestimmten rechtsextremen Bewegungen distanzieren sollte. Auf ihre Haltung angesprochen, betonte Gartenmann ihr Engagement für die Verfassung und die Gesetze.
„Ich habe als neue Grossrätin auf die Verfassung und die Gesetze geschworen. Alles, was davon abweicht, ist nicht mein Weg; damit habe ich nichts zu tun“, bekräftigte sie.
Den Grossen Rat verstehen
Der Grosse Rat ist das Parlament des Kantons Bern, Schweiz. Er ist zuständig für legislative Angelegenheiten, die Aufsicht über die Kantonsregierung und die Genehmigung des Budgets. Die Mitglieder werden von den Bürgern des Kantons gewählt.
Einsatz für kantonale Autonomie und fiskalische Gesundheit
Gartenmann ist eine starke Befürworterin der Neutralitätsinitiative und arbeitet gemeinsam mit ihrem Vater an diesem nationalen Thema. Sie verwendet oft die Analogie eines Schulhofs, um ihren Ansatz zu erklären: Wenn zwei Parteien streiten, ist die effektivste Strategie, zuzuhören und nach Lösungen zu suchen, anstatt sofort Schuld zuzuweisen.
Obwohl ihr nationales politisches Engagement bedeutend war, bleibt die Kantonspolitik für sie entscheidend. Sie sieht den Föderalismus als Schlüssel zum Erfolg der Schweiz. „Wir sollten so viel wie möglich selbst entscheiden und so wenig wie möglich an den Bund und die EU abgeben“, bekräftigte Gartenmann.
Berns Herausforderungen und Lösungen
Gartenmann spricht offen über die Herausforderungen, denen sich der Kanton Bern gegenübersieht. Sie beschreibt ihn gleichzeitig als „so schön und so unattraktiv“. Aus ihrer Sicht ist Bern eine „Steuerhölle“ und zu stark von nationalen Finanzausgleichszahlungen abhängig. Um dem entgegenzuwirken, müsse Bern ihrer Meinung nach die Ausbildung von Fachkräften und die Schaffung starker Arbeitsplätze priorisieren.
Ihre Vision umfasst die Förderung eines Umfelds, in dem talentierte Menschen im Kanton leben und arbeiten möchten, um dessen finanzielle Abhängigkeit zu verringern. Dieser Fokus stimmt mit den breiteren Wirtschaftsprinzipien ihrer Partei überein.
Balance zwischen Studium, Politik und Privatleben
Gartenmann plant, ihr Jurastudium nächstes Jahr abzuschliessen und ein juristisches Praktikum zu beginnen. Ihr anspruchsvoller Zeitplan umfasst ihre Arbeit für den Grossen Rat, ihre Rolle als Generalsekretärin und ihr Engagement als Podcasterin, die aktuelle Ereignisse diskutiert. Sie findet auch Zeit für das Reiten, eine persönliche Leidenschaft.
Das tägliche Pendeln nach Bern mit dem Zug ist Realität, da sie die hohen Parkkosten in der Stadt bemerkt. Sie räumt ein, dass ihr intensiver Zeitplan Verständnis von ihrem Umfeld erfordert. Doch schöpft sie Energie aus der Vielfalt ihrer Aktivitäten, was ihr hilft, die unvermeidlichen Rückschläge in der Politik zu bewältigen.
Die „Generation Z“ in der Politik
Die Generation Z, im Allgemeinen definiert als Personen, die zwischen Mitte der 1990er und frühen 2010er Jahre geboren wurden, wird oft als engagiert, politisch bewusst und leistungsorientiert charakterisiert, besonders wenn sie einen klaren Sinn in ihrer Arbeit erkennen.
„Wenn eine Wahl nicht klappt, sollte die Welt nicht untergehen“, bemerkte sie und zeigte damit einen pragmatischen Ansatz für das politische Leben. Für die Zukunft beabsichtigt Gartenmann, ihre Arbeit als Grossrätin fortzusetzen und ihre juristische Karriere zu verfolgen. Sie betrachtet ihr frühes Engagement in der Politik als ein bedeutendes Privileg.
Ihr Engagement für den öffentlichen Dienst und ihre pragmatische Einstellung lassen eine vielversprechende Zukunft in der Berner Politik erahnen. Ihr Weg beleuchtet die sich entwickelnde Landschaft der politischen Vertretung, in der jüngere Stimmen aktiv die politischen Diskussionen mitgestalten.




