Ein pro-israelischer stiller Gang ist für diesen Mittwochabend in Bern geplant. Die Organisatoren wollen ein klares Zeichen gegen Antisemitismus setzen und Israels Existenzrecht unterstützen. Diese Veranstaltung folgt auf ähnliche Demonstrationen in anderen Schweizer Städten, die zuvor zu Konfrontationen geführt haben.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein stiller Gang zur Unterstützung Israels und gegen Antisemitismus ist in Bern geplant.
- Ähnliche Veranstaltungen in anderen Schweizer Städten sahen sich Gegendemonstrationen und Sicherheitsbedenken gegenüber.
- Die Berner Behörden beobachten die Situation und bereiten sich auf potenzielle Sicherheitsbedürfnisse vor.
Bern bereitet sich auf pro-israelische Demonstration vor
Die Organisation Silent Walk Switzerland kündigte die bevorstehende Demonstration an. Sie wird durch die Gassen der Berner Altstadt führen. Die Veranstaltung ist offiziell bewilligt und soll am frühen Abend auf dem Waisenhausplatz beginnen.
Die Organisatoren geben an, ihr Ziel sei es, 'ein Zeichen für Israel und gegen Antisemitismus zu setzen'. Stille Gänge sind in grösseren Schweizer Städten zu einer regelmässigen Erscheinung geworden. Diese Veranstaltungen erhalten typischerweise Unterstützung von verschiedenen Institutionen.
Hintergrund zu Stillen Gängen
Stille Gänge sind Demonstrationen, bei denen die Teilnehmer schweigend marschieren, oft um die Ernsthaftigkeit ihrer Botschaft zu betonen. Sie sind als friedlich konzipiert, aber ihre Themen können manchmal starke Reaktionen von gegnerischen Gruppen hervorrufen.
Gruppen wie die Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI), die NGO Never Again Is Now und die Women's International Zionist Organisation unterstützen diese Märsche. Ihr Engagement unterstreicht die breite Basis der Unterstützung für die erklärten Ziele der Veranstaltung.
Sicherheitsmassnahmen und Konfliktpotenzial
Die Berner Stadtpolizei bestätigt, dass der Gang bewilligt ist. Stand Montag hatten die Behörden keine Kenntnis von geplanten Gegendemonstrationen. Daher wurden keine Gegenproteste genehmigt.
Die Kantonspolizei Bern beobachtet die Situation aktiv. Sie erklärt, sie 'beobachte und beurteile die Lage laufend'. Bei Bedarf werden zusätzliche Sicherheitsmassnahmen ergriffen, wobei spezifische Details zur Anzahl der Polizeieinsätze nicht veröffentlicht wurden.
„Wir beobachten und beurteilen die Lage laufend. Wo nötig, werden zusätzliche Sicherheitsmassnahmen getroffen.“
Vergangene Kontroversen in anderen Städten
Der Hintergrund für diese Berner Veranstaltung umfasst vergangene Kontroversen um ähnliche stille Gänge. Letztes Jahr kam es bei mehreren Märschen in anderen Schweizer Städten zu erheblichen Spannungen und sogar Gewalt.
Im September sah sich ein stiller Gang in Lausanne mit 200 Teilnehmern einer viel grösseren Gruppe pro-palästinensischer Gegendemonstranten gegenüber, deren Zahl auf das Zehnfache geschätzt wurde. Die Polizei griff ein, um direkte Konflikte zu verhindern. Sie setzte Wasserwerfer und Tränengas gegen den unbewilligten Gegenprotest ein.
Fakt: Vorfall in Lausanne
- Datum: September letzten Jahres
- Teilnehmer Stiller Gang: 200
- Gegendemonstranten: Ungefähr 2.000
- Polizeieinsatz: Wasserwerfer, Tränengas gegen unbewilligten Gegenprotest
Einen Monat später wurde ein geplanter Marsch in Genf aus Sicherheitsgründen verschoben. Diese Vorfälle unterstreichen das Potenzial für Unruhen, wenn solche sensiblen Themen öffentlich demonstriert werden.
Soziale Medien und organisatorische Distanzierung
Nach einem stillen Gang in Zürich, der ebenfalls von der Polizei geschützt wurde, erschienen kontroverse Beiträge auf den offiziellen Facebook- und Instagram-Kanälen der GSI. Diese Beiträge enthielten Fotos mit dem Hashtag „Zionismus“ und Sätze wie: „Möge 'Palästinensertum' bald der Vergangenheit angehören.“
Diese Aussagen zogen scharfe Kritik von prominenten jüdischen Organisationen nach sich. Die Führung der GSI distanzierte sich öffentlich von den Autoren der Beiträge. Dies verdeutlicht interne Meinungsverschiedenheiten und die Herausforderung, die Botschaft in grossen Organisationen zu kontrollieren.
„Die Inhalte entsprachen und entsprechen in keiner Weise den Positionen der GSI.“
Herr Blums Erklärung bestätigte, dass die kontroversen Inhalte nicht die offizielle Haltung der Organisation widerspiegelten. Diese schnelle Distanzierung zielte darauf ab, den durch die spaltenden Kommentare verursachten Schaden zu mindern.
Teilnahme und breitere Appelle
Stand Montagnachmittag hatten etwa 100 Personen ihre Teilnahme am Berner Stillen Gang auf LinkedIn zugesagt. Diese Zahl deutet auf eine bescheidene, aber engagierte Beteiligung an der Veranstaltung hin.
Bemerkenswert ist, dass auch Mitglieder der iranischen Diaspora planen, sich der Berner Demonstration anzuschliessen. Sie haben einen separaten Appell für Frieden im Nahen Osten und Widerstand gegen die aktuelle Regierung in Teheran herausgegeben. Ihr Aufruf zur Aktion zeigt die alte Flagge aus der Zeit des Schahs von Persien, die den Wunsch nach einer anderen Führung symbolisiert.
Diese Beteiligung der iranischen Diaspora fügt der Berner Veranstaltung eine weitere Ebene internationaler Perspektive hinzu. Sie verbindet die lokale Demonstration mit breiteren globalen politischen und sozialen Bewegungen.
Warum der Stille Gang wichtig ist
Diese stillen Gänge, obwohl scheinbar friedlich, dienen als Brennpunkt für starke Emotionen und unterschiedliche Ansichten zu komplexen internationalen Fragen. Die Entscheidung der Berner Behörden, den Gang zu erlauben, gepaart mit ihrer Bereitschaft zu Sicherheitsmassnahmen, spiegelt das empfindliche Gleichgewicht zwischen Meinungsfreiheit und öffentlicher Sicherheit wider.
Die Veranstaltung in Bern wird genau beobachtet werden. Ihr Ausgang könnte beeinflussen, wie ähnliche Demonstrationen in der Schweiz in Zukunft gehandhabt werden. Die Fähigkeit der Stadt, eine solche Veranstaltung friedlich zu beherbergen, ist ein Test für lokale Behörden und teilnehmende Gruppen gleichermassen.




