Bernerinnen und Berner, die auf verschneite Weihnachten hoffen, könnten dieses Jahr enttäuscht werden. Expertenprognosen deuten auf eine geringe Wahrscheinlichkeit hin, dass weisse Flocken den Bundesplatz bedecken werden, mit Chancen zwischen nur 15 und 30 Prozent. Trotz eines Temperaturrückgangs bleibt ein Mangel an ausreichender Feuchtigkeit das Haupthindernis für nennenswerten Schneefall in der Region.
Wichtigste Erkenntnisse
- Die Chancen auf weisse Weihnachten in Bern sind gering und werden auf 15% bis 30% geschätzt.
- Die Temperaturen werden sinken, aber die Luftfeuchtigkeit ist für starken Schneefall unzureichend.
- Tief- und mittelhohe Skigebiete stehen aufgrund anhaltender Schneearmut vor Schliessungen.
- Höher gelegene Skigebiete wie Jungfrau und Gstaad sind teilweise geöffnet und setzen auf Kunstschnee.
Berns Weihnachtsschnee-Aussichten
Die jährliche Vorfreude auf weisse Weihnachten in Bern hängt oft von einem empfindlichen Gleichgewicht aus Kälte und Feuchtigkeit ab. Dieses Jahr ist zwar kühlere Luft im Anmarsch, doch das entscheidende Element der Feuchtigkeit scheint zu fehlen. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit malerischer Schneelandschaften in der Stadt erheblich.
SRF Meteo, ein führender Wetterdienst, definiert «weisse Weihnachten» als Schneedecke an mindestens einem der drei Festtage: 24., 25. oder 26. Dezember. Ihre aktuelle Einschätzung beziffert die Wahrscheinlichkeit für den Berner Bundesplatz auf bescheidene 15 Prozent, was ein unwahrscheinliches Ergebnis vermuten lässt.
Fakt: Historisch gesehen erlebt Bern, auf etwa 550 Metern über Meer gelegen, im Durchschnitt etwa alle vier Jahre weisse Weihnachten.
Expertenmeinungen zu den Schneechancen
Mario Rindlisbacher, Leiter der Wettervorhersage bei der Meteotest AG in Bern, bietet eine etwas optimistischere, wenn auch immer noch vorsichtige Prognose. Er schätzt die Chancen für eine leicht verschneite Landschaft auf etwa 20 bis 30 Prozent.
«Die Möglichkeit für Schnee an einem der Weihnachtstage besteht noch», so Rindlisbacher. «Über alle Modellläufe hinweg würde ich die Wahrscheinlichkeit für eine leicht gezuckerte Landschaft bei etwa 20 bis 30 Prozent ansiedeln.»
Das grossräumige Wettergeschehen wird klarer. Nächste Woche wird erwartet, dass die Luftströmung auf Nordost dreht und konstant kühlere Luft in die Schweiz, einschliesslich Bern, bringt. Für die Meteorologen bleiben jedoch zwei wichtige Unsicherheiten: die Geschwindigkeit und Intensität des Temperaturrückgangs sowie die Menge an Feuchtigkeit, die damit einhergeht.
Potenzial für leichte Schneefälle
Einige Wettermodelle, insbesondere das europäische Modell, deuten auf ein Szenario hin, bei dem Temperaturen nahe null Grad während der Weihnachtszeit leichten Schneefall bringen könnten. Dies würde wahrscheinlich nur ein «Schüümli», eine leichte Puderzuckerschicht, und keine nennenswerte Schneemenge zur Folge haben.
Auch über Weihnachten hinaus deutet die Prognose für die letzte Woche des Jahres nicht auf nennenswerten Schneefall hin. Laut Meteotest Bern wird weitgehend trockenes Wetter bis zum Jahresende erwartet, wenn auch bei niedrigeren Temperaturen.
Auswirkungen auf Wintersportorte
Der Mangel an Naturschnee stellt Wintersportler und Liftbetreiber vor grosse Herausforderungen. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als selbst in tieferen Lagen reichlich Schnee lag, werden viele Skigebiete in den tiefen bis mittleren Lagen des Berner Oberlandes und in den gesamten Schweizer Alpen voraussichtlich weitgehend geschlossen bleiben.
Dies betrifft auch kleinere Skigebiete, wobei nur wenige Langlaufloipen potenziell geöffnet sein könnten. Besuchern, die auf die Pisten wollen, wird dringend empfohlen, die einzelnen Websites ihrer gewählten Resorts für die neuesten Betriebsaktualisierungen zu überprüfen.
Hintergrund zur Definition von weissen Weihnachten
Damit Weihnachten von SRF Meteo als «weiss» eingestuft wird, muss am 24., 25. oder 26. Dezember Schnee am Boden liegen. Dies erfordert eine präzise Kombination aus kalten und feuchten Luftmassen.
Höhere Lagen und Kunstschnee
Für diejenigen, die garantierten Schnee suchen, bieten höher gelegene Destinationen bessere Aussichten. Die für nächste Woche erwarteten tieferen Temperaturen werden zumindest eine verstärkte Kunstschneeproduktion ermöglichen. Dies kommt Resorts in grösseren Höhen zugute.
Einige prominente Destinationen in der Jungfrau Region, Gstaad, Adelboden-Lenk und Hasliberg haben ihre Pisten teilweise geöffnet. Das Ausmass des geöffneten Geländes kann jedoch variieren, und die Überprüfung ihrer offiziellen Websites bleibt entscheidend für aktuelle Informationen zu Bedingungen und Betriebsstatus.
Die Situation in erhöhten Gebieten, wie 1000 Metern über Meer im Berner Oberland oder im Jura, spiegelt diejenige von Bern wider. Der meiste Naturschnee in diesen Regionen ist geschmolzen, ausser an schattigen Stellen. Vor Weihnachten wird nur minimale Niederschläge erwartet, und milde Bedingungen werden bis Sonntag anhalten.
Mario Rindlisbacher bemerkte, dass die Wahrscheinlichkeit für weisse Weihnachten in diesen höheren Regionen ähnlich wie in Bern ist. Der entscheidende Faktor bleibt, ob genügend Feuchtigkeit ankommt, um Schneefall zu ermöglichen.
Die Prognose von Meteotest Bern für nächste Woche umfasst Bise-Winde und eine etwas dichtere Wolkendecke. Obwohl einige Flocken über die Weihnachtstage nicht ganz ausgeschlossen sind, wird kein signifikanter Schneefall erwartet. Die Höchsttemperaturen im Mittelland werden sich gegen Weihnachten hin auf null Grad zubewegen.
Der starke Schneefall in den Niederungen im letzten Jahr war statistisch gesehen eine Ausnahme in den letzten Jahrzehnten. Bern erlebt im Durchschnitt nur etwa alle vier Jahre Schnee an mindestens einem Weihnachtstag.

