Der Kanton Bern erlebte diese Woche aussergewöhnlich tiefe Temperaturen, die weit unter den Gefrierpunkt fielen. Am frühen Dienstagmorgen herrschten Bedingungen, die typischerweise in viel höheren Lagen zu finden sind und das tägliche Leben in der gesamten Region beeinträchtigten.
Wichtigste Erkenntnisse
- Bern-Belpmoos verzeichnete am Dienstagmorgen -17 Grad Celsius.
- Die Temperaturen in Thierachern erreichten -16 Grad Celsius.
- In Langnau sanken die Temperaturen auf -15,5 Grad Celsius.
- Der Kälteeinbruch wird voraussichtlich bis Donnerstag andauern.
- La Brévine hält den Rekord für die kälteste Temperatur der Schweiz mit -41,8 Grad Celsius.
Extreme Kälte erfasst die Region Bern
Die Bewohner des Kantons Bern erwachten am Dienstag, dem 6. Januar, zu bitterer Kälte. Messstationen in der gesamten Region meldeten Temperaturen deutlich unter -10 Grad Celsius. Dies markierte einen starken Rückgang und schuf eisige Bedingungen für den Tagesbeginn.
Der kälteste gemessene Punkt war in Bern-Belpmoos, wo das Thermometer um 7:40 Uhr eisige -17 Grad Celsius anzeigte. Dieser Wert unterstreicht die Schwere der Kaltfront, die derzeit die Schweiz beeinflusst.
Kälteste Orte im Kanton Bern
- Bern-Belpmoos: -17°C
- Thierachern: -16°C
- Boltigen: -15,8°C
- Langnau: -15,5°C
- Koppigen: -15°C
Temperaturen erreichen hochalpine Bedingungen
Die in den tieferen Regionen des Kantons Bern beobachteten Temperaturen lagen bemerkenswert nahe an denen, die in viel höheren Lagen gemessen wurden. Zum Vergleich: Das Jungfraujoch, auf etwa 3.500 Metern über dem Meeresspiegel gelegen, registrierte am selben Morgen -22,7 Grad Celsius. Dieser Unterschied von nur wenigen Grad unterstreicht die ungewöhnliche Intensität der Kälte in den Tälern.
In Thierachern fielen die Thermometer auf -16 Grad Celsius. Auch das Emmental erlebte strengen Frost. Langnau meldete -15,5 Grad Celsius, während Koppigen -15 Grad Celsius mass. Im Obersimmental sanken die Temperaturen in Boltigen auf -15,8 Grad Celsius.
"Jede Kugel ist einzigartig und kurzlebig", teilte eine Leserin aus Wimmis mit und beschrieb ihre gefrorenen Seifenblasenkunstwerke.
Kreative Reaktionen auf den Frost
Trotz der beissenden Kälte fanden einige Bewohner einzigartige Wege, mit dem extremen Wetter umzugehen. Eine Leserin aus Wimmis im Niedersimmental nutzte die Minusgrade, um vergängliche Kunst zu schaffen.
Sie fertigte Seifenblasen an, die zu filigranen Eiskristallen gefroren. Damit Seifenblasen gefrieren, muss die Temperatur mindestens -3 Grad Celsius betragen und die Luft muss still sein. Die aktuellen Bedingungen erfüllten diese Anforderungen problemlos und ermöglichten zarte Eisformationen.
Kältester Ort der Schweiz
Während der Kanton Bern erhebliche Kälte erlebt, gehört der Rekord für die tiefste jemals in der Schweiz gemessene Temperatur La Brévine im Kanton Neuenburg. Am 12. Januar 1987 verzeichnete das Dorf erstaunliche -41,8 Grad Celsius. Dieses historische Ereignis unterstreicht das extreme Kältepotenzial in bestimmten Schweizer Regionen.
Ausblick für die kommenden Tage
Der aktuelle Kälteeinbruch wird voraussichtlich nicht unbegrenzt andauern. Wettervorhersagen deuten darauf hin, dass diese eisigen Temperaturen bis Donnerstag anhalten werden. Danach wird ein allmählicher Erwärmungstrend erwartet, der den betroffenen Gebieten etwas Erleichterung bringen wird.
Die Bewohner sollten in der Zwischenzeit weiterhin Vorsichtsmassnahmen gegen die Kälte treffen. Dazu gehört, sich warm anzuziehen und längere Exposition gegenüber der eisigen Luft zu minimieren. Die Wetteränderung wird für viele eine willkommene Entwicklung sein.

