Ein Projektleiter im Kanton Bern ist nach einem schweren Bauunfall mit einer Busse belegt worden. Ein Arbeiter stürzte von einem ungesicherten Dachrand und zog sich dabei Verletzungen zu. Die Ermittler stellten fest, dass kein Sicherheitskonzept für die Baustelle vorhanden war.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein Projektleiter wurde mit einer Busse von 1'500 Franken belegt und muss zusätzlich 1'570 Franken an Gebühren zahlen.
- Ein Bauarbeiter stürzte aufgrund eines ungesicherten Dachrandes 2,2 Meter tief von einem Dach.
- Auf der Baustelle fehlten eine vorgeschriebene Schutzvorrichtung und ein umfassender Sicherheitsplan.
- Dieser Vorfall verdeutlicht die anhaltenden Sicherheitsbedenken in der Schweizer Baubranche, wo jährlich über 5'000 Sturzunfälle passieren.
Ungesichertes Dach führt zu Arbeiterverletzung
Der Vorfall ereignete sich auf einer Baustelle im Kanton Bern. Ein Arbeiter rutschte aus und stürzte etwa 2,2 Meter tief von einem Dachrand. Dieser Sturz führte zu Verletzungen der Person.
Die Behörden stellten fest, dass auf der Baustelle eine entscheidende Sicherheitsmassnahme fehlte: eine vorgeschriebene Dachrandschutzvorrichtung. Diese Vorrichtung soll Stürze verhindern und Arbeiter vor schweren Schäden schützen.
Fakt: Sturzhöhe
Der Arbeiter stürzte etwa 2,2 Meter vom Dachrand.
Weitere Untersuchungen ergaben ein erhebliches Versäumnis in der Baustellenleitung. Es war kein Sicherheitskonzept für das Bauprojekt entwickelt worden. Zudem war keine Person speziell für die Überwachung der Arbeitssicherheit auf der Baustelle bestimmt worden.
Projektleiter verurteilt und gebüsst
Der 51-jährige Projektleiter, der für die Baustelle verantwortlich war, wurde rechtlich belangt. Er wurde der Verletzung des Unfallversicherungsgesetzes (UVG) für schuldig befunden.
Die Kantonale Staatsanwaltschaft erliess einen Strafbefehl gegen ihn. Dieser umfasste eine erhebliche Busse und zusätzliche Gebühren.
„Das Fehlen eines Sicherheitskonzepts und ein ungesicherter Arbeitsbereich gefährdeten den Arbeiter direkt“, heisst es im Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern.
Der Projektleiter erhielt eine Busse von 1'500 Schweizer Franken. Zusätzlich muss er 1'420 Franken für Untersuchungsgebühren und weitere 150 Franken für Auslagen zahlen. Die gesamte finanzielle Strafe beläuft sich auf 3'070 Schweizer Franken.
Anhaltende Risiken in der Bausicherheit
Dieser Vorfall unterstreicht die anhaltenden Sicherheitsherausforderungen in der Baubranche. Trotz Bemühungen zur Verbesserung der Sicherheit bleiben Unfälle in der ganzen Schweiz ein Problem.
Laut Simone Isermann von der Suva ist das Unfallrisiko im Bauhaupt- und Baunebengewerbe in den letzten zehn Jahren um 11 Prozent gesunken. Die schiere Anzahl der Vorfälle bleibt jedoch hoch.
Kontext: Die Rolle der Suva
Die Suva ist die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Unfallverhütung, der Sicherstellung der Rehabilitation verletzter Personen und der Entschädigung der wirtschaftlichen Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten.
Jedes Jahr ereignen sich über 50'000 Unfälle auf Schweizer Baustellen. Davon sind über 5'000 Sturzunfälle. Stürze sind besonders gefährlich und führen oft zu schweren Folgen.
Auswirkungen von Sturzunfällen
Sturzunfälle auf Baustellen führen durchschnittlich zu 140 Fällen von Invalidität und neun Todesfällen pro Jahr. Diese Zahlen verdeutlichen die dringende Notwendigkeit einer strikten Einhaltung der Sicherheitsprotokolle.
Mehr als ein Drittel aller Arbeitsunfälle auf Baustellen, die zu dauerhaften Verletzungen oder zum Tod führen, sind Sturzunfälle. Dies macht Stürze zu einer Hauptursache für schwere Schäden in diesem Sektor.
Wichtige Statistik
Rund die Hälfte aller tödlichen Sturzopfer auf Baustellen stürzt aus Höhen von bis zu fünf Metern.
Die Daten zeigen, dass selbst Stürze aus relativ geringer Höhe verheerende Folgen haben können. Dies unterstreicht, dass Sicherheitsmassnahmen wie Absturzsicherungen und eine umfassende Sicherheitsplanung für alle erhöhten Arbeitsbereiche unerlässlich sind, unabhängig von der wahrgenommenen Höhe.
Präventive Massnahmen und Branchenverantwortung
Bauunternehmen und Projektleiter tragen eine primäre Verantwortung für die Sicherheit der Arbeiter. Die Implementierung und Durchsetzung robuster Sicherheitskonzepte sind nicht nur regulatorische Anforderungen, sondern grundlegende Pflichten.
Regelmässige Baustelleninspektionen, eine angemessene Schulung aller Mitarbeiter und die Bereitstellung geeigneter Sicherheitsausrüstung sind entscheidend. Diese Massnahmen helfen, Risiken zu mindern und Unfälle wie den in Bern zu verhindern.
- Umfassende Sicherheitskonzepte: Jedes Bauprojekt muss einen detaillierten Sicherheitsplan haben.
- Absturzsicherung: Erforderliche Schutzvorrichtungen müssen an allen erhöhten Arbeitsbereichen installiert werden.
- Benanntes Sicherheitspersonal: Eine geschulte Person sollte die Sicherheit auf der Baustelle überwachen.
- Arbeiterschulung: Mitarbeiter müssen in sicheren Arbeitsmethoden und der Erkennung von Gefahren geschult werden.
Die Verurteilung des Projektleiters in Bern dient als Mahnung an die rechtlichen Konsequenzen bei Vernachlässigung der Sicherheitsverpflichtungen. Die Gewährleistung eines sicheren Arbeitsumfelds muss für alle am Bau Beteiligten oberste Priorität haben.




