Die Stadt Bern veranstaltet am 14. Februar ein Anti-Valentinstags-Event. Diese Initiative zielt darauf ab, das Bewusstsein für Gewalt in Beziehungen zu schärfen und eine kritische Reflexion traditioneller romantischer Erwartungen anzuregen. Die Veranstaltung, ein Pub-Quiz, findet am Nachmittag im Bistro Stellwerk statt.
Wichtige Erkenntnisse
- Berns Anti-Valentinstags-Event konzentriert sich auf Beziehungsgewalt.
- Das Pub-Quiz regt zur Reflexion über veraltete Rollen und Rituale in der Liebe an.
- Die Initiative ist Teil einer nationalen Kampagne gegen häusliche Gewalt.
- Die Organisatoren glauben, dass frühzeitige Reflexion Beziehungen stärken kann.
Romantische Normen hinterfragen
Die Veranstaltung, die als „Anti-Valentinstags-Treffen“ bezeichnet wird, soll romantische Vorstellungen und „veraltete Rollen und Rituale“ kritisch beleuchten. Dieser Ansatz hat unterschiedliche Reaktionen in der Öffentlichkeit hervorgerufen. Einige Bewohner hinterfragen den Zeitpunkt und meinen, er könnte die festliche Stimmung des Valentinstags trüben.
Christoph Gosteli, Projektleiter des städtischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann, erläuterte den Zweck der Veranstaltung. „Jeder kann den Valentinstag feiern, wie er möchte“, erklärte Gosteli. Er betonte, dass das Ziel nicht sei, den Feiertag zu untergraben, sondern ein tieferes Verständnis für gesunde Beziehungen zu fördern.
Das Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann organisiert das Pub-Quiz in Zusammenarbeit mit dem Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz. Die Veranstaltung ist kostenlos und offen für alle, die sich für eine Diskussion über gesellschaftliche Ansichten zur Liebe interessieren.
Wussten Sie schon?
Im Jahr 2023 wurden in der nationalen Polizeistatistik der Schweiz fast 20.000 Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt registriert.
Teil einer nationalen Kampagne
Diese Berner Initiative ist Bestandteil einer breiteren nationalen Kampagne gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt. Diese Kampagne entstand aus einem überparteilichen Vorstoss im National- und Ständerat.
Die Website der Kampagne, Ohne-gewalt.ch, informiert über die Ursachen von Beziehungsgewalt. Sie listet auch verfügbare Unterstützungsdienste auf. Zu den behandelten Themen gehören anhaltende Kontrolle, emotionale Einschüchterung und die Abwertung eines Partners.
Die Kampagne beleuchtet verschiedene Formen des Missbrauchs, die nicht immer physisch sind. Sie zielt darauf ab, die Öffentlichkeit über subtile, aber schädliche Verhaltensweisen in Beziehungen aufzuklären.
„Der Valentinstag ist stark mit romantischen Erwartungen und Geschlechterrollen verbunden. Das macht ihn zu einem geeigneten Anlass für diese Diskussion“, erklärte Gosteli und erläuterte, warum dieses spezifische Datum gewählt wurde.
Junge Paare erreichen
Das Pub-Quiz lädt speziell frisch verliebte Paare ein. Gosteli glaubt, dass die frühzeitige Reflexion über sensible Themen in einer Beziehung diese stärken kann. Dieser proaktive Ansatz zielt darauf ab, von Anfang an ein Fundament aus Respekt und Gleichheit zu schaffen.
Die Veranstaltung findet von 16:00 bis 18:00 Uhr statt. Dieser Zeitpunkt ermöglicht es den Teilnehmern, sich an der Diskussion zu beteiligen, ohne die traditionellen Valentinstagsfeiern danach zu verpassen. Paare können immer noch ein romantisches Abendessen oder andere Aktivitäten geniessen.
Häusliche Gewalt verstehen
Häusliche Gewalt betrifft Personen unabhängig vom Geschlecht. Statistiken zeigen, dass etwa 30 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt Männer oder Jungen sind. Umgekehrt stellen Männer etwa 70 Prozent der Täter dar.
Jenseits von Bern: Globale Anti-Valentinstags-Traditionen
Berns Anti-Valentinstags-Event ist kein isoliertes Konzept. Ähnliche Traditionen existieren weltweit und bieten Alternativen zu konventionellen Liebesfeiern. Diese Veranstaltungen konzentrieren sich oft auf Selbstliebe, Freundschaft oder die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichem Druck.
Zum Beispiel feiern einige den Galentine's Day am 13. Februar. Dieser Tag ist der Feier von Freundschaften gewidmet, typischerweise unter Frauen. Er entstand aus einer amerikanischen Sitcom und hat weltweit an Popularität gewonnen.
- Das Magazin „Vogue“ schlägt eine Liste von 13 Filmen für einen Anti-Valentinstags-Abend vor.
- Ein englischer Komiker soll den 15. Februar als „St. Skeletor's Day“ ausgerufen haben, benannt nach einem fiktiven Bösewicht.
- Chinas Singles' Day, der am 11. November begangen wird, dient ebenfalls als Anti-Valentinstags-Event.
Diese vielfältigen Feiern zeigen einen wachsenden Trend. Viele Menschen versuchen, die Art und Weise, wie sie Liebe und Beziehungen wahrnehmen, neu zu definieren und über kommerzialisierte oder traditionelle Erwartungen hinauszugehen.
Historischer Kontext des Valentinstags
Die Ursprünge des Valentinstags sind komplex. In England wurde er wahrscheinlich im Mittelalter als höfisches Liebesfest gefeiert. Das Gedicht „Parliament of Fowls“ von Geoffrey Chaucer aus dem 14. Jahrhundert ist eine der frühesten Referenzen.
Chaucers Gedicht beschreibt Vögel, die am Valentinstag Partner suchen. Es wird angenommen, dass er dies für eine königliche Feier für König Richard II. und seine Verlobte schrieb.
Die moderne Praxis des Austauschs von Karten, Blumen und Geschenken entstand viel später. Diese Tradition verbreitete sich in England vor etwa 400 Jahren. Druckereien begannen, vorgedruckte Karten herzustellen, was den Austausch romantischer Verse einfacher und zugänglicher machte.
Heute fügt Berns Initiative diesem sich entwickelnden Feiertag eine weitere Ebene hinzu. Sie fördert einen nachdenklichen Umgang mit der Liebe, der Respekt und Sicherheit betont.




