Familien in Bern, die Tickets für ein mit Spannung erwartetes „Paw Patrol“-Musical gekauft hatten, stehen nach der abrupten Absage der Veranstaltung vor Enttäuschung und finanziellem Verlust. Der in Deutschland ansässige Veranstalter ist nicht mehr erreichbar, wodurch sowohl Ticketinhaber als auch der Berner Veranstaltungsort ohne Bezahlung oder Antworten dastehen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Eine für den 12. Oktober in Bern geplante Veranstaltung „Paw Patrol – Das Musical“ wurde vom Veranstaltungsort abgesagt.
- Der deutsche Veranstalter hat den Veranstaltungsort nicht bezahlt und reagiert nun nicht mehr auf Anfragen von Eltern und der Veranstaltungsortleitung.
- Ticketinhaber, die bis zu 40 Franken für zwei Tickets bezahlt haben, haben keine Rückerstattung erhalten.
- Der Veranstaltungsort, Hotel und Restaurant National, meldet erhebliche finanzielle Verluste und Reputationsschäden.
- Der Ticketverkäufer setzte den Verkauf wochenlang fort, nachdem der Veranstaltungsort die Veranstaltung offiziell abgesagt hatte.
Veranstaltung wegen Vertragsbruch abgesagt
Die beliebte Kinderserie „Paw Patrol“ hat eine riesige weltweite Fangemeinde, wobei lizenzierte Merchandise-Artikel und Live-Veranstaltungen Milliarden an Einnahmen generieren. Um diese Popularität zu nutzen, wurde eine Musical-Aufführung beworben, die am 12. Oktober im Hotel und Restaurant National in Bern stattfinden sollte.
Die Veranstaltung wurde jedoch vom Veranstaltungsort offiziell abgesagt. Pablo Arango, der Geschäftsführer des Hotels, bestätigte, dass die Entscheidung getroffen wurde, nachdem der deutsche Veranstalter seinen Vertrag gebrochen hatte. Die im März unterzeichnete Vereinbarung sah eine Anzahlung für die Saalmiete vor, die bis Juni zu leisten war. Diese Zahlung wurde nie geleistet.
„Seit Vertragsunterzeichnung im März hat der Veranstalter uns nie wieder kontaktiert und ist nicht mehr erreichbar“, erklärte Arango. Er erklärte, dass er dem Veranstalter trotz der versäumten Zahlung zusätzliche Zeit eingeräumt habe. Die mangelnde Kommunikation und Zahlung führte letztendlich vor einem Monat zur Absage.
Ein Muster der Unerreichbarkeit
Der Kommunikationszusammenbruch war total. Nach Angaben des Veranstaltungsortes kam der Veranstalter wichtigen vertraglichen Verpflichtungen, einschliesslich einer entscheidenden Anzahlung für die Anmietung des Veranstaltungsortes, nicht nach. Dieser Mangel an Professionalität liess die Alarmglocken schrillen und veranlasste das Hotel, die Beziehungen abzubrechen, um seine eigenen Interessen zu schützen und weitere Probleme am Tag der geplanten Veranstaltung zu verhindern.
Familien stehen vor Enttäuschung und finanziellem Verlust
Die Absage hat viele Eltern frustriert. Eine Mutter, identifiziert als Sarah, kaufte zwei Tickets für 40 Franken als besonderes Geschenk für ihren dreijährigen Sohn, einen begeisterten „Paw Patrol“-Fan. Sie entdeckte die Absage auf der Website des Veranstaltungsortes, nicht vom Veranstalter.
„Mein Sohn war unglaublich traurig, aber ich bin froh, dass ich es vorher und nicht am Veranstaltungsort erfahren habe“, sagte sie. „Ich kann mir nur all die traurigen Kindergesichter vorstellen, wenn sie auftauchen und nach Hause geschickt werden müssen.“
Sarahs Versuche, eine Rückerstattung zu erhalten, waren erfolglos. Sie berichtete, dass der Veranstalter alle Telefonanrufe und E-Mails ignoriere. „Es ist empörend, Plakate für eine gefälschte Veranstaltung hängen zu lassen und so vielen Familien Geld abzunehmen“, äusserte sie.
„Es ist einfach eine Schande, überall noch Plakate für eine gefälschte Veranstaltung hängen zu haben und so vielen Familien auf diese Weise Geld aus der Tasche zu ziehen.“
Sie ist nicht allein. Andere betroffene Eltern haben sich über eine Facebook-Gruppe vernetzt, ähnliche Erfahrungen ausgetauscht und andere vor der Veranstaltung gewarnt. Zwei weitere Mütter aus der Gruppe bestätigten, dass sie den Veranstalter ebenfalls nicht für Informationen oder eine Rückerstattung erreichen konnten.
Veranstaltungsort und Ticketverkäufer unter Beobachtung
Die Situation hat auch den Berner Veranstaltungsort in eine schwierige Lage gebracht. Pablo Arango äusserte tiefe Frustration über den Vorfall, der seinem historischen Haus sowohl finanziellen als auch reputativen Schaden zugefügt hat.
„Wir haben nie Geld erhalten und immense Verluste erlitten, weil wir den Raum niemand anderem vermieten konnten“, erklärte Arango. Da der Veranstaltungsort nie bezahlt wurde, kann er den Ticketinhabern keine Entschädigung anbieten. Arango hat viele Anrufe von besorgten Eltern entgegengenommen.
Fortgesetzter Ticketverkauf nach Absage
Ein erhebliches Problem entstand mit dem Ticketanbieter, einer separaten deutschen Website. Arango bestätigte, dass sein Team den Ticketanbieter angewiesen hatte, alle Verkäufe vor einem Monat einzustellen, als die Veranstaltung offiziell abgesagt wurde. Er erklärte jedoch: „Sie haben trotzdem weiter Tickets verkauft und erst vor etwa einer Woche aufgehört.“ Die genaue Anzahl der verkauften Tickets ist dem Veranstaltungsort unbekannt.
Diese Verzögerung beim Verkaufsstopp bedeutet, dass einige Familien möglicherweise Tickets für eine Veranstaltung gekauft haben, von der bereits bekannt war, dass sie abgesagt wurde. Der rechtliche Prozess wird durch den grenzüberschreitenden Charakter der Transaktion erschwert, da sowohl der Veranstalter als auch der Ticketverkäufer in Deutschland ansässig sind.
Widersprüchliche Informationen und zukünftige Bedenken
Zusätzlich zur Verwirrung wurde die Ticketverkaufswebsite kürzlich mit einer neuen Nachricht aktualisiert. Sie behauptet nun, die Veranstaltung sei „aus tragischen Gründen, die den Veranstalter betreffen“, verschoben worden.
Pablo Arango vom Hotel National weist dies jedoch entschieden zurück. Er bestätigte, dass er keine Kenntnis von solchen Gründen oder Plänen für eine Verschiebung habe. „Ich werde mit diesem Veranstalter sicherlich nie wieder zusammenarbeiten“, erklärte er und machte deutlich, dass die Veranstaltung an seinem Veranstaltungsort nicht neu angesetzt wird.
Es wachsen auch Bedenken hinsichtlich anderer Veranstaltungen, die vom selben Veranstalter beworben werden. Die Veranstaltungswebsite listet auch eine „Lilo & Stitch Show“ an einem anderen Ort auf. Der Status dieser Veranstaltung ist derzeit unbestätigt, was die Befürchtung aufkommen lässt, dass andere Familien ähnlich betroffen sein könnten.
Betroffene Eltern suchen weiterhin nach Rechtsmitteln, aber mit einem nicht reagierenden Veranstalter und einer komplexen internationalen Situation scheinen ihre Chancen auf eine Rückerstattung gering.




