Die führenden Wirtschaftsverbände des Kantons Bern fordern den Kanton auf, gezielte Massnahmen zur Stärkung seiner wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit umzusetzen. Sie betonen die entscheidende Rolle exportorientierter Unternehmen und robuster kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) für die Aufrechterhaltung der Stabilität des kantonalen Wirtschaftsökosystems.
Wichtigste Erkenntnisse
- Berner Wirtschaftsverbände fordern dringende Massnahmen zur Unterstützung der kantonalen Wirtschaft.
- Der Fokus liegt auf der Stärkung exportorientierter Industrien und KMU.
- Vorschläge umfassen die Sicherung strategischer Entwicklungsgebiete und weitere Unternehmenssteuersenkungen.
- Eine neue Arbeitskommission und ein Beirat werden für die strategische Entwicklung vorgeschlagen.
Wirtschaftliche Stabilität in Gefahr
Der Handels- und Industrieverein des Kantons Bern, Berner KMU und die Berner Arbeitgeber haben am Montag eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Sie hoben den zunehmenden Druck auf Bern, einen Industriekanton, hervor und betonten, dass nicht nur die Zukunft einzelner Unternehmen auf dem Spiel stehe. Die Gesamtstabilität des Berner Wirtschaftsökosystems sei gefährdet.
Dieses Ökosystem ist stark auf starke exportorientierte Industrieunternehmen und leistungsfähige KMU angewiesen. Diese Organisationen sind entscheidend für die Schaffung von Arbeitsplätzen, Innovation und den allgemeinen Wohlstand im Kanton. Ohne gezielte Unterstützung riskiert die Region, ihren Wettbewerbsvorteil zu verlieren.
Wussten Sie schon?
Der Kanton Bern ist der flächenmässig und bevölkerungsmässig zweitgrösste Kanton der Schweiz und spielt eine bedeutende Rolle in der nationalen Wirtschaft, insbesondere in der Fertigungsindustrie und im Export.
Strategische Raumplanung und Steueranreize
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, schlagen die Verbände mehrere konkrete Massnahmen vor. Eine zentrale Forderung ist, dass der Kanton Bern bis 2027 vier strategisch wichtige Entwicklungsgebiete für Investitionen sichert und vorbereitet. Diese Gebiete befinden sich in den am stärksten betroffenen Regionen, um das Wachstum dort anzukurbeln, wo es am dringendsten benötigt wird.
Darüber hinaus setzen sich die Verbände für zusätzliche Senkungen der Unternehmensgewinnsteuern für Unternehmen bis 2030 ein. Solche fiskalischen Massnahmen sollen die Attraktivität Berns als Wirtschaftsstandort erhöhen und Unternehmen dazu ermutigen, im Kanton zu investieren und zu expandieren, anstatt anderswo nach Möglichkeiten zu suchen.
„Die wirtschaftliche Gesundheit unseres Kantons hängt von einem proaktiven Ansatz der Regierung ab. Wir müssen ein Umfeld schaffen, in dem Unternehmen gedeihen und global konkurrieren können“, erklärte ein Vertreter der Berner Wirtschaftsgemeinschaft.
Entwicklung einer umfassenden Wirtschaftsstrategie
Über Sofortmassnahmen hinaus drängen die Wirtschaftsverbände auf einen strukturierten, langfristigen Ansatz zur Wirtschaftsentwicklung. Sie fordern die Kantonsregierung auf, eine Arbeitskommission einzusetzen, die sich aus Wirtschaftsvertretern zusammensetzt. Ziel dieser Kommission wäre es, einen umfassenden Überblick über die aktuelle Wirtschaftslage zu erarbeiten und klare, umsetzbare Strategien zu formulieren.
Diese Kommission würde sicherstellen, dass politische Entscheidungen durch die Perspektiven und Bedürfnisse des Wirtschaftssektors informiert werden. Ihre Expertise wird als entscheidend für die Identifizierung effektiver Lösungen und die Vermeidung potenzieller Fallstricke angesehen.
Hintergrund zu den Schweizer Kantonen
Die Schweiz ist in 26 Kantone unterteilt, die jeweils ein hohes Mass an Autonomie besitzen, einschliesslich eigener Verfassung, Legislative, Regierung und Gerichte. Die Kantone haben erhebliche Befugnisse in Bezug auf Wirtschaftspolitik, Besteuerung und Raumplanung, wodurch lokale Initiativen für die regionale Entwicklung entscheidend sind.
Beirat und Exportfokus
Ein weiterer Vorschlag beinhaltet die Schaffung eines Beirats, der sich auf die „Zukunft des Kantons Bern als Wirtschaftsstandort“ konzentriert. Ein solcher Beirat würde der Regierung fortlaufend Orientierung und Expertise bieten und dabei helfen, zukünftige Wirtschaftstrends und Herausforderungen zu antizipieren.
Schliesslich fordern die Verbände eine neue kantonale Wirtschaftsstrategie. Diese Strategie sollte einen stärkeren Schwerpunkt auf den exportorientierten Industriesektor legen. Berns industrielle Basis war historisch ein Eckpfeiler seines Wohlstands, und eine Neuausrichtung der Bemühungen in diesem Bereich wird als wesentlich für nachhaltiges Wachstum in einer globalisierten Wirtschaft angesehen.
- Ziel 2027: Sicherung und Vorbereitung von vier strategischen Investitionsgebieten.
- Ziel 2030: Umsetzung weiterer Senkungen der Unternehmensgewinnsteuern.
- Einrichtung einer Arbeitskommission mit Wirtschaftsvertretern.
- Schaffung eines Beirats für die Standortstrategie.
- Entwicklung einer neuen Wirtschaftsstrategie mit Fokus auf die exportorientierte Industrie.
Diese Vorschläge unterstreichen die dringende Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen der Kantonsregierung und der Wirtschaft. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Bern ein wettbewerbsfähiger und attraktiver Standort für Unternehmen bleibt und Arbeitsplätze sowie die wirtschaftliche Stabilität für seine Bewohner sichert.




