Die Angestellten des öffentlichen Sektors in Bern sehen sich derzeit mit einem Vorschlag zur Lohnanpassung konfrontiert, der ihre erwartete Vergütung reduzieren könnte. Der Grosse Rat debattiert über eine Kürzung der empfohlenen Lohnerhöhung, ein Schritt, der auf starken Widerstand von drei wichtigen Personalverbänden stösst.
Diese Organisationen, darunter VPOD, BSPV und Bildung Bern, fordern die Ratsmitglieder dringend auf, den ursprünglichen Vorschlag des Regierungsrates zu unterstützen. Sie argumentieren, dass die vorgeschlagene Kürzung die Kluft zwischen den Löhnen im öffentlichen Sektor und den steigenden Lebenshaltungskosten weiter vergrössern würde.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Löhne der Angestellten im öffentlichen Sektor in Bern liegen derzeit 2,4 Prozent hinter der Inflation.
- Der Regierungsrat schlug eine Lohnerhöhung von 0,5 Prozent vor.
- Der Grosse Rat erwägt, diese Erhöhung auf 0,2 Prozent zu reduzieren.
- Drei grosse Personalverbände lehnen die Kürzung ab.
- Eine Kürzung von 30 Millionen CHF für Sonderschulen wird ebenfalls debattiert.
Lohnwachstum hinkt der Inflation hinterher
Der aktuelle Finanzplan des Kantons Bern sieht eine jährliche Zuweisung von 0,5 Prozent speziell für den Ausgleich inflationsbedingter Lohnanpassungen vor. Diese Massnahme soll die bestehende Disparität zwischen den Löhnen im öffentlichen Sektor und den Lebenshaltungskosten angehen.
Derzeit liegen die Löhne im öffentlichen Sektor des Kantons um beachtliche 2,4 Prozent hinter der Inflation. Diese Zahl verdeutlicht eine anhaltende Herausforderung für die Angestellten, ihre Kaufkraft zu erhalten.
Der Vorschlag des Regierungsrates, eine Lohnerhöhung von 0,5 Prozent zu gewähren, war ein Schritt zur Minderung dieser Kluft. Dieser Vorschlag wurde von den drei grossen Personalverbänden als Sozialpartner akzeptiert.
Bei einer erwarteten jährlichen Inflationsrate von 0,2 Prozent würde die Erhöhung um 0,5 Prozent das bestehende Lohngefälle leicht reduzieren. Dieser kleine Gewinn ist nun aufgrund der vorgeschlagenen Kürzungen gefährdet.
Grosser Rat erwägt Kürzungen
Der Grosse Rat berät derzeit über einen Antrag, die vorgeschlagene Lohnerhöhung von 0,5 Prozent auf 0,2 Prozent zu reduzieren. Diese potenzielle Kürzung würde die Lohnanpassung ausschliesslich an die prognostizierte jährliche Inflationsrate anpassen.
Eine solche Reduzierung bedeutet, dass die Kluft zwischen den Löhnen und den kumulierten Lebenshaltungskosten kaum oder gar nicht schrumpfen würde. Für viele Angestellte im öffentlichen Dienst stellt dies eine verpasste Gelegenheit dar, verlorenen Boden gutzumachen.
„Wir fordern alle Mitglieder des Grossen Rates dringend auf, diese Kürzungen abzulehnen“, erklärte ein Vertreter eines der Personalverbände. „Unsere Mitglieder arbeiten unermüdlich, und ihr Engagement sollte mit einer fairen Vergütung anerkannt werden, die mit den Lebenshaltungskosten Schritt hält.“
Die Personalverbände haben ihre Bedenken aktiv allen Mitgliedern des Grossen Rates mitgeteilt. Sie haben Schreiben verschickt, in denen sie ihre Einwände darlegen und um Unterstützung für den ursprünglichen Vorschlag des Regierungsrates bitten.
Personalverbände mobilisieren gegen Kürzungen
Die drei grossen Personalverbände – VPOD, BSPV und Bildung Bern – haben sich in ihrem Widerstand gegen die vorgeschlagenen Lohnkürzungen zusammengeschlossen. Sie sehen die Erhöhung um 0,5 Prozent als notwendigen Schritt zur Behebung des langjährigen Lohnrückstands.
Diese Organisationen betonen, dass der ursprüngliche Vorschlag von 0,5 Prozent ein Kompromiss war. Es war ein bescheidener Schritt, um den Lohnrückstand von 2,4 Prozent zu beheben, und keine vollständige Kompensation für vergangene Inflation.
Eine Reduzierung dieser bereits bescheidenen Erhöhung würde eine negative Botschaft an die engagierten Beamten des Kantons senden. Sie würde auch den finanziellen Druck auf ihre Haushalte verschärfen.
- VPOD: Eine prominente Gewerkschaft des öffentlichen Sektors, die sich für faire Löhne und Arbeitsbedingungen einsetzt.
- BSPV: Ein weiterer wichtiger Verband, der verschiedene Angestellte des öffentlichen Dienstes vertritt.
- Bildung Bern: Vertritt speziell das Bildungspersonal und geht auf dessen besondere Bedürfnisse ein.
Auswirkungen auf Sonderschulen
Neben den allgemeinen Lohnanpassungen lehnt Bildung Bern auch andere vorgeschlagene Kürzungen entschieden ab. Ein erhebliches Anliegen ist eine geplante Kürzung von 30 Millionen CHF, die auf Sonderschulen abzielt.
Diese Schulen bieten entscheidende Unterstützung und spezialisierte Bildung für Schüler mit besonderen Bedürfnissen. Eine Kürzung dieser Grössenordnung könnte ihre Dienstleistungen und die Qualität der angebotenen Bildung schwerwiegend beeinträchtigen.
Der Verband argumentiert, dass solche Kürzungen schutzbedürftigen Schülern schaden und das Engagement des Kantons für inklusive Bildung untergraben würden. Sie fordern den Grossen Rat auf, diese Vorschläge zu überdenken.
Zusätzliche Haushaltskürzungen werden ebenfalls in Betracht gezogen, die die öffentlichen Dienste weiter belasten könnten. Die Personalverbände beobachten alle vorgeschlagenen Kürzungen genau.
Der Weg der Lohnverhandlungen
Die Debatte im Grossen Rat dauert an. Die Entscheidung wird die unmittelbaren finanziellen Aussichten für Tausende von Angestellten des öffentlichen Sektors in Bern bestimmen.
Das Ergebnis wird die Prioritäten des Rates in Bezug auf die Vergütung im öffentlichen Dienst und Investitionen in wesentliche Dienste wie Bildung widerspiegeln.
Die Personalverbände setzen sich weiterhin für ihre Mitglieder ein. Sie hoffen, dass die Ratsmitglieder die Bedeutung fairer Löhne und einer stabilen Finanzierung öffentlicher Institutionen anerkennen werden.
Die Diskussion verdeutlicht das empfindliche Gleichgewicht zwischen fiskalischer Verantwortung und der Sicherstellung, dass die Angestellten des öffentlichen Sektors für ihre wichtigen Beiträge zum Kanton angemessen entschädigt werden.




