Der Kanton Bern wird kein generelles Handyverbot an seinen Schulen einführen. Die Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) bestätigte diese Entscheidung nach Anfragen und erklärte, dass die Schulen die Autonomie behalten sollen, ihre eigenen Regeln bezüglich der Nutzung digitaler Geräte festzulegen.
Diese Haltung steht in scharfem Kontrast zu den jüngsten Entwicklungen im Kanton Freiburg, wo das Kantonsparlament einen ähnlichen Antrag für ein pauschales Verbot weitgehend unterstützte. Berner Parlamentarier hatten sich jedoch bereits zuvor gegen eine solche Massnahme ausgesprochen.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Kanton Bern lehnt ein generelles Handyverbot an Schulen ab.
- Die Entscheidungsbefugnis verbleibt bei den einzelnen Schulen.
- Flexibilität ermöglicht es Schulen, sich an einzigartige Umstände anzupassen.
- Der Kanton Freiburg hat kürzlich einen Antrag für ein Verbot genehmigt.
Lokale Autonomie statt zentraler Vorgaben
Die Berner Bildungs- und Kulturdirektion ist der Ansicht, dass einzelne Schulen am besten gerüstet sind, um ihre eigenen Richtlinien festzulegen. Dieser dezentrale Ansatz ermöglicht eine grössere Flexibilität und berücksichtigt, dass jedes Schulumfeld einzigartig ist.
Yves Brechbühler, Mediensprecher der BKD, betonte diesen Punkt. Er hob hervor, dass verschiedene Schulen unterschiedlichen Situationen gegenüberstehen, insbesondere während Pausen oder Mittagszeiten. Diese Unterschiede machen einen Einheitsansatz unpraktisch.
„Wir sind der Meinung, dass die Schulen dies dezentral entscheiden müssen. Nicht jede Schule hat die gleiche Ausgangslage. Das heisst, es gibt zum Beispiel unterschiedliche Situationen während der Pausen oder über die Mittagszeit.“
Massgeschneiderte digitale Richtlinien
Über die logistischen Unterschiede hinaus verweist die BKD auch auf die unterschiedlichen Arten, wie Schulen die Digitalisierung handhaben. Einige Institutionen integrieren Technologie möglicherweise tiefer in ihren Lehrplan, während andere einen vorsichtigeren Ansatz bevorzugen.
Indem Schulen ihre eigenen Regeln festlegen dürfen, wird ihre Fähigkeit gestärkt, diese Probleme direkt zu lösen. Es befähigt auch Lehrkräfte, Schüler in Diskussionen über den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien einzubeziehen, was die BKD für wertvoller hält als eine Top-Down-Vorgabe.
Faktencheck
- Das Berner Kantonsparlament lehnte zuvor ein generelles Handyverbot ab.
- Die Entscheidung der BKD priorisiert die Autonomie der Schulen.
- Das Freiburger Parlament genehmigte einen ähnlichen Verbotsantrag.
Die breitere Diskussion über Digitalisierung
Die Debatte über Handys an Schulen ist Teil einer grösseren Diskussion über die Digitalisierung in der Bildung. Während Handys Zugang zu Informationen und Lernwerkzeugen bieten, sind auch Bedenken hinsichtlich Ablenkung und Missbrauch weit verbreitet.
Der Ansatz der BKD deutet auf einen Fokus auf die Erziehung der Schüler zum angemessenen Technologiegebrauch hin, anstatt auf ein vollständiges Verbot. Diese Strategie zielt darauf ab, junge Menschen mit den Fähigkeiten auszustatten, die digitale Welt verantwortungsvoll zu navigieren.
Von anderen Kantonen lernen
Trotz der aktuellen Haltung Berns bleibt die BKD aufmerksam gegenüber den Richtlinien in anderen Kantonen. Sie beobachtet die Ergebnisse und Auswirkungen von anderswo eingeführten generellen Handyverboten.
Diese fortlaufende Beobachtung stellt sicher, dass die Berner Bildungsbehörden über Best Practices und potenzielle Herausforderungen informiert bleiben. Vorerst bleibt jedoch das Prinzip der lokalen Entscheidungsfindung zentral für ihre Politik.
Hintergrundinformationen
Die Diskussion um Handyverbote an Schulen gewinnt in der Schweiz und in Europa an Fahrt. Befürworter argumentieren, Verbote reduzierten Ablenkungen, verbesserten die Konzentration und förderten eine bessere soziale Interaktion unter Schülern. Gegner betonen oft die pädagogischen Vorteile der Technologie und die Bedeutung, den verantwortungsvollen Umgang zu lehren, anstatt zu verbieten.
Lehrkräfte und Schüler stärken
Indem der Kanton Bern den Schulen die Entscheidung überlässt, will er ein dynamischeres Bildungsumfeld fördern. Lehrkräfte können Diskussionen über digitale Etikette direkt in ihren Unterricht integrieren und so das Lernerlebnis relevanter gestalten.
Dieses direkte Engagement bietet Schülern die Möglichkeit, die Auswirkungen ihrer digitalen Entscheidungen zu verstehen. Es geht über einfache Regeln hinaus, um ein tieferes Verständnis für den verantwortungsvollen Umgang mit Technologie zu fördern.
Zukunft der digitalen Bildung
Die Position der BKD unterstreicht den Glauben an die Fähigkeit lokaler Pädagogen, sich an die sich entwickelnde Landschaft digitaler Werkzeuge anzupassen. Sie vermeidet einen starren Rahmen und ermöglicht Innovation und massgeschneiderte Lösungen.
Dieser Ansatz stimmt mit modernen Bildungsphilosophien überein, die oft die Stärkung lokaler Gemeinschaften befürworten. Er berücksichtigt auch die unterschiedlichen sozioökonomischen und technologischen Kontexte verschiedener Schulbezirke innerhalb des Kantons.
- Schulen können Richtlinien erstellen, die zu ihrer spezifischen Schülerschaft passen.
- Lehrkräfte können verantwortungsvolles digitales Verhalten vorleben.
- Schüler lernen kritisches Denken über den Technologiegebrauch.
Die Entscheidung des Kantons Bern spiegelt ein Engagement wider, lokale Bildungseinrichtungen zu stärken. Sie priorisiert Flexibilität und direktes Engagement gegenüber einem einheitlichen, Top-Down-Ansatz zur Verwaltung von Mobiltelefonen in Schulen.




