Die Schweiz führte am Mittwoch, den 7. Februar, ihren jährlichen nationalen Sirenentest durch, um sicherzustellen, dass die Notfallwarninfrastruktur des Landes voll funktionsfähig bleibt. Die Übung, an der allein im Kanton Bern 691 stationäre Sirenen beteiligt waren, ist ein entscheidender Bestandteil der umfassenden Schweizer Zivilschutzstrategie.
Der Test zielt darauf ab, zu bestätigen, dass Sirenen die Bevölkerung im Falle verschiedener Katastrophen, einschliesslich Naturgefahren, Chemieunfällen oder nuklearen Unfällen, wirksam warnen können. Die Behörden betonen, dass ein robustes Warnsystem für die öffentliche Sicherheit unerlässlich ist.
Wichtige Erkenntnisse
- Der nationale Sirenentest fand am Mittwoch, den 7. Februar, zwischen 13:30 und 14:00 Uhr statt.
- Über 690 stationäre Sirenen wurden im Kanton Bern getestet.
- Der allgemeine Alarm ist ein regelmässig auf- und abschwellender Heulton.
- Wasseralarme wurden in Gebieten unterhalb von Dämmen getestet.
- Mobile Sirenen und Telefonlisten werden für abgelegene Regionen eingesetzt.
- Die Alertswiss-App hat über 2,3 Millionen Nutzer für digitale Warnungen.
Sicherstellung der Sirenenbereitschaft im gesamten Kanton
Peter Ineichen, Fachspezialist beim Amt für Bevölkerungsschutz, überwacht das Sirenennetz im Kanton Bern. Er bestätigte den reibungslosen Betrieb der meisten Sirenen. Er stellte jedoch auch fest, dass typischerweise ein bis fünf Sirenen jedes Jahr Probleme aufweisen, die eine Wartung erfordern.
Das System in Lyss hatte beispielsweise am 15. August 2020 einen Fehlalarm. Solche Vorfälle unterstreichen die Bedeutung regelmässiger Tests und der lokalen Präsenz während der Aktivierungen.
Fakten zum Sirenensystem
- 691 stationäre Sirenen im Kanton Bern.
- Der allgemeine Alarm dauert eine Minute, gefolgt von einer vierminütigen Pause, dann wiederholt er sich.
- Lokale Gemeindemitarbeiter müssen an jedem Sirenenstandort anwesend sein, um die Aktivierung zu bestätigen.
Das Testverfahren
Der allgemeine Alarm, beschrieben als „regelmässig auf- und abschwellender Heulton“, wurde zuerst getestet. Dieser markante Ton soll die Bevölkerung aus dem Schlaf wecken, so Ineichen. Die erste Aktivierung, ferngesteuert von der Kantonspolizei, erfolgte pünktlich um 13:30 Uhr.
Darauf folgte eine vierminütige Pause, und dann ertönte der Alarm um 13:35 Uhr erneut. Neuere Sirenenmodelle ermöglichen es der Kantonspolizei Bern, die Funktionalität aus der Ferne zu überprüfen. Bei älteren Installationen ist dies jedoch nicht möglich.
„Der Alarm muss die Bevölkerung aus dem Schlaf wecken“, betonte Peter Ineichen und hob die entscheidende Rolle des Alarms hervor.
Entscheidend ist, dass ein Gemeindemitarbeiter an jedem der 691 Sirenenstandorte anwesend sein muss, um zu bestätigen, dass der Alarm hörbar ist. Um 13:45 Uhr aktivierten diese lokalen Mitarbeiter die Sirenen vor Ort und testeten deren manuellen Betrieb. Die Gemeinden können bis 14:00 Uhr zusätzliche Tests durchführen, um die Schallabdeckung zu beurteilen.
Spezialalarme und Abdeckung abgelegener Gebiete
Nach dem allgemeinen Alarmtest wurde in spezifischen Regionen unterhalb von Stauseen ein zusätzlicher Wasser-Alarmtest durchgeführt. Zu diesen Gebieten gehören Oberhasli/Grimsel, Sanetsch-Arnensee und Schiffenen/Wohlensee. Der Wasser-Alarm besteht aus zwölf tiefen, durchgehenden Tönen, die jeweils 20 Sekunden dauern, mit 10-sekündigen Intervallen dazwischen.
Notfallszenarien
In einem echten Notfall warnen Sirenen die Öffentlichkeit vor verschiedenen Bedrohungen. Dazu gehören Grossbrände, Lawinen, Erdrutsche, Chemieunfälle, nukleare Unfälle oder kontaminiertes Trinkwasser. Das System ist darauf ausgelegt, sofortige Warnungen zu geben.
Für abgelegenere Gemeinden spielen mobile Sirenen eine wichtige Rolle. Fahrzeuge, die mit Sirenen auf ihren Dächern ausgestattet sind, fahren entlang vordefinierter Routen. Der Kanton empfiehlt den Gemeinden, diese mobilen Sirenentests durchzuführen. Einige Gemeinden können jedoch im Sommer Übungsläufe ohne Alarm durchführen, wenn die Winterstrassen schneebedeckt sind.
An extrem isolierten Orten basiert ein Alarmsystem auf einer Telefonliste. Diese Liste muss im offiziellen Alarmdossier der Gemeinde geführt werden, um den direkten Kontakt zu den Bewohnern zu gewährleisten.
Wie die Öffentlichkeit im Notfall Informationen erhält
Im Falle eines echten Notfalls aktivieren die Kantonspolizei in Abstimmung mit der Feuerwehr die Sirenen. Beim Hören eines Alarms sollte die Öffentlichkeit über verschiedene Kanäle Informationen einholen.
- Radio und Fernsehen: Schalten Sie lokale Sendungen ein, um Anweisungen zu erhalten.
- Alert.swiss Website: Besuchen Sie die offizielle Regierungswebsite für Echtzeit-Updates.
- Teletext Seite 608: Ein älterer, aber immer noch aktiver Kanal für Notfallinformationen.
Da immer weniger Haushalte auf traditionelles Radio und Fernsehen angewiesen sind, sind Mobiltelefonwarnungen immer wichtiger geworden. Die Alertswiss-App, entwickelt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs), dient als entscheidendes digitales Warntool. Über 2,3 Millionen Menschen haben diese App installiert, was eine signifikante Akzeptanz bei der digitalen Vorsorge zeigt.
Alertswiss App
Die Alertswiss-App ist auf über 2,3 Millionen Mobilgeräten installiert und liefert den Nutzern direkte Notfallbenachrichtigungen.
Trotz des Erfolgs von Alertswiss hat die Schweiz noch kein Cell-Broadcast-System implementiert. Diese Technologie, die in Nachbarländern verbreitet ist, ermöglicht es den Behörden, Notfallwarnungen an alle Mobiltelefone in einem bestimmten geografischen Gebiet zu senden, ohne dass die Nutzer eine App herunterladen müssen. Ein Konsultationsprozess für ein solches System wurde kürzlich abgeschlossen.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz wertet nun die Ergebnisse dieser Konsultation aus. Sie planen, zu gegebener Zeit weitere Updates zur Implementierung eines Cell-Broadcast-Systems bereitzustellen. Dies würde die Fähigkeit des Landes, eine breitere Bevölkerung bei kritischen Vorfällen zu erreichen, erheblich verbessern.




