Die Stadt Bern hat einen bedeutenden Schritt zur lang erwarteten Umgestaltung ihrer zentralen Plätze, Bärenplatz und Waisenhausplatz, unternommen. Detaillierte Pläne für das 36,7 Millionen Schweizer Franken teure Projekt liegen nun bis zum 6. Februar zur öffentlichen Einsichtnahme auf und bieten einen konkreten Einblick in die Zukunft dieser historischen Stadtachse.
Die Neugestaltung zielt darauf ab, einen einladenderen und funktionaleren öffentlichen Raum zu schaffen, indem eine einheitliche, fussgängerfreundliche Zone etabliert wird. Diese Initiative, die eine starke öffentliche Unterstützung erhielt, soll das Erlebnis im Herzen der Stadt für Bewohner, Besucher und lokale Unternehmen neu definieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Pläne zur Neugestaltung von Bärenplatz und Waisenhausplatz liegen nun öffentlich auf.
- Das Projekt hat ein Budget von 36,7 Millionen Schweizer Franken, das von 73,6 % der Stimmberechtigten genehmigt wurde.
- Der Baubeginn ist für Ende 2027 geplant, die Fertigstellung wird bis 2030 erwartet.
- Die Neugestaltung konzentriert sich auf die Schaffung einer fussgängerfreundlichen Begegnungszone mit mehr Grünflächen und Sitzgelegenheiten.
Eine Vision für ein grüneres, zugänglicheres Stadtzentrum
Der Kern des Vorschlags ist die Umwandlung der Achse Bärenplatz-Waisenhausplatz in eine kohärente und einladende Begegnungszone. Vertreter der städtischen Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün skizzierten eine Vision, die auf die Verbesserung der Lebensqualität im Stadtzentrum abzielt.
Ein Hauptmerkmal des Plans ist die Einführung von mehr natürlichen Elementen. Zusätzliche Bäume werden gepflanzt, um natürlichen Schatten zu spenden und in den wärmeren Monaten kühlere, angenehmere Bereiche zu schaffen. Diese Grünflächen werden durch eine deutliche Zunahme an öffentlichen Sitzgelegenheiten ergänzt, die zum Verweilen und zur Geselligkeit anregen sollen.
Um die Sommerhitze weiter zu bekämpfen und den Komfort zu verbessern, sehen die Pläne auch die Installation von mobilen Sonnensegeln vor. Diese flexiblen Strukturen können bei Bedarf eingesetzt werden und bieten anpassbaren Sonnenschutz für Märkte und öffentliche Versammlungen.
Modernisierung von Infrastruktur und Ästhetik
Die Transformation geht über oberflächliche Ästhetik hinaus. Die gesamte Achse wird mit neuen Pflastersteinen neu gepflastert, wodurch eine optisch einheitliche und zugängliche Oberfläche entsteht. Dies wird dazu beitragen, Verkehrsflächen klar von Fussgängerzonen abzugrenzen und die Sicherheit und den Fluss für alle zu verbessern.
Das Projekt umfasst auch eine umfassende Modernisierung der wesentlichen Infrastruktur:
- Beleuchtung: Das aktuelle Beleuchtungssystem wird durch eine moderne, energieeffiziente Lösung ersetzt, die das Ambiente und die Sicherheit der Plätze bei Nacht verbessern soll.
- Versorgungsleitungen: Unterirdische Versorgungsleitungen werden saniert und modernisiert, um zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden.
- Veranstaltungsanschlüsse: Neue Anschlüsse für Strom und Wasser werden installiert, was die Logistik für die beliebten Märkte und zahlreiche öffentliche Veranstaltungen der Stadt vereinfacht.
Das Projekt in Zahlen
- Budget: 36,7 Millionen CHF
- Zustimmung der Stimmberechtigten: 73,6 %
- Voraussichtlicher Baubeginn: Q4 2027
- Früheste Fertigstellung: 2030
- Öffentliche Auflagefrist: Endet am 6. Februar
Ein Projekt, das fast 40 Jahre in der Mache war
Der Wunsch, das Herz Berns zu verbessern, ist nicht neu. Die aktuellen Pläne sind der Höhepunkt einer öffentlichen Debatte, die sich über Jahrzehnte erstreckte und einen lang gehegten Wunsch nach einem menschenzentrierteren Stadtkern widerspiegelt.
Diese Reise begann vor fast vier Jahrzehnten mit einer erfolgreichen öffentlichen Initiative mit dem Titel „I läbti gärn im Härz vo Bärn“. Schon damals forderte die Öffentlichkeit mehr Sitzgelegenheiten und eine bessere Gesamtatmosphäre auf den zentralen Plätzen. Die Initiative wurde genehmigt, aber ihre Realisierung wurde aufgrund finanzieller Engpässe immer wieder verschoben.
Historischer Kontext: „I läbti gärn im Härz vo Bärn“
Die Initiative von vor fast 40 Jahren zeigte ein klares öffentliches Mandat zur Verbesserung der zentralen öffentlichen Räume Berns. Sie unterstrich den Wunsch der Gemeinschaft nach einem Stadtzentrum, das soziale Interaktion und Freizeit über den einfachen Transit stellte. Das aktuelle Projekt wird von vielen als die endgültige Erfüllung dieses langjährigen Versprechens angesehen, das eine historische öffentliche Vision mit modernen Stadtgestaltungsprinzipien zum Leben erweckt.
Die Planung für das Projekt wurde 2015 offiziell wieder aufgenommen und führte zu dem detaillierten Vorschlag, der nun präsentiert wird. Die starke Zustimmung der Stimmberechtigten im Mai 2023, mit fast drei Vierteln der Teilnehmer dafür, lieferte ein klares und entscheidendes Mandat zur Fortsetzung.
Zeitplan und nächste Schritte
Mit der nun öffentlichen Auflage der Pläne tritt das Projekt in eine entscheidende Phase ein. Die öffentliche Auflagefrist ermöglicht es Bürgern und Interessengruppen, die Details zu prüfen und im Rahmen des formellen Baubewilligungsverfahrens Feedback zu geben. Diese Phase ist entscheidend, um Transparenz zu gewährleisten und potenzielle Bedenken vor Baubeginn zu berücksichtigen.
Gemäss dem offiziellen Zeitplan der Stadt soll der Baubeginn im vierten Quartal 2027 erfolgen. Die Verantwortlichen weisen darauf hin, dass dieser Zeitplan vom reibungslosen Ablauf des Baubewilligungsverfahrens abhängt. Erhebliche Verzögerungen oder Einsprüche könnten den Baubeginn möglicherweise verschieben.
Wenn das Projekt wie geplant verläuft, könnten der neu gestaltete Bärenplatz und Waisenhausplatz irgendwann im Jahr 2030 vollständig in Betrieb genommen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Diese mehrjährige Bauphase erfordert ein sorgfältiges Management, um Störungen im belebten Stadtzentrum, das tägliche Märkte, Verkehrsverbindungen und erheblichen Fussgängerverkehr beherbergt, zu minimieren.
Die Transformation verspricht eine erhebliche Aufwertung für Bern und verwandelt einen wichtigen Transit- und Geschäftsknotenpunkt in ein lebendiges öffentliches Wohnzimmer, das für das 21. Jahrhundert konzipiert wurde und gleichzeitig eine über Generationen geschätzte Gemeinschaftsvision ehrt.




