Das Bundesmedienzentrum in Bern, ein wichtiger Knotenpunkt für rund 120 Journalisten, hat seine Sicherheitsprotokolle erheblich verbessert. Seit Anfang Februar müssen alle Eintretenden das Gebäude, das sich direkt gegenüber dem Bundeshaus befindet, über ein Hochsicherheits-Drehkreuzsystem passieren. Diese neuen Massnahmen sollen die Sicherheit erhöhen, haben aber auch betriebliche Herausforderungen für Reporter mit sich gebracht.
Wichtigste Erkenntnisse
- Neue Hochsicherheits-Drehkreuze im Bundesmedienzentrum Bern installiert.
- Massnahmen basieren auf einer Risikoanalyse des Bundesamtes für Polizei (Fedpol).
- Journalisten berichten von körperlichen Verletzungen und Verzögerungen durch das neue Zugangssystem.
- Ein spezifischer Vorfall, bei dem ein Journalist durch ein Fenster eintrat, löste Gerüchte aus, doch Beamte geben an, dass die Sicherheitsaufrüstung früher geplant war.
- Die Bundeskanzlei hat die Kosten der neuen Sicherheitsinstallation nicht bekannt gegeben.
Neues Sicherheitssystem sorgt für Bedenken
Das neue Zugangssystem, oft als „Vereinzelungsanlage“ bezeichnet, verlangt von Journalisten, ein Ein-Personen-Tor zu passieren. Dieser Prozess soll unbefugten Zugang verhindern, indem sichergestellt wird, dass immer nur eine Person gleichzeitig eintritt. Journalisten, die im Zentrum arbeiten, berichten jedoch, dass das neue System sowohl zeitaufwendig als auch frustrierend ist.
Die Vereinigung der Bundeshausjournalisten hat seit der Einführung dieser neuen Sicherheitsmassnahmen mehrere Vorfälle dokumentiert. Mitglieder beschreiben die Tore als „schikanös“ aufgrund der Schwierigkeiten, die sie in dringenden Situationen bereiten.
Faktencheck
- Rund 120 Journalisten arbeiten im Bundesmedienzentrum in Bern.
- Das Zentrum befindet sich direkt gegenüber dem Bundeshaus.
- Die Sicherheitsaufrüstung wurde Anfang Februar umgesetzt.
Vorfälle und Verletzungen gemeldet
Das neue Sicherheitsregime hat zu mindestens zwei gemeldeten Verletzungen geführt. Ein Journalist, der in Eile war, um für eine Eilmeldung das Gebäude zu verlassen, kollidierte Berichten zufolge kopfüber mit einer Tür. Eine andere Person erlitt eine Handverletzung, die als grün und blau beschrieben wurde, als sie versuchte, eine Tür schnell zu öffnen, die nicht wie erwartet reagierte.
Diese Vorfälle verdeutlichen die praktischen Herausforderungen, denen Journalisten in einem schnelllebigen Nachrichten-Umfeld gegenüberstehen. Die Notwendigkeit schneller Bewegung, um Live-Ereignisse abzudecken, kollidiert mit den strengen, langsamen Sicherheitsprotokollen.
„Die neuen Türen werden von unseren Mitgliedern praktisch einstimmig als schikanös empfunden“, erklärte ein Vertreter der Vereinigung der Bundeshausjournalisten und betonte die Schwierigkeiten, mit denen Reporter konfrontiert sind.
Zusätzliche Sensoren geplant
Die Behörden planen, noch mehr Sensoren zu installieren. Dies ist eine Reaktion auf Beobachtungen, dass einige Journalisten versucht haben, die Ein-Personen-Eintrittsregel zu umgehen, indem sie versuchten, zu zweit oder sogar in Gruppen durch die Tore zu schlüpfen. Beamte betrachten dieses Verhalten als erheblichen Sicherheitsverstoss.
Hintergrund zu den Sicherheitsmassnahmen
Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) führte eine umfassende Risikoanalyse durch, die die Entscheidung zur Erhöhung der Sicherheit im Bundesmedienzentrum beeinflusste. Die Bundeskanzlei handelte dann auf diese Empfehlungen hin, was zur Installation der neuen Zugangskontrollsysteme führte.
Ziel ist es, unbefugten Personen den Zugang zu der sensiblen Regierungseinrichtung zu verwehren. Die genauen Kosten für die Installation dieser neuen Systeme wurden jedoch von der Bundeskanzlei nicht öffentlich gemacht.
Fenster-Eintritts-Vorfall löst Spekulationen aus
Inmitten der Debatte über die neuen Sicherheitsmassnahmen kursiert in der Berner Medienlandschaft ein spezifischer Vorfall. Gerüchte besagen, dass ein Journalist einer bekannten Schweizer Zeitung über ein offenes Fenster Zugang zum Medienzentrum erhielt, nachdem er seinen Sicherheitsausweis zu Hause vergessen hatte. Dies soll Berichten zufolge eine sofortige Vorladung zur Befragung durch Fedpol ausgelöst haben.
Die Bundeskanzlei bestätigte die allgemeinen Fakten des Vorfalls, präzisierte jedoch ein entscheidendes Detail. Sie erklärte, dass „die Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im Medienzentrum vor diesem Vorfall beschlossen wurden.“ Diese Klarstellung deutet darauf hin, dass der Fenstereintritt zwar bestehende Bedenken unterstrichen haben mag, aber nicht der direkte Auslöser für die neuen Drehkreuzinstallationen war.
Zukünftige Sicherheitsverbesserungen
Die Erklärung der Bundeskanzlei, dass die Sicherheitsmassnahmen vorgeplant waren, wirft Fragen nach potenziellen zukünftigen Verbesserungen auf. Einige Journalisten äussern nun die Befürchtung, dass bei fortgesetzten unkonventionellen Eintrittsmethoden zusätzliche physische Barrieren, wie Gitter an Fenstern, in Betracht gezogen werden könnten. Dies könnte den Zugang weiter einschränken und weitere Hindernisse für Medienschaffende schaffen.
Die laufenden Anpassungen spiegeln ein Gleichgewicht zwischen nationalen Sicherheitsanforderungen und den operativen Bedürfnissen einer freien Presse wider. Eine Lösung zu finden, die beide Prioritäten erfüllt, bleibt eine zentrale Herausforderung für Behörden und Medienvertreter gleichermassen.
- Die Bundeskanzlei bestätigte einen Vorfall, bei dem ein Journalist durch ein Fenster eintrat.
- Beamte gaben an, dass die Sicherheitsaufrüstung vor diesem spezifischen Ereignis geplant war.
- Journalisten befürchten weitere Einschränkungen, möglicherweise einschliesslich Fenstergittern.




