Hunderte von Menschen versammelten sich heute auf dem Berner Bundesplatz, um gegen den Entscheid des Nationalrats zu protestieren, die Mittel für den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt nicht zu erhöhen. Die Demonstration folgte auf eine Abstimmung, die landesweit starke Reaktionen ausgelöst hat.
Der Protest begann gegen 18:30 Uhr, trotz winterlicher Temperaturen. Die Teilnehmer forderten ein stärkeres finanzielles Engagement zur Bekämpfung von Gewalt, die in der Schweiz überwiegend Frauen und Mädchen betrifft.
Wichtige Erkenntnisse
- Hunderte demonstrierten in Bern gegen gekürzte Mittel für den Gewaltschutz.
- Der Nationalrat stimmte gegen eine Erhöhung der Mittel für geschlechtsspezifische Gewalt.
- Die Protestierenden verwiesen auf 27 Femizide in diesem Jahr und forderten dringende Massnahmen.
- Das Feministische Streikkollektiv Bern organisierte die Veranstaltung.
Entscheid des Nationalrats löst Empörung aus
Der Entscheid des Nationalrats erfolgte gestern. Die Gesetzgeber beschlossen, keine zusätzlichen Mittel für den Schutz von Frauen vor Gewalt bereitzustellen. Dieser Schritt hat weitreichende Kritik von verschiedenen sozialen Gruppen und Interessenorganisationen hervorgerufen.
Viele sehen den Entscheid als Rückschritt im Kampf gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt. Sie argumentieren, dass die aktuellen Ressourcen unzureichend sind, um das wachsende Problem effektiv anzugehen.
Faktencheck: Geschlechtergewalt in der Schweiz
- Häusliche Gewalt nimmt in der ganzen Schweiz zu.
- Frauen und Mädchen sind am häufigsten die Opfer.
- Allein in diesem Jahr wurden 27 Frauen und Mädchen Opfer von Femiziden.
Demonstrierende versammeln sich auf dem Bundesplatz
Ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beobachtete die Szene. Hunderte von Personen, mehrheitlich Frauen, standen vereint vor dem Bundeshaus. Sie trugen Schilder und riefen Parolen, die ihre Missbilligung ausdrückten.
Sprechchöre wie „Schämt euch“ und „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns das Leben klaut“ hallten über den Platz. Viele Demonstranten zündeten Kerzen an, was eine feierliche und doch entschlossene Atmosphäre schuf.
„Der Schutz vor Gewalt ist keine Verhandlungssache. Es ist ein Grundrecht, das gewahrt werden muss“, erklärte eine Vertreterin des Feministischen Streikkollektivs Bern.
Die Rolle des Feministischen Streikkollektivs Bern
Der Protest wurde vom Feministischen Streikkollektiv Bern organisiert. Diese Gruppe hat sich lautstark für stärkere staatliche Massnahmen zum Schutz von Frauen und Mädchen eingesetzt.
In ihrem Aufruf zur Aktion hob das Kollektiv die alarmierenden Statistiken zur häuslichen Gewalt hervor. Sie betonten, dass die Mehrheit der Opfer Frauen und Mädchen sind.
Hintergrund zu den Finanzierungsdebatten
Die Diskussionen um den Bundeshaushalt für 2026 waren intensiv. Verschiedene Sektoren konkurrieren um finanzielle Ressourcen, was zu schwierigen Entscheidungen im Parlament führt. Die Debatte dreht sich oft um die Abwägung zwischen fiskalischer Verantwortung und sozialen Bedürfnissen.
Die spezifische Zuweisung für den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt wurde zu einem strittigen Punkt. Befürworter argumentieren, dass dies angesichts der menschlichen Kosten der Untätigkeit eine Priorität sein sollte.
Forderungen nach erhöhten Staatsausgaben
Die Kernforderung der Demonstranten ist klar: mehr Geld für Präventions- und Schutzmassnahmen. Sie glauben, dass der Staat eine Verantwortung hat, seine Bürger zu schützen, insbesondere diejenigen, die am anfälligsten für Gewalt sind.
Dazu gehören die Finanzierung von Frauenhäusern, Support-Hotlines, Rechtshilfe und Bildungsprogrammen. Diese Ressourcen sind sowohl für die unmittelbare Sicherheit als auch für die langfristige Genesung der Opfer von entscheidender Bedeutung.
Das Kollektiv verwies auch auf die tragische Zahl der Femizide in diesem Jahr. Siebenundzwanzig verlorene Leben dienen als deutliche Erinnerung an die Dringlichkeit des Problems.
Diese Zahlen unterstreichen den kritischen Bedarf an wirksamen Interventionen. Ohne ausreichende Finanzierung haben bestehende Unterstützungssysteme Mühe, die Nachfrage zu decken.
Öffentliche Reaktion und zukünftige Aktionen
Die Demonstration spiegelt eine wachsende öffentliche Besorgnis über geschlechtsspezifische Gewalt wider. Viele Bürger sind der Meinung, dass die Reaktion der Regierung angesichts der Schwere des Problems unzureichend ist.
Das Feministische Streikkollektiv Bern hat angedeutet, dass dieser Protest Teil einer grösseren, laufenden Kampagne ist. Sie planen, sich weiterhin für politische Änderungen und erhöhte Finanzierung einzusetzen.
Die Debatte über Staatsausgaben ist komplex. Für die Protestierenden auf dem Bundesplatz sollte die Sicherheit von Frauen und Mädchen jedoch nicht gefährdet werden. Sie halten an ihrer Überzeugung fest, dass der Schutz vor Gewalt ein nicht verhandelbares Recht ist.




