Eine Koalition der bürgerlichen Parteien Berns hat ihre strategische Plattform für die kantonalen Wahlen 2026 vorgestellt, die sich auf signifikante Steuersenkungen, wirtschaftliche Deregulierung und verbesserte öffentliche Sicherheit konzentriert. Das Bündnis, bestehend aus SVP, FDP, Die Mitte und EDU, präsentierte ein Fünferticket mit drei Amtsinhabern und zwei neuen Kandidaten, die das Zehn-Punkte-Programm vorantreiben werden.
Die Plattform zielt darauf ab, den Kanton Bern als wettbewerbsfähigere und widerstandsfähigere Region zu positionieren, indem die Steuerlast in Richtung des Schweizer Kantonsdurchschnitts gesenkt und administrative Prozesse für Unternehmen und Einzelpersonen optimiert werden. Die Wahlen für die Kantonsregierung und den Grossen Rat sind für den 29. März 2026 angesetzt.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein Fünferticket von SVP, FDP und Die Mitte tritt bei den Kantonswahlen 2026 an.
- Kern ihrer Plattform ist ein Zehn-Punkte-Plan, der sich auf Steuersenkungen, Wirtschaftswachstum und Sicherheit konzentriert.
- Die Allianz strebt eine schrittweise Senkung der Unternehmensgewinnsteuern und eine weitere Reduzierung der Einkommenssteuern an.
- Vorschläge umfassen die Vereinfachung von Baubewilligungen und eine Verlagerung der Gesundheitsversorgung hin zu mehr ambulanten Diensten.
- Die Koalition betont die Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Kantons gegen Kriminalität und globalen Wirtschaftsdruck.
Ein Fünferticket für 2026
Die bürgerliche Allianz tritt bei den bevorstehenden Wahlen geschlossen auf. Das Ticket umfasst drei aktuelle Mitglieder der Kantonsregierung, die sich zur Wiederwahl stellen: Astrid Bärtschi (Die Mitte), Pierre Alain Schnegg (SVP) und Philippe Müller (FDP).
Sie werden ergänzt durch zwei neue Kandidaten der SVP, die Grossräte Raphael Lanz und Daniel Bichsel. Dieses Fünferteam wird gemeinsam für das neu vorgestellte Zehn-Punkte-Programm werben und damit eine koordinierte Anstrengung signalisieren, ihren Einfluss in der Kantonsregierung zu erhalten und auszubauen.
Die Bürgerliche Allianz
Die „Bürgerliche Allianz“ ist eine Koalition von Mitte-Rechts- und Rechtsparteien im Kanton Bern. Sie umfasst die Schweizerische Volkspartei (SVP), FDP.Die Liberalen (FDP), Die Mitte und die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU). Ihre Zusammenarbeit zielt darauf ab, eine Mehrheit in der Kantonsregierung zu sichern, um Politikbereiche wie Fiskalkonservatismus, wirtschaftliche Freiheit und traditionelle Werte voranzutreiben.
Wirtschaftsstrategie: Weniger Steuern und Bürokratie
Ein zentraler Pfeiler der Plattform der Allianz ist eine umfassende Strategie zur Stärkung der kantonalen Wirtschaft. Der Plan fordert eine signifikante Senkung der Steuerlast, die nach Ansicht der Koalition notwendig ist, um die Attraktivität Berns für Unternehmen und Einwohner zu verbessern.
Finanzdirektorin Astrid Bärtschi hob die bestehende Steuerstrategie hervor, die einen klaren Fahrplan vorgibt. „Dieser Plan zeigt auf, wie die Steuerlast im Kanton endlich in das Mittelfeld der Kantone gesenkt werden kann“, erklärte sie während der Pressekonferenz.
Das Programm schlägt insbesondere eine schrittweise Senkung der Unternehmensgewinnsteuern und weitere Kürzungen der Einkommenssteuern vor. Dieser Schritt soll Investitionen anregen und Arbeitsplätze schaffen.
„Eine starke Wirtschaft nützt allen, aber wir wissen: Eine starke Wirtschaft fällt nicht vom Himmel“, sagte Kandidat Raphael Lanz. Er betonte, dass Wachstum dort stattfindet, wo Innovation möglich und Energie zuverlässig ist.
Lanz sprach sich auch für einen Mentalitätswandel in der Verwaltung aus. „Der Kanton soll kein Blocker, sondern ein Ermöglicher sein – diese Haltung braucht es auch in der Verwaltung“, fügte er hinzu und forderte liberalere Rahmenbedingungen, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Vereinfachung von Bau und Entwicklung
Um den Bürokratieabbau weiter voranzutreiben, zielt die Plattform auf den Bausektor ab. Kandidat Daniel Bichsel erklärte, dass viele entwickelte Gebiete im Kanton unterausgelastet oder durch übermässige Vorschriften behindert werden. Der Plan schlägt vor, Genehmigungsprozesse zu optimieren und in einigen Fällen obligatorische Bewilligungen durch einfache Meldungen zu ersetzen.
Die Koalition unterstützt auch die Digitalisierung im Planungs- und Bausektor, um die Effizienz zu steigern. Wichtige Infrastrukturprojekte, wie die geplanten Verkehrssanierungen in den Regionen Emmental und Oberaargau, werden ebenfalls priorisiert.
Stärkung der Sicherheit und Reform des Gesundheitswesens
Neben ihrer Wirtschaftsagenda präsentierte die Allianz robuste Pläne für die öffentliche Sicherheit und die Modernisierung des Gesundheitswesens. Sicherheitsdirektor Philippe Müller betonte die Notwendigkeit eines widerstandsfähigeren Kantons als Reaktion auf eine sich verschlechternde internationale und nationale Sicherheitslage.
Fokus auf öffentliche Sicherheit
Der Zehn-Punkte-Plan umfasst spezifische Massnahmen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität, einschliesslich Einbruchsbanden und Clanstrukturen, sowie Cyberkriminalität und Gewaltdelikte. Ziel ist es, die Strafverfolgung zu stärken und die Fähigkeit des Kantons zu verbessern, auf neue Bedrohungen zu reagieren.
„Es ist wichtig, den Kanton Bern widerstandsfähiger zu machen“, sagte Müller und verband Sicherheit direkt mit der allgemeinen Stabilität und dem Wohlstand des Kantons.
Ein neues Modell für das Gesundheitswesen
Im Gesundheitssektor sieht die Plattform eine grosse Veränderung in der Art und Weise vor, wie die Versorgung erbracht wird. Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg skizzierte eine Vision, die sich von traditionellen, langfristigen Krankenhausaufenthalten entfernt.
„Die Gesundheitsversorgung wird sich ändern, weg von Spitälern und langen stationären Aufenthalten im Spitalbett, hin zu mehr ambulanten Eingriffen, gefolgt von einer Erholungsphase zu Hause“, erklärte Schnegg.
Um diesen Übergang zu erleichtern, fordert der Plan eine Vergrösserung der Spitalregionen und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsdienstleistern. Diese Strategie zielt darauf ab, die Effizienz zu verbessern und das System an moderne medizinische Praktiken anzupassen, während gleichzeitig die Kosten verwaltet werden.
Zukünftige Herausforderungen meistern
Die Allianz anerkannte das komplexe globale Umfeld, in dem Bern agiert. Astrid Bärtschi bemerkte, dass die kommenden Jahre wahrscheinlich von anhaltenden globalen wirtschaftlichen und geopolitischen Störungen, der digitalen Transformation und den Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung geprägt sein werden.
Das Zehn-Punkte-Programm ist als proaktive Strategie positioniert, um diese Herausforderungen zu meistern. Durch den Fokus auf Effizienz, Innovation und die Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen Kernstrukturen des Kantons ist die Koalition überzeugt, Bern auf einem positiven Kurs halten zu können.
Der Erfolg der Plattform wird nun von ihrer Akzeptanz bei den Wählern vor den Kantonswahlen am 29. März 2026 abhängen. Die bürgerliche Allianz setzt darauf, dass ihre Botschaft von niedrigeren Steuern, wirtschaftlicher Freiheit und Sicherheit im ganzen Kanton Anklang finden wird.




