Gabriela Timar schrieb am Stephanstag Geschichte und wurde die erste Schweizer Box-Weltmeisterin. Die 39-Jährige, bekannt als „Balboa“, sicherte sich den WBO-Atomgewichtstitel nach einem hart umkämpften Zehn-Runden-Kampf gegen die Japanerin Marina Loreto im Berner Kursaal.
Timars Sieg, der nach Punkten entschieden wurde, markiert einen bedeutenden Meilenstein für den Schweizer Sport. Ihr Triumph gelang trotz eines frühen Nasenbruchs im Kampf, was ihre bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit unter Beweis stellte.
Wichtige Erkenntnisse
- Gabriela Timar ist die erste Schweizer Boxerin, die einen Weltmeistertitel gewonnen hat.
- Sie sicherte sich die WBO-Atomgewichtsmeisterschaft nach 10 Runden nach Punkten.
- Timar kämpfte ab der zweiten Runde mit einem Nasenbruch.
- Bei der Veranstaltung verteidigte auch Angelo Peña seinen WBO-Interkontinentaltitel.
Historische Nacht in Bern
Die Atmosphäre im Berner Kursaal war elektrisierend, als Timar in den Ring stieg. Dieser Kampf stellte den Höhepunkt jahrelanger Hingabe für die in Basel ansässige Boxerin dar. Ihre Gegnerin, Marina Loreto, stellte eine formidable Herausforderung dar und trieb Timar über die vollen zehn Runden an ihre Grenzen.
Die Punktrichter werteten den Kampf mit 98:92, 95:95 und 97:93 zugunsten von Timar. Diese geteilte Entscheidung unterstrich den kompetitiven Charakter des Kampfes, obwohl Timars konstante Leistung letztendlich die Punktekarten beeinflusste.
Kampfdetails
- Datum: Stephanstag (26. Dezember 2025)
- Ort: Kursaal, Bern
- Titel: WBO-Atomgewichts-Weltmeisterschaft (bis 46,2 kg)
- Siegerin: Gabriela Timar (Schweiz)
- Gegnerin: Marina Loreto (Japan)
- Ergebnis: Timar gewinnt nach Punkten (einstimmige Entscheidung)
Die Widerstandsfähigkeit einer Meisterin
Timars Weg zum Sieg war nicht einfach. Sie erlitt in der zweiten Runde einen Nasenbruch, eine Verletzung, die im Verlauf des Kampfes immer deutlicher wurde. In der zweiten Hälfte des Kampfes begann das Blut stark zu fliessen, doch Timar drängte weiter vorwärts und zeigte ihre Zähigkeit.
Ihr Trainer, Angelo Gallina, spielte eine entscheidende Rolle, indem er während des herausfordernden Kampfes Anleitung und Unterstützung bot. Dieser Sieg ist die grösste Errungenschaft in Timars 18 Kämpfe umfassender Profikarriere. Sie begann erst im Alter von 28 Jahren mit dem Boxen, was ihren Aufstieg zur Weltmeisterin noch beeindruckender macht.
„Ich habe für diesen Titel geschwitzt und geblutet“, erklärte Timar nach ihrem Sieg und reflektierte über die mühsame Reise und die körperliche Belastung des Kampfes.
Vom Europameister zum Weltmeister
Timars Weltmeisterschaftschance ergab sich nach einer erfolgreichen Zeit im europäischen Boxen. Im April 2023 hatte sie bereits die Europameisterschaft der European Boxing Union (EBU) gewonnen. Der WBO-Atomgewichtstitel wurde vakant, als die vorherige Titelträgerin, Tina Rupprecht, im Oktober ihre Schwangerschaft und ihren Rücktritt bekannt gab, was Timar die Tür öffnete, um um den Weltgürtel zu kämpfen.
Dieser Fortschritt vom Europameister zum Weltmeister unterstreicht ihre konstante Verbesserung und Hingabe an den Sport. Ihr Spitzname „Balboa“, eine Anspielung auf die ikonische Boxfilmfigur, spiegelt ihren Kampfgeist wider.
Atomgewicht-Kategorie
Die Atomgewicht-Division ist eine der leichtesten Kategorien im Profiboxen. Boxer in dieser Klasse dürfen nicht mehr als 46,2 Kilogramm (102 Pfund) wiegen. Diese Gewichtsklasse erfordert aussergewöhnliche Geschwindigkeit, Agilität und technische Fähigkeiten.
Peña verteidigt Interkontinentaltitel
Die Veranstaltung am Stephanstag umfasste auch einen weiteren bedeutenden Kampf. Angelo Peña, der 31-jährige schweizerisch-dominikanische Boxer, verteidigte erfolgreich seinen WBO-Interkontinental-Superfedergewichtstitel. Peña traf auf Jeo Santisima von den Philippinen und dominierte den Kampf.
Peña sicherte sich einen klaren Punktsieg, wobei die Punktrichter 100:90, 98:92 und 100:90 werteten. Dies ist seine vierte Titelverteidigung in Folge und sein 13. Profisieg ohne Niederlage. Dieser Sieg bringt ihn einem potenziellen Weltmeisterschaftskampf in der Zukunft näher.
Auswirkungen auf das Schweizer Boxen
Gabriela Timars Weltmeistertitelgewinn wird voraussichtlich das Profil des Boxsports in der Schweiz, insbesondere für Sportlerinnen, erheblich stärken. Ihre Geschichte von Ausdauer und spätem Einstieg in den Sport dient als Inspiration für angehende Boxerinnen und Boxer im ganzen Land.
Die doppelten Siege von Timar und Peña in derselben Nacht unterstreichen eine starke Periode für das Schweizer Profiboxen. Diese Erfolge könnten zu erhöhtem Interesse, Beteiligung und Investitionen in den Sport landesweit führen.
- Timars Sieg könnte mehr Frauen dazu inspirieren, mit dem Boxen anzufangen.
- Die Veranstaltung zeigte hochklassiges Profiboxen in der Schweiz.
- Beide Kämpfer zeigten erstklassiges Können und Entschlossenheit.
Die Veranstaltung am Stephanstag in Bern wird als historischer Moment in Erinnerung bleiben, der den Kampfgeist und den Triumph Schweizer Athleten auf internationaler Bühne feiert.




