Fritz Uhlmann, eine herausragende Persönlichkeit im Schweizer Schwingen, ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Der Emmentaler war bekannt für sein aussergewöhnliches Talent im Sägemehl, obwohl er in seiner Karriere nur knapp die grossen Titel verpasste. Uhlmann starb in einem Berner Altersheim an den Folgen einer Lungenentzündung.
Wichtige Erkenntnisse
- Fritz Uhlmann, Schweizer Schwingerlegende, starb mit 81 Jahren.
- Er war dreimaliger Eidgenössischer Finalist, gewann aber nie den Haupttitel.
- Uhlmann erreichte auch zwei Unspunnen-Schwinget-Finals.
- Er trat 1977 mit zehn Kranzfest-Siegen und sechs Eidgenössischen Kränzen zurück.
- Nach seiner Schwingerkarriere führte Uhlmann ein TV-Geschäft in Bern.
Eine Karriere geprägt von knappen Niederlagen
Uhlmanns Schwingerlaufbahn war von konstanter Exzellenz und herzzerreissenden knappen Niederlagen geprägt. Er erreichte dreimal den Schlussgang des prestigeträchtigen Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (ESAF). Jedes Mal entglitt ihm der Sieg.
1974 stand er im ESAF-Schlussgang seinem Freund und Berner Schwingerkollegen Ruedi Hunsperger gegenüber. Uhlmann konnte den Sieg nicht für sich entscheiden. Diese knappen Entscheidungen festigten seinen Ruf als formidablem Gegner, der oft an der letzten Hürde scheiterte.
Kurze Fakten
Fritz Uhlmann nahm an drei Schlussgängen des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (ESAF) teil, dem Höhepunkt des Schweizer Schwingens.
Herausforderungen am Unspunnenfest
Neben dem ESAF nahm Uhlmann auch an zwei Unspunnen-Schwinget-Finals teil. 1962 verlor er gegen Kurt Schild. Jahre später, 1976, wurde er von Ernest Schläfli aus Freiburg besiegt. Diese Kämpfe trugen zu seinem Vermächtnis bei, die höchsten Bühnen des Sports zu erreichen, ohne den ultimativen Preis zu gewinnen.
Viele Beobachter waren der Meinung, Uhlmann habe seine beste Chance am Unspunnenfest 1968 gehabt. Er war in dieser Saison in Topform. Er gewann sogar als Berner Gast das Innerschweizerische Schwingfest und besiegte dabei sechs Eidgenossen.
Was ist Unspunnen?
Das Unspunnenfest ist ein traditionelles Schweizer Fest, das in Interlaken, Kanton Bern, stattfindet. Es umfasst traditionelle Schweizer Sportarten wie Steinstossen, Fahnenschwingen und Schwingen. Es findet unregelmässig statt, typischerweise alle 12 Jahre.
Eine unerwartete Abwesenheit im Jahr 1968
Trotz seiner starken Form entschied sich Uhlmann, nicht am Unspunnenfest 1968 teilzunehmen. Er erklärte seine Entscheidung in einem Interview von 2017. „Mein Körper war kurz vor Unspunnen einfach leer“, so Uhlmann. „Ich hatte das Gefühl, ich brauchte Ferien.“
Seine Entscheidung wurde auch von seiner Leidenschaft für Fussball beeinflusst. „Und weil YB an diesem Sonntag gegen den FCZ spielte, ging ich lieber zum Match nach Zürich als zum Schwingen nach Interlaken“, fügte er hinzu. Diese Wahl unterstreicht sein Engagement für andere Interessen ausserhalb der Schwingerarena.
„Mein Körper war kurz vor Unspunnen einfach leer. Ich hatte das Gefühl, ich brauchte Ferien.“
Leben nach dem Schwingen
Uhlmann, gelernter Metzger, beendete seine Schwingerkarriere 1977. Er trat mit einer beeindruckenden Bilanz zurück. Dazu gehörten zehn Kranzfest-Siege und sechs Eidgenössische Kränze. Diese Erfolge unterstreichen sein Können und seine konstante Leistung über viele Jahre hinweg.
Nachdem er sich vom Sport zurückgezogen hatte, wechselte Uhlmann in einen neuen Beruf. Er betrieb bis zu seiner Pensionierung ein Fernsehgeschäft in der Berner Rathausgasse. Dieser Unternehmergeist ermöglichte es ihm, ein geschätztes Mitglied der Berner Gemeinschaft zu bleiben.
Eine dauerhafte Freundschaft
Sein Fernsehgeschäft wurde zu einem Ort, an dem neue Freundschaften entstanden. Lars Lunde, ein ehemaliger YB-Fussballmeister, erzählte von seiner Verbindung zu Uhlmann. „Ich kaufte meinen ersten Fernseher bei Fritz“, sagte Lunde. „Von diesem Moment an entwickelte sich eine sehr schöne Freundschaft zwischen uns.“
Uhlmanns Tod hinterlässt eine Lücke in den Herzen derer, die ihn kannten. Seine Frau Theres drückte ihre tiefe Trauer aus. „Fünf Jahre nach dem Tod unserer Tochter hat mich nun auch Fritz verlassen“, teilte sie mit. „Ich bin unendlich traurig. Aber ich tröste mich mit der Tatsache, dass ich jetzt zwei helle Sterne am Himmel habe.“
Karriere-Highlights
- 10 Kranzfest-Siege
- 6 Eidgenössische Kränze
- 3 ESAF-Schlussgang-Teilnahmen
- 2 Unspunnen-Schlussgang-Teilnahmen
Fritz Uhlmann wird nicht nur für seine Stärke und Technik im Sägemehl, sondern auch für seinen Charakter und die Verbindungen, die er im Laufe seines Lebens knüpfte, in Erinnerung bleiben. Sein Vermächtnis als geliebte Schweizer Schwingerpersönlichkeit lebt weiter.




