Der Berner Stadtrat hat einen zusätzlichen Kredit von 875'000 Schweizer Franken für die umfassende Sanierung des Fuss- und Radwegs Seftausteg genehmigt. Diese am Donnerstag getroffene Entscheidung trägt unvorhergesehenen Komplexitäten und steigenden Kosten Rechnung, die die gesamten Projektausgaben auf 2,8 Millionen Franken erhöht haben. Die Brücke, eine wichtige Verbindung zwischen Bern und Bremgarten, erfordert erhebliche strukturelle Arbeiten und Modernisierungen.
Wichtige Erkenntnisse
- Berner Stadtrat genehmigte zusätzliche Mittel von 875'000 CHF für den Seftausteg.
- Die Gesamtsanierungskosten belaufen sich nun auf 2,8 Millionen CHF.
- Die Brücke verbindet Bern und Bremgarten und dient Fussgängern und Radfahrern.
- Unerwartete strukturelle Probleme und ein einziges Angebot führten zu erhöhten Ausgaben.
- Der Baubeginn ist für Januar geplant, mit einer achtmonatigen Sperrzeit.
Steigende Kosten und unvorhergesehene Herausforderungen
Das ursprüngliche Budget für die Sanierung des Seftaustegs erwies sich als unzureichend. Mehrere Faktoren trugen zu dieser Erhöhung bei, hauptsächlich der Bedarf an zusätzlichen strukturellen Massnahmen. Die 53 Meter lange Brücke, die die Aare überspannt, zeigte bei Inspektionen Anzeichen von Verschlechterung.
Diese Inspektionen verdeutlichten die Notwendigkeit, den Korrosionsschutz an den Fuss- und Radwegen der Brücke zu erneuern. Darüber hinaus müssen Teile der bestehenden Brückenkonstruktion ersetzt werden. Auch die alte Holzbeplankung und die Drahtgitterzäune des Geländers müssen erneuert werden.
Projektdaten
- Ursprüngliche Budgetunterdeckung: 875'000 CHF
- Gesamtkosten des Projekts: 2,8 Millionen CHF
- Anteil Berns: 1,88 Millionen CHF
- Brückenlänge: 53 Meter
- Dauer der Sperrung: 8 Monate
Komplikationen mit Versorgungsleitungen
Ein erheblicher Teil der zusätzlichen Kosten resultiert aus Herausforderungen im Zusammenhang mit den Versorgungsleitungen, die sich unter der Brücke befinden. Der ursprüngliche Plan sah vor, die Anordnung dieser Leitungen zu erneuern und zu optimieren. Ingenieure schlugen zunächst vor, die Versorgungsleitungen während des Baus vorübergehend in einer Umhausung unter der Brücke aufzuhängen.
Im August zeigten jedoch detaillierte statische Berechnungen ein kritisches Problem. Die Brückenkonstruktion konnte die zusätzliche Last dieser temporären Umhausungen nicht tragen. Diese Entdeckung machte eine komplette Strategieänderung erforderlich.
"Die tiefgehenden statischen Berechnungen zeigten im August, dass die Brücke diese Last nicht tragen konnte", erklärte der Berner Stadtrat im August.
Neue Lösung: Temporäre Versorgungsbrücke
Anstatt die Leitungen aufzuhängen, wurde eine neue Lösung entwickelt: der Bau einer separaten, temporären Brücke speziell für die Versorgungsleitungen über die Aare. Diese temporäre Struktur wird die Rohre und Kabel aufnehmen, während die Arbeiten am Haupt-Seftausteg fortgesetzt werden.
Allein diese provisorische Brücke verursacht zusätzliche Kosten von rund 300'000 Franken. Dies stellt eine erhebliche Erhöhung gegenüber der ursprünglichen Planung dar.
Hintergrund: Bedeutung des Seftaustegs
Der Seftausteg ist mehr als nur eine Überquerung; er ist eine wichtige Fussgänger- und Radfahrerarterie, die die Stadt Bern mit der Gemeinde Bremgarten verbindet. Seine Sperrung wird Pendler und Freizeitsportler im Alltag beeinträchtigen. Die Sanierung der Brücke gewährleistet ihre langfristige Sicherheit und Funktionalität für Tausende von Bewohnern.
Beschaffungs- und Finanzierungsdetails
Ein weiterer Faktor, der zur Budgeterhöhung beitrug, war der Beschaffungsprozess für die Hauptbauarbeiten. Für die primären Sanierungsarbeiten wurde nur ein Angebot eingereicht. Dieses einzige Angebot überschritt das zugewiesene Budget erheblich und erhöhte die Gesamtkosten des Projekts weiter.
Die Gesamtkosten für die Sanierung des Seftaustegs belaufen sich nun auf 2,8 Millionen Franken. Die Stadt Bern wird 1,88 Millionen Franken dieser Gesamtsumme tragen. Dieser Betrag beinhaltet zusätzliche Ausgaben für Entwässerungssysteme und öffentliche Kunstinstallationen, die in das Projekt integriert sind.
- Erneuerung des Korrosionsschutzes: Wesentlich für die strukturelle Integrität.
- Ersatz der Brückenkonstruktion: Wichtige Strukturelemente werden erneuert.
- Aufwertung der Holzbeplankung und des Geländers: Verbessert Sicherheit und Ästhetik.
- Optimierung der Versorgungsleitungen: Modernisierung der Infrastruktur unter der Brücke.
Bauzeitplan und Verkehrsführung
Der Baubeginn ist für Januar geplant. Das Projekt wird voraussichtlich acht Monate dauern. Während dieser gesamten Zeit wird der Seftausteg für die Öffentlichkeit vollständig gesperrt sein.
Der Fussgänger- und Radverkehr wird umgeleitet. Nutzer müssen die Felsenaubrücke als alternative Route nutzen. Diese Umleitung ist entscheidend, um die öffentliche Sicherheit während der Sanierungsarbeiten zu gewährleisten.
Die Gemeindeversammlung Bremgarten hatte ihren Anteil am zusätzlichen Kredit bereits genehmigt. Dies stellt sicher, dass die Finanzierung für die planmässige Durchführung des Projekts vorhanden ist.
Die Sanierung ist eine entscheidende Investition in die Berner Infrastruktur, die darauf abzielt, die Sicherheit zu erhöhen und die Lebensdauer dieser wichtigen Flussquerung für viele Jahre zu verlängern.




