Der Berner Stadtrat hat ein neues Konzept für den Reisebusverkehr vorgestellt, das darauf abzielt, Staus zu reduzieren und den Besucherfluss zu verbessern. Die vorgeschlagenen Massnahmen umfassen obligatorische Online-Reservierungen für Parkplätze ausserhalb des Stadtzentrums sowie ausgewiesene Ein- und Ausstiegsstellen innerhalb der Innenstadt.
Diese Initiative soll den Busbetrieb optimieren und die Parkplatzsuche minimieren, die oft zu Verkehrsproblemen in der Schweizer Hauptstadt führt. Die öffentliche Konsultationsphase für diese Änderungen läuft derzeit und soll Ende April abgeschlossen werden.
Wichtige Erkenntnisse
- Neues Konzept für Reisebusse in Bern zur öffentlichen Konsultation vorgestellt.
- Obligatorische Online-Reservierungen für Parkplätze ausserhalb des Stadtzentrums.
- Ausgewiesene Ein- und Ausstiegsstellen im Stadtzentrum.
- Eine Gebühr von 50 Schweizer Franken für reservierte Parkplätze vorgeschlagen.
- Der Busbahnhof Neufeld soll zu einer vollwertigen Anlage ausgebaut werden.
Regulierung des Reisebuszugangs zum Berner Zentrum
Der Kern des neuen Plans besteht darin, die Parkplätze für Reisebusse vom historischen Stadtzentrum Berns wegzuleiten. Derzeit fahren Busse oft auf der Suche nach freien Plätzen umher, was zu unnötigem Verkehr und Umweltbelastungen führt. Der Vorschlag des Stadtrats führt ein strukturiertes System ein, um diese Bewegungen effektiver zu steuern.
Nach den neuen Regeln müssen Reiseveranstalter vor ihrer Ankunft in Bern einen Parkplatz online reservieren. Diese Reservierung berechtigt die Busse auch zur Nutzung spezifischer, ausgewiesener Bereiche innerhalb des Stadtzentrums zum Ein- und Aussteigen der Passagiere. Sobald die Passagiere ausgestiegen sind, müssen die Busse zu ihrem vorab gebuchten Parkplatz ausserhalb der zentralen Zone fahren.
Fakt: Tourismusboom in Saas-Fee/Saastal
Saas-Fee/Saastal erlebt die stärksten Tourismusergebnisse seit 15 Jahren und verzeichnet im Geschäftsjahr 2024/2025 1,28 Millionen Übernachtungen. Dieses Wachstum unterstreicht die steigende Nachfrage nach Schweizer Destinationen.
Vorgeschlagene Gebühren und Infrastrukturentwicklung
Ein wichtiger Aspekt des neuen Konzepts ist die Einführung einer Gebühr für reservierte Parkplätze. Der Stadtrat schlägt eine Gebühr von 50 Schweizer Franken pro Reservierung vor. Diese Gebühr soll die Betriebskosten des neuen Systems decken und ist vergleichbar mit Gebühren in anderen beliebten Touristendestinationen.
Laut dem Berner Stadtrat wird die Einführung kostendeckender Gebühren die langfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit der neuen Infrastruktur gewährleisten. Dieses Finanzmodell zielt darauf ab, ein selbsttragendes System zu schaffen, das das erhöhte Touristenaufkommen bewältigt, ohne die lokalen Steuerzahler zu belasten.
„Die Einführung kostendeckender Gebühren wird die wirtschaftlich nachhaltige Nutzung der Infrastruktur gewährleisten“, erklärte der Berner Stadtrat in seiner offiziellen Mitteilung.
Ausbau des Busbahnhofs Neufeld
Ein Schlüsselbestandteil von Berns langfristiger Strategie ist die Entwicklung des Busbahnhofs Neufeld. Die Stadt plant, diesen Standort zu einem umfassenden Fern- und Reisebusbahnhof auszubauen. Diese Erweiterung wird einen zentralen Knotenpunkt für den Busbetrieb bieten und die Notwendigkeit, dass Busse zum Parken in die Innenstadt fahren, weiter reduzieren.
Die Stadt arbeitet derzeit an den Betriebs- und Finanzierungsmodellen für diese Erweiterung. Ein Bauprojekt ist ebenfalls in Entwicklung. Ein Kreditantrag für das Projekt wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet. Dieser Schritt spiegelt eine breitere Anstrengung wider, Berns Verkehrsinfrastruktur zu modernisieren, um den wachsenden Tourismusanforderungen gerecht zu werden.
Kontext: Tourismuswachstum in der Schweiz
Der Schweizer Tourismussektor verzeichnet weiterhin ein robustes Wachstum. Destinationen wie Monte Tamaro erweitern ihr Angebot, wobei der Berg nach über zwei Jahrzehnten Sommerbetrieb seine erste Wintersaison startet. Diese Diversifizierung trägt dazu bei, die ganzjährige Auslastung von Hotels und Attraktionen im ganzen Land zu steigern.
Öffentliche Konsultation und zukünftige Flexibilität
Die öffentliche Konsultation für das neue Reisebuskonzept hat kürzlich begonnen und läuft bis Ende April. Anwohner, Reiseveranstalter und andere Interessengruppen haben die Möglichkeit, Feedback zu den vorgeschlagenen Massnahmen zu geben. Dieses Feedback wird entscheidend sein, um den endgültigen Umsetzungsplan zu verfeinern.
Während das Konzept darauf abzielt, den Busverkehr langfristig zum neuen Terminal zu leiten, betont der Stadtrat seine Flexibilität. Der Plan kann bei Bedarf ergänzende Massnahmen aufnehmen, um sicherzustellen, dass er auf die sich entwickelnden Bedürfnisse des Tourismus und der urbanen Mobilität reagiert.
Der Fokus auf strukturierte Parkplätze und ausgewiesene Ein- und Ausstiegsstellen spiegelt einen wachsenden Trend in der Stadtplanung beliebter Touristenstädte wider. Durch eine effizientere Steuerung des Busverkehrs hofft Bern, das Besuchererlebnis zu verbessern und gleichzeitig die Lebensqualität seiner Bewohner zu erhalten.
Digitale Innovationen im Schweizer Tourismus
In der ganzen Schweiz setzt die Tourismusbranche auf digitale Lösungen. Zürich Tourismus beispielsweise nutzt fortschrittliche Chatbots und KI, um personalisierte Reiseerlebnisse zu bieten. Diese Tools nutzen lokales Expertenwissen, um kuratierte Inhalte zu liefern, was die Reiseplanung effizienter und auf individuelle Vorlieben zugeschnitten macht. Basel Tourismus nutzt ebenfalls KI, um wiederkehrende Aufgaben zu optimieren.
- KI-gestützte Chatbots bieten personalisierte Reisepläne.
- Kuratierte Inhalte liefern spezifische lokale Einblicke.
- Digitale Tools erhöhen die Effizienz für Tourismusorganisationen.
Diese technologischen Fortschritte werden immer wichtiger, da der Tourismussektor vor neuen Herausforderungen steht, einschliesslich der Nachfrage einer jüngeren Generation von Reisenden, die hochwertige, personalisierte Erlebnisse erwarten.
Das Gesamtbild des Schweizer Tourismus
Die Initiativen in Bern sind Teil eines breiteren Trends im Schweizer Tourismus, sich anzupassen und zu innovieren. Hotelbranchenverbände wie HotellerieSuisse Graubünden konzentrieren sich auf Strategien zur Verbesserung der Margen und zur Steigerung der ganzjährigen Auslastung. Dazu gehören die Erforschung neuer Geschäftsmodelle und die Verbesserung bestehender Angebote.
Die Aargauhotels-Gruppe hat kürzlich zwei Objekte in der Region Aargauer Seetal erworben und in ihr regionales Netzwerk integriert, wobei die unabhängige Führung beibehalten wurde. Diese Konsolidierung und strategische Expansion zeigen Vertrauen in den lokalen Tourismusmarkt.
Auch Nischentourismus, wie der Gletschertourismus, erlebt einen Boom. Dieses wachsende Interesse bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, da die Landschaften, die Besucher anziehen, durch den Klimawandel bedroht sind. Dies unterstreicht die Notwendigkeit nachhaltiger Tourismuspraktiken und eines sorgfältigen Managements der natürlichen Ressourcen.
Bildung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Catherine Raemy, Leiterin der Höheren Fachschule für Tourismus und Outdoor IST, betont die Bedeutung von praktischer Ausbildung und dem Management von hochfrequentierten Destinationen. Ihre Arbeit konzentriert sich darauf, die nächste Generation von Tourismusfachleuten auf diese komplexen Anforderungen vorzubereiten.




