Der Berner Stadtrat hat ein bedeutendes Stadtentwicklungsprojekt in Ausserholligen mit überwältigender Mehrheit genehmigt und damit den Weg für über 200 Genossenschaftswohnungen und mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze geebnet. Der Entscheid, der mit 65 zu 6 Stimmen angenommen wurde, wartet nun auf eine Volksabstimmung, die voraussichtlich im Juni stattfinden wird.
Diese entscheidende Abstimmung markiert einen wichtigen Schritt vorwärts für den ehrgeizigen Plan, der darauf abzielt, die aktuellen EWB- und BLS-Areale in ein lebendiges neues Quartier zu verwandeln. Das Projekt verspricht dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum und wirtschaftliche Möglichkeiten für Bern West.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Berner Stadtrat hat die Entwicklung in Ausserholligen mit 65 zu 6 Stimmen genehmigt.
- Das Projekt umfasst über 200 Genossenschaftswohnungen und 1.000 neue Arbeitsplätze.
- Vier Hochhäuser mit einer Höhe von bis zu 115 Metern sind geplant.
- Eine Volksabstimmung über das Projekt wird im Juni erwartet.
- Die Entwicklung zielt darauf ab, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und das Gebiet zu urbanisieren.
Berns westliches Tor transformieren
Das Areal Ausserholligen, das derzeit vom städtischen Energieversorger EWB und der Eisenbahngesellschaft BLS genutzt wird, ist ein Schlüsselentwicklungsgebiet für Bern. Es liegt strategisch günstig zwischen dem Europaplatz und dem öffentlichen Schwimmbad Weyermannshaus und umfasst auch das Familiengartengebiet Ladenwandgut.
Stadtpräsidentin Marieke Kruit (SP) betonte die Bedeutung dieser Transformation. Sie beschrieb das Gebiet heute als weitgehend abgeschlossen. Die neuen Pläne zielen darauf ab, es urbaner und offener zu gestalten und besser in das Stadtgefüge zu integrieren.
Projekt auf einen Blick
- Lage: Ausserholligen, zwischen Europaplatz und Weyermannshaus.
- Wohnungen: Über 200 Genossenschaftswohnungen.
- Bezahlbarkeit: Mindestens ein Drittel der Wohneinheiten wird bezahlbarer Wohnraum sein.
- Arbeitsplätze: Mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze.
- Gebäudehöhen: Vier Hochhäuser, bis zu 115 Meter.
Berns Wohnraumbedarf decken
Ein zentraler Bestandteil des Ausserholligen-Projekts ist die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum. Die Stadt plant mehr als 200 Genossenschaftswohnungen auf dem Areal. Ein erheblicher Teil, mindestens ein Drittel der gesamten Wohnfläche, wird als bezahlbarer Wohnraum ausgewiesen.
Diese Initiative begegnet direkt dem anhaltenden Bedarf der Stadt an zugänglicheren Wohnmöglichkeiten. Marieke Kruit betonte diesen Punkt und erklärte:
„Das Projekt leistet auch einen wichtigen Beitrag zu mehr bezahlbarem Wohnraum in der Stadt.“
Der städtische Energieversorger EWB beabsichtigt zudem, seinen Hauptsitz in das neue Quartier zu verlegen, was die Revitalisierung des Gebiets und die Schaffung von Arbeitsplätzen weiter fördert.
Hochhausvision und Stadtgestaltung
Das Entwicklungskonzept umfasst den Bau von vier Hochhäusern. Diese Strukturen sollen in verschiedenen Gebäudeteilen Höhen von bis zu 115 Metern erreichen. Diese vertikale Expansion ist Teil der Strategie, eine dichtere, urbanere Umgebung zu schaffen.
Visualisierungen des neuen Quartiers zeigen einen modernen, integrierten Stadtraum. Das Design zielt darauf ab, Wohn-, Geschäfts- und öffentliche Bereiche zu verbinden und eine lebendige Gemeinschaftsatmosphäre zu fördern. Das Projekt strebt danach, einen dynamischen neuen Knotenpunkt in Bern West zu schaffen.
Ausserholligen: Ein sich entwickelnder Knotenpunkt
Das Gebiet Ausserholligen ist als Schwerpunkt für die Entwicklung (ESP Ausserholligen) ausgewiesen. In den kommenden Jahren sollen in dieser breiteren Entwicklungszone mehr als 40 Projekte realisiert werden. Das EWB-BLS-Areal ist ein Eckpfeiler dieser grösseren städtischen Transformation.
Ziel ist es, die Infrastruktur zu verbessern, die Konnektivität zu erhöhen und vielfältige Wohn- und Arbeitsräume zu schaffen. Dieser integrierte Ansatz soll nachhaltiges Wachstum unterstützen und den sich entwickelnden Bedürfnissen der Berner Bevölkerung gerecht werden.
Öffentliche Prüfung und nächste Schritte
Obwohl die Abstimmung des Stadtrats entscheidend war, liegt das endgültige Schicksal des Projekts bei der Berner Stimmbevölkerung. Die Bürgerinnen und Bürger werden voraussichtlich im Juni in einer Referendumsabstimmung ihre Stimmen abgeben. Diese öffentliche Konsultation ist in der Schweiz ein standardisierter demokratischer Prozess für grosse kommunale Projekte.
Das Land für die Entwicklung gehört gemeinsam EWB und BLS. Die Stadt besitzt ein Vorkaufsrecht für den Anteil der EWB am Land. Der Stadtrat hat jedoch beschlossen, dieses Recht nicht auszuüben. Dieser Verzicht bedarf ebenfalls der Zustimmung der Stimmberechtigten in der bevorstehenden Abstimmung.
Die Volksabstimmung wird darüber entscheiden, ob dieser ehrgeizige Plan zur Schaffung eines modernen, gemischt genutzten Quartiers in Ausserholligen vorangetrieben wird. Er stellt eine bedeutende Chance dar, Berns zukünftige Stadtlandschaft zu gestalten und seinen Bewohnern wesentlichen Wohnraum und Arbeitsplätze zu bieten.




