Bernmobil verstärkt seine Vorbereitungen auf strenge Winterbedingungen erheblich, nachdem es im letzten November zu weitreichenden Störungen gekommen war. Das städtische Verkehrsunternehmen hat in neue Ausrüstung investiert und eine spezielle Taskforce eingerichtet, um den Betrieb bei starkem Schneefall und Eisglätte aufrechtzuerhalten.
Wichtigste Erkenntnisse
- Bernmobil erweitert die Verfügbarkeit von Schneeketten für Busse von 2 auf 18 Fahrzeuge.
- Ein neues Spezialfahrzeug wird die Oberleitungen der Trams effizient enteisen.
- Eine spezielle Taskforce ist nun für den schnellen Einsatz von Schneeketten zuständig.
- Die Aufrüstung soll eine Wiederholung des letztjährigen Dienstzusammenbruchs durch starken Schneefall verhindern.
Lehren aus dem Winterchaos des letzten Jahres
Im letzten November legte ein unerwarteter Wintersturm das Berner ÖV-System lahm. Rund 30 Zentimeter Neuschnee fielen, genau zur abendlichen Hauptverkehrszeit. Dies führte zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen, sodass viele Pendlerinnen und Pendler zu Fuss durch den Schnee nach Hause gehen mussten.
Der plötzliche und intensive Schneefall überforderte die bestehende Infrastruktur und die Vorbereitungsmassnahmen. Diese Erfahrung unterstrich die Notwendigkeit robusterer Systeme, um extreme Wetterereignisse in Zukunft bewältigen zu können.
Hintergrund zu Bernmobil
Bernmobil betreibt das öffentliche Verkehrsnetz in Bern, Schweiz. Dazu gehören Trams, Trolleybusse und Busse. Das Netz ist entscheidend für den täglichen Pendlerverkehr und die Verbindung verschiedener Stadtteile und umliegender Gebiete.
Die Gewährleistung eines zuverlässigen Dienstes, auch bei anspruchsvollem Wetter, ist ein primäres Ziel des Betreibers.
Erhöhte Schneekettenkapazität für Busse
Eine wesentliche Verbesserung betrifft die Verfügbarkeit von Schneeketten für Busse. Zuvor hatten nur zwei Busse Zugang zu Schneeketten. Jetzt hat Bernmobil Schneeketten für 18 Busse beschafft, was ihre Einsatzfähigkeit bei Schnee erheblich erhöht.
Diese Erweiterung zielt darauf ab, mehr Buslinien funktionsfähig zu halten, wenn Strassen glatt und schwer befahrbar werden. Die Möglichkeit, einen grösseren Teil der Flotte mit Ketten auszustatten, ist eine direkte Reaktion auf die Herausforderungen des letzten Jahres.
„Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass der öffentliche Verkehr für die Berner Bevölkerung eine zuverlässige Option bleibt, auch wenn der Winter hart zuschlägt“, erklärte ein Bernmobil-Sprecher.
Neue Taskforce für schnellen Einsatz
Um die erhöhte Anzahl an Schneeketten zu unterstützen, hat Bernmobil eine spezialisierte Taskforce eingerichtet. Dieses Team wird für die schnelle Montage von Schneeketten an Bussen bei starkem Schneefall verantwortlich sein. Dieser proaktive Ansatz zielt darauf ab, Verspätungen und Störungen zu minimieren.
Der Transportbetreiber prüft auch die Möglichkeit, Busse mit speziellen Winterreifen anstelle der derzeitigen Ganzjahresreifen auszustatten. Dies könnte die Traktion und Sicherheit in den kälteren Monaten weiter verbessern.
Wussten Sie schon?
- Der Schneefall im letzten November erreichte rund 30 Zentimeter.
- Bernmobil hatte zuvor Schneeketten für nur 2 Busse.
- Der neue Plan erhöht dies auf 18 Busse.
Innovative Enteisung für Tramlinien
Obwohl Trams im Allgemeinen widerstandsfähiger gegen winterliche Bedingungen sind als Busse, können sie dennoch Probleme durch beschädigte Infrastruktur oder vereiste Oberleitungen haben. In der Vergangenheit war die Enteisung von Tramlinien ein arbeitsintensiver manueller Prozess, bei dem Arbeiter Glykol von einer Hebebühne aus sprühten.
Bernmobil hat nun ein Spezialfahrzeug eingeführt, das diese Aufgabe effizienter gestalten soll. Dieses Fahrzeug ist mit einer in Glykol getränkten Rolle ausgestattet, die die Oberleitungen präventiv beschichten kann. Diese Methode ist schneller und sicherer als die manuelle Anwendung.
Gewährleistung der Tram-Zuverlässigkeit
Das neue Enteisungsfahrzeug wird dazu beitragen, den reibungslosen Betrieb des Berner Tramnetzes aufrechtzuerhalten. Durch die Verhinderung von Eisbildung will Bernmobil das Risiko von Stromunterbrechungen reduzieren und sicherstellen, dass die Trams weiterhin pünktlich fahren.
Diese Investition spiegelt eine umfassende Strategie wider, sich auf verschiedene winterliche Herausforderungen vorzubereiten, von starkem Schneefall bis zu gefrierendem Regen.
Engagement für Winterbereitschaft
Die jüngsten Aufrüstungen von Bernmobil zeigen ein starkes Engagement zur Verbesserung der Winterbereitschaft. Durch Investitionen in neue Ausrüstung und die Straffung der Betriebsabläufe will der Transportanbieter auch unter schwierigsten Wetterbedingungen einen konsistenten Service bieten.
Diese Massnahmen sollen das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Fähigkeit des Verkehrssystems wiederherstellen, mit strengem Winterwetter umzugehen, und eine Wiederholung der weitreichenden Störungen des letzten Jahres vermeiden.




