Der Kanton Bern steht 2026 vor einem Jahr bedeutender Veränderungen und Aktivitäten. Die Wähler werden zu den kantonalen Wahlen an die Urnen gerufen, während wichtige Infrastrukturprojekte abgeschlossen werden sollen. Die Region wird auch mehrere grosse Kultur- und Sportveranstaltungen beherbergen, die Gemeinschaften zusammenbringen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Kantonale Wahlen werden den Grossen Rat und den Regierungsrat neu gestalten.
- Thun wird voraussichtlich seine erste Stadtpräsidentin wählen.
- Das Kaiserhaus in Bern, ein grosses Renovierungsprojekt, soll im April eröffnet werden.
- Die Berner Innenstadt wird im Juni ein grosses Festival veranstalten.
- Der 550. Jahrestag der Schlacht bei Murten wird mit umfangreichen Gedenkveranstaltungen gefeiert.
- Das Bernisch-Kantonale Schwingfest kehrt ins Wankdorfstadion zurück.
- Zwei grosse Eisbahnen, Ka-We-De und Grabengut, werden nach Renovierungen wiedereröffnet.
- Wichtige Entscheidungen zur Wankdorf-Autobahnerweiterung und zum Grimseltunnel werden erwartet.
- Biel wird das Eidgenössische Musikfest mit 550 Musikvereinen ausrichten.
- Entscheidungen zum Wiederaufbau der durch den Sturm in Brienz 2024 beschädigten Häuser werden erwartet.
Politische Landschaft verändert sich mit kantonalen Wahlen
Die politische Landschaft im Kanton Bern wird sich mit den Wahlen zum Grossen Rat und zum Regierungsrat am 29. März erheblich wandeln. Diese Wahlen werden das Kräfteverhältnis neu definieren, wobei verschiedene Parteien um Einfluss ringen.
Die bürgerlichen Parteien präsentieren eine starke Liste von fünf Kandidaten für den Regierungsrat, darunter drei von der Schweizerischen Volkspartei (SVP). Diese Strategie zielt darauf ab, ihre Vertretung über die derzeitigen vier Sitze hinaus zu erhöhen und die Anzahl der Mitte-Links-Mitglieder möglicherweise auf nur zwei zu reduzieren.
Die Sozialdemokratische Partei (SP) und die Grünen stehen vor einer Herausforderung, da zwei ihrer derzeitigen Regierungsratsmitglieder, Christine Häsler (Grüne) und Christoph Ammann (SP), nicht zur Wiederwahl antreten werden. Im Gegensatz dazu tritt bei den Bürgerlichen nur ein Amtsinhaber, Christoph Neuhaus (SVP), zurück, was ihnen einen Vorteil verschafft.
Wahl-Einblick
Der Berner Regierungsrat hat derzeit sieben Mitglieder. Die bevorstehenden Wahlen könnten die Zusammensetzung erheblich verändern und möglicherweise zu einer stärkeren bürgerlichen Mehrheit führen.
Thun steht vor historischem Führungswechsel
Thun wird voraussichtlich 2026 Geschichte schreiben, indem es seine erste Stadtpräsidentin wählt. Drei Frauen bewerben sich derzeit um die Position: Katharina Ali-Oesch (SP), Andrea de Meuron (Grüne) und Eveline Salzmann (SVP).
Die Wahl könnte bereits am 14. Juni stattfinden, falls der amtierende Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) im März in den Regierungsrat gewählt wird. Dieser ungewöhnliche Zeitpunkt bedeutet, dass die neue Stadtpräsidentin nur fünfeinhalb Monate später bei den regulären Gesamterneuerungswahlen erneut zur Wahl stehen könnte.
„Die Möglichkeit, dass Thun seine erste Stadtpräsidentin wählt, markiert einen bedeutenden Moment für die lokale Politik“, bemerkte ein lokaler Beobachter.
Grosse Infrastrukturprojekte erreichen ihren Abschluss
Mehrere lang erwartete Infrastrukturprojekte sollen 2026 abgeschlossen werden und die städtischen und Freizeiteinrichtungen im gesamten Kanton verbessern.
Kaiserhaus-Renovierung in Bern abgeschlossen
Die umfassende Renovierung des Kaiserhauses, das sich zwischen Amthausgasse und Marktgasse in Bern befindet, soll abgeschlossen werden. Das Gebäude, das der Schweizerischen Nationalbank gehört, begann seine Transformation im Jahr 2018. Die feierliche Wiedereröffnung ist für den 10. April geplant.
Dieses mehrjährige Projekt stellt eine erhebliche Investition dar, wobei die Kosten im „niedrigen dreistelligen Millionenbereich“ geschätzt werden. Der Abschluss wird ein prominentes architektonisches Wahrzeichen in der Innenstadt wiederherstellen.
Eisbahnen in Bern und Thun wiedereröffnet
Sportbegeisterte können sich auf die Wiedereröffnung zweier ikonischer Eisbahnen freuen. Die Sportanlage Ka-We-De in Bern, ein beliebter Ort in der Nähe des Dählhölzli, wird ihre Renovierungen bis Herbst 2026 abschliessen. Diese Anlage verwandelt sich im Winter von einer Eisbahn in ein Schwimmbad im Sommer.
Das Ka-We-De-Renovierungsprojekt hat einen Preis von fast 60 Millionen Schweizer Franken. Gleichzeitig wird die Kunsteisbahn Grabengut in Thun ebenfalls bis Ende des Jahres wiedereröffnet. Dieses Projekt, nach Jahren der Debatte und Verzögerungen, beläuft sich nun aufgrund gestiegener Kosten und Erweiterungen auf insgesamt 28,5 Millionen Franken.
Projekt-Hintergrund
Die Renovierung von Ka-We-De und Grabengut befasst sich mit alternder Infrastruktur und zielt darauf ab, moderne und sichere Freizeiteinrichtungen für die Bewohner bereitzustellen. Insbesondere das Grabengut-Projekt sah sich vor seiner letzten Phase zahlreichen Herausforderungen und Kostenüberschreitungen gegenüber.
Kulturelle und sportliche Extravaganzen
Bern wird 2026 ein Zentrum für kulturelle und sportliche Veranstaltungen sein, die Besucher und Teilnehmer aus der ganzen Schweiz und darüber hinaus anziehen werden.
Berner Stadtfest kehrt zurück
Nach einer vierjährigen Pause wird das Berner Stadtfest vom 19. bis 21. Juni die Innenstadt in ein lebendiges Fest verwandeln. Organisiert von einem Komitee unter der Leitung des ehemaligen Bärnerbär-Chefredakteurs Yves Schott, verspricht das Festival ein Programm ähnlich dem von 2022, mit Konzerten, Varieté-Shows und Kinderaktivitäten.
Der Stadtrat hat einen Gebührenerlass für kommunale Dienstleistungen genehmigt, und das Organisationskomitee berichtet über positive Fortschritte bei der Sicherung von Sponsorengeldern.
550. Jahrestag der Schlacht bei Murten
Die Region wird am 22. Juni den 550. Jahrestag der Schlacht bei Murten, ein entscheidendes Ereignis in der Schweizer Geschichte, begehen. In dieser Schlacht besiegten die Eidgenossen 1476 die burgundischen Truppen unter Karl dem Kühnen. Zahlreiche Veranstaltungen sind geplant, um dieses Ereignis zu würdigen:
- Das Murtenpanorama wird im Historischen Museum ausgestellt.
- Ein Freilichttheater, „Murten 1476 – Im Auge des Sturms“, wird die Belagerung der Stadt darstellen.
- Die Freilichtoper „Charles – L’Opéra“ auf Schloss Münchenwiler wird die Geschichte Karls des Kühnen beleuchten.
Bernisch-Kantonales Schwingfest im Wankdorf
Schwingfans haben den 5. Juli für das Bernisch-Kantonale Schwingfest im Wankdorfstadion rot im Kalender markiert. Die Tickets für diese Veranstaltung sind sehr gefragt, mit über 10.000 verkauften am ersten Tag des Vorverkaufs. Das Stadion hat eine Geschichte mit dem Schwingen, da es 1998 das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest beherbergte, bei dem 38.000 Zuschauer Jörg Abderhaldens Triumph miterlebten.
Fabian Staudenmann ist ein Favorit für die diesjährige Veranstaltung, und die Erwartung ist gross, ob ein neuer Schwingerstar aufsteigen wird.
Wichtige Entscheidungen für Verkehr und Umwelt
Wichtige Entscheidungen bezüglich grosser Verkehrsprojekte und des Umweltschutzes stehen ebenfalls für 2026 an.
Zukunft der Wankdorf-Autobahn und des Grimseltunnels
Die Erweiterung des Autobahnknotens Wankdorf und das Grimseltunnelprojekt werden entscheidende Entwicklungen erfahren. Nach einer öffentlichen Ablehnung von Autobahnerweiterungen im Herbst 2024 nimmt die neue Berner Stadtregierung eine kritischere Haltung zur Wankdorf-Erweiterung ein als ihre Vorgängerin.
Die Stadt setzt sich für eine teilweise Überdeckung der Autobahn ein, um die Allmenden wieder zu verbinden. Die Verhandlungen mit dem Bundesamt für Strassen sollen dieses Jahr abgeschlossen werden. Darüber hinaus wird das Parlament über die Zukunft des Grimseltunnels, eines millionenschweren Bahnprojekts, entscheiden. Wenn es nicht in die nächste Phase der Bahninfrastrukturentwicklung aufgenommen wird, könnte das Projekt aufgegeben werden.
Verkehrspolitischer Wandel
Die jüngste Volksabstimmung gegen die Autobahnerweiterung spiegelt einen breiteren Wandel in der Verkehrspolitik wider, der nachhaltige Lösungen und Umweltaspekte priorisiert.
Eidgenössisches Musikfest in Biel
Biel wird vom 14. bis 17. Mai zum Herzen der Schweizer Blasmusik, indem es das Eidgenössische Musikfest beherbergt. Diese zweijährliche Veranstaltung wird 550 Vereine mit 22.200 Musikern präsentieren, die Konzert-, Unterhaltungs- und Parademusik spielen. Die Bands werden Harmonie-, Fanfaren- und Brassband-Ensembles umfassen. Das Festival war ursprünglich für Interlaken geplant, wurde aber aufgrund von Finanzierungsproblemen nach Biel verlegt.
Unterstützung für Opfer des Brienz-Sturms
Die zweite Hälfte des Jahres 2026 wird eine kritische Periode für viele sein, die vom Sturm im August 2024 in Brienz betroffen waren. Ein Vorprojekt für einen neuen Verlauf des Milibachs wird voraussichtlich vorgestellt. Dies wird Klarheit darüber schaffen, welche Häuser aufgrund der neuen Bachführung verlegt werden müssen.
Gleichzeitig werden Informationen über die Auswirkungen des „neuen“ Milibachs auf den örtlichen Friedhof veröffentlicht, was eine Zeit der Ungewissheit für die Gemeinde beenden wird.




