Mehrere Städte im Kanton Bern haben für Silvester ein Feuerwerksverbot erlassen. Diese Einschränkungen zielen darauf ab, die Sicherheit zu erhöhen, die Lärmbelästigung zu reduzieren und die Umwelt zu schützen. Tierschützer fordern ein umfassenderes, kantonales Verbot von Pyrotechnik.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Berner Altstadt, ein UNESCO-Weltkulturerbe, hat ein ganzjähriges Feuerwerksverbot.
- Thun und Burgdorf schränken Feuerwerke ebenfalls in ihren Altstadtbereichen ein.
- Geldstrafen für Verstösse in Bern können bis zu 5.000 Schweizer Franken betragen.
- Tierschutzgruppen befürworten ein vollständiges Verbot aufgrund von Tierleid und Umweltbedenken.
- Eine nationale Initiative, die strengere Feuerwerksvorschriften vorschlägt, hat parlamentarische Unterstützung erhalten.
Stadt Bern setzt strenges Altstadtverbot durch
In der Stadt Bern gilt seit Sommer 2021 ein umfassendes Feuerwerksverbot im gesamten Altstadtbereich. Diese Zone ist als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Stadtbeamte geben an, dass die engen Gassen und historischen Gebäude Feuerwerke besonders gefährlich machen.
Der verbotene Bereich erstreckt sich vom Hirschengraben und dem Bahnhof im Westen bis zur Nydeggbrücke im Osten. Dies umfasst auch die fünf Brücken, die die Aare in die Altstadt überqueren. Grosse Plakate in der ganzen Stadt informieren Bewohner und Besucher über diese Vorschriften.
Berner Busse für Feuerwerk
Personen, die das Feuerwerksverbot in der Berner Altstadt missachten, müssen mit Bussen von bis zu 5.000 Schweizer Franken rechnen.
Thun und Burgdorf schliessen sich den Beschränkungen an
Thun hat ebenfalls ein ganzjähriges Feuerwerksverbot in seiner Altstadt und an beiden Aare-Schleusen eingeführt. Ausserhalb dieser spezifischen Bereiche sind Feuerwerke in der Regel nur an Silvester und am 1. August erlaubt. Öffentliche Veranstaltungen können Sondergenehmigungen für Feuerwerke erhalten.
Ähnlich verbietet Burgdorf Feuerwerke in seiner Altstadt ohne ausdrückliche Genehmigung der örtlichen Direktion. Dies schliesst Luftpyrotechnik ein. In anderen Teilen von Burgdorf sind laute oder explodierende Feuerwerke zwischen 23:00 Uhr und 10:00 Uhr nicht erlaubt, mit Ausnahmen für Silvester und den 1. August.
Biel und Langenthal behalten lockere Richtlinien bei
Obwohl Biel eine mittelalterliche Altstadt besitzt, erlaubt es Feuerwerke im gesamten Stadtgebiet an Silvester und am 1. August. Im restlichen Jahr gilt ein Verbot, wobei Ausnahmen auf Antrag gewährt werden können.
Langenthal sticht als Stadt ohne spezifische kommunale Vorschriften für Feuerwerke hervor. Ein Stadtsprecher bestätigte, dass Bewohner im gesamten Stadtgebiet an Silvester Feuerwerke zünden dürfen.
Allgemeine Richtlinien für Feuerwerke
Die meisten anderen Berner Gemeinden erlauben Feuerwerke an Silvester und am 1. August. Alle Städte und Gemeinden betonen jedoch die Wichtigkeit eines sicheren Umgangs. Es ist entscheidend, Feuerwerke nicht in der Nähe von Menschenmengen oder Gebäuden zu zünden.
Befürworter drängen auf umfassendere Verbote
Tierschutzorganisationen und Tierhalter setzen sich seit langem für ein generelles Feuerwerksverbot ein. Sie argumentieren, dass die lauten Geräusche Haustiere wie Hunde und Katzen erschrecken und sie dazu bringen, sich zu verstecken. Auch Nutztiere wie Pferde und Kälber zeigen Anzeichen von Stress.
"Die ständigen lauten Knalle beeinträchtigen Haustiere und Wildtiere zutiefst, was zu erheblicher Angst und in einigen Fällen sogar zu Verletzungen führt. Ein generelles Verbot würde diese schutzbedürftigen Kreaturen schützen."
Umweltaktivisten weisen auch auf die durch Feuerwerke verursachte Umweltverschmutzung hin, die sowohl die Luft- als auch die Bodenqualität beeinträchtigt. Darüber hinaus leiden lärmempfindliche Personen oft oder suchen ruhigere Orte auf, um den Silvesterfeierlichkeiten zu entfliehen.
Nationale Initiative zur Feuerwerksbeschränkung
Eine Volksinitiative mit dem Titel „Für eine Einschränkung von Feuerwerken“ wurde im Dezember 2023 lanciert. Mitte Dezember dieses Jahres genehmigte der Nationalrat einen direkten Gegenvorschlag, der darauf abzielt, Knallkörper zu verbieten. Eine aktuelle Umfrage zeigt eine starke öffentliche Unterstützung für diese Initiative.
Die Debatte geht weiter
Die unterschiedlichen Vorschriften in den Berner Städten spiegeln eine anhaltende Debatte darüber wider, wie Silvester gefeiert werden soll. Während viele traditionelle Feuerwerke geniessen, fordert eine wachsende Zahl von Bürgern und Organisationen mehr Rücksicht auf Tiere, die Umwelt und lärmempfindliche Personen.
Der nationale Gesetzgebungsprozess deutet auf eine Verschiebung hin zu strengeren Vorschriften, die möglicherweise in Zukunft zu umfassenderen Verboten führen könnten. Vorerst müssen die Bewohner die lokalen Regeln überprüfen, um die Einhaltung und eine sichere Feier zu gewährleisten.




